Familienleben, Mama sein

Ich kann nicht mehr! Nachts abstillen?

18. Juli 2018

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Ein paar Tage habe ich nun überlegt, ob ich euch von meinem aktuellen Stilldilemma berichten möchte, mit dem Ergebnis: ja. Denn irgendwie seid ihr bisher ja doch recht gut über unsere Stillgeschichte informiert und vielleicht an einem aktuellen Status interessiert?! War der Stillstart auf Grund von Milchüberschuss alles andere als einfach, hat es sich mittlerweile mit der Produktion einigermaßen eingependelt. Davon hatte ich euch im Artikel „Bedürfnisse stillen“ berichtet. 

Oh du durchstillte Nacht…

Nun ist es derzeit so, dass der Kleine nachts gut und gerne alle 30 Minuten ein paar Züge nehmen möchte, was mich natürlich ordentlich schlaucht. Dachte ich anfangs, es sei vielleicht eine Phase (Entwicklungsschub, neue Zähne oder was auch immer) hat sich diese „durchstillte Nacht“ mittlerweile ganz schön manifestiert und ich bin an einem Punkt angekommen, an welchem ich tatsächlich überlege, nachts abzustillen. Zack, geschrieben. Ich hätte es wirklich niemals gedacht, dass ich diesen Satz tippe, denn eigentlich wollte ich das Abstillen so sanft wie möglich machen, ja am liebsten wäre es mir natürlich, wenn es wieder quasi von alleine passieren würde. So wie bei J.Boy damals. Ihn habe ich ganz sanft und ohne eine Träne (von keinem von uns beiden) mit ca. 13 Monaten abgestillt.

Wird er ohne Muttermilch nicht satt?

Aber, die beiden Jungs zeigen mir ganz deutlich, wie unterschiedlich Kinder eben sind und wie unterschiedlich sich auch das Stillen gestaltet. Obwohl ich bei Beiden anfangs das Milch-Problem hatte.
Der Große war als Baby ein guter Esser. Brei, Fingerfood – er mochte viel und wurde satt. Der Kleine hingegen findet Brei ziemlich öde und möchte ausschließlich alleine essen. Und dabei kommt ihm auch nicht alles in den Mund. Derzeit absolutes Lieblingsessen: Obst. Das reicht von Melone, über Apfel bis hin zu sauren Johannisbeeren. Mit Obst ist er glücklich. Aber eben nicht immer richtig satt. Und so stille ich fast nach jeder Mahlzeit noch mal „obendrauf“, wie wir hier gerne sagen. Sprich, mit seinen nun fast 11 Monaten bekommt er doch noch recht viel Muttermilch.

Stillen am Tag top – Stillen in der Nacht flop?

Am Tag macht mir das Stillen so gar nichts aus, im Gegenteil, ich genieße es doch sehr. Diese Nähe und das Gefühl, dass wir beide zur Ruhe kommen. Ein Faktor, welcher wichtig und schön ist, denn sowohl der Augustbub, als auch ich, haben stets Hummeln im Hintern. Und so kann beim Stillen untertags neue Kraft getankt werden.

Am Abend, da dient das Stillen natürlich auch zum zur Ruhe kommen, zum Satt werden und vor allem zum Einschlafen. Denn ohne Brust schläft der Kleine nicht ein. Höchstens in der Trage, aber dann auch nur so lange, wie man sich bewegt. Sprich, die Trage ist keine wirkliche Option für die Nacht, außer die Großeltern sind zum Babysitten da, dann ist das Tragen zum Einschlafen natürlich top (bis wir wieder nach Hause kommen und ich den Augustbub einschlafstille und ins Familienbett lege).

Auch dieses Einschlafstillen finde ich schön und keine Situation, welche mich belastet. Natürlich wäre es hin und wieder nett, wenn der Ehefreund beide Jungs ins Bett bringen könnte, aber das wird gefühlt morgen schon so sein und bis dahin genieße ich einfach meinen Part.

Was mich aber extrem belastet und zugegeben auch nervt, ist das Durchschlaf- bzw. Weiterschlafstillen (Kind wird wach, weint. Versucht man den Racker durch Tragen, Wiegen, Streicheln, ruhige Worte, Wasser oder, oder…. zu beruhigen – keine Chance. Der Kleine wird richtig wütend und richtig wach. Lege ich ihn an (aber bitte nicht im Liegen!), ist er innerhalb von 0,0 Sekunden friedlich, nuckelt ein paar Mal und schläft dann weiter). Was aktuell eben einfach einen Höhepunkt erreicht hat, welcher für alle belastend ist. Und damit meine ich uns Vier.

  • Der Schlaf vom Augustbub wird ständig unterbrochen. findet er überhaupt in eine richtige Tiefschlafphase?!
  • Boy schlummert auch sehr unruhig. Er wird zwar nicht wach, wenn der kleine Bruder weint und an die Brust mag (denn der Augustbub weint immer und robbt sich beispielsweise nicht halb schlafend an meine Brust), aber er wälzt sich einfach super viel durchs Bett und ist unruhig. Ich denke, er bekommt das Stillen bzw. das Meckern/Weinen doch irgendwie mit.
  • Zwar mit einem top Schlaf ausgestattet, aber eben doch nicht ganz resistent, der Ehefreund. Auch er wird viel wach. Durchs Weinen vom Kleinen und die Bewegungen vom Großen.
  • Ja und ich, ich bin halt gefühlt die halbe Nacht wach.

Was tun?

Bye bye bedürfnisorientiertes Stillen?
Nachts abstillen?

Ja, was tun? Diese Frage stelle ich mir auch, denn Abstillen, so ganz, ist eigentlich keine Option. Ich bin einfach davon überzeugt, dass der Augustbub das Stillen noch braucht. Die Nähe und die Milch. Seinen Bedürfnissen gerecht zu werden ist mir unheimlich wichtig und ich „fühle“ es auch absolut nicht, das Stillen zu beenden. Aber, ein dickes Aber: bedürfnisorientiert heißt ja nicht nur, dass den Bedürfnissen des Babys bzw. Kindes gerecht geworden wird, sondern den Bedürfnissen von allen Familienmitgliedern. Und mein Bedürfnis bzw. eigentlich unser aller Bedürfnis nach einem guten Schlaf ist groß!

Bin ich egoistisch?

Und so schleicht sich bei mir tatsächlich aktuell der Gedanke ein, dass ich zum einen eventuell versuchen möchte, nachts abzustillen, tagsüber jedoch noch nicht. Und zum anderen, steht das Familienbett hier auch ein wenig auf der Kippe. Wie schon im Beitrag „Gesund schlafen“ kurz angerissen, merke ich aktuell ganz deutlich, dass das Familienbett nicht mehr die ideale Lösung für unsere Familie zu schein seit. Das gegenseitige Wachhalten bzw. Aufwecken, zu wenig Platz und ein olles Bett, welches bei jeder Bewegung Dank Metallgestell schön „klirrt“. Puh, wir müssen da etwas ändern.

Unser Plan für einen besseren Schlaf:

Spätestens dann, wenn wir umziehen. Der Plan ist, dass wir dann die beiden Buben gemeinsam in ein Zimmer legen und der Ehefreund und ich das Schlafzimmer beziehen. Mal sehen, denn vielleicht ist der Umzug an sich schon so aufregend, dass die zwei Racker nachts unsere Nähe brauchen?! Oder es ist einfach ein guter „cut“ für uns alle?! Ich halte euch gerne auf dem Laufenden. Nun aber zurück zum Stillen…

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll! Ist nachts abstillen eine Option?

Gedankengedöns im Kopf. Sollen wir es versuchen mit dem nächtlichen Abstillen? Oder ist die extreme Phase bald geschafft? Wie lange dauert es, bis der Bub nachts abgestillt ist? Kann ich es ihm überhaupt zumuten? Und überhaupt, wird er dann auch richtig satt? Manchmal denke ich ja, dass er sich das holt, was er tagsüber eben nicht bekommt, sprich vielleicht genug Nahrung?! Oder ist das Quatsch?!

Wisst ihr was mich verwirrt? Dass ich keine klare Meinung bzw. Richtung habe. Und das kenne ich nicht. Normal weiß bzw. merke ich in Bezug auf unsere Kinder sehr gut, was richtig oder eben nicht richtig ist. Ich spüre, ob sich eine Entscheidung gut anfühlt, oder nicht. Und aktuell, da weiß ich einfach nicht, was ich machen soll? Was ist das Beste für uns alle?

Eure Erfahrung?

Genau deswegen möchte ich gerne Euch um Rat bzw. Erfahrungen bitten. Natürlich ist jedes Kind, jede Stillgeschichte individuell, aber vielleicht habt ihr ja schlichtweg ein paar Worte, die passen? Die Mut machen, die Zuspruch geben oder auch einfach sagen „Frauke, reiß dich zusammen“. Ich bin offen für einen Austausch und gespannt, was ihr zum Thema „nachts Abstillen“ oder auch „bye bye Weiterschlafstillen“ sagt.

Danke!

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20 Kommentare

  • Antworten Tina 18. Juli 2018 um 8:25

    Liebe Frauke! Meine Tochter ist mittlerweile schon 5 Jahre alt und die Stillzeit dementsprechend lange her, aber da du um Meinungen bittest, teile ich dir meine sehr gerne mit. Ich glaube, dass die Entscheidung zum nächtlichen Abstillen die Richtige ist. Denn ich persönlich glaube nicht, dass der Augutbub nachts noch so einen immensen Hunger hat. Ich glaube er hat sich das mit dem Stillen eher „angewöhnt“, um zu überprüfen, ob du wirklich noch da bist. Wie komme ich darauf? Meine Tochter war eine wahnsinng schlecht Schläferin. Und wir haben wirklich alles versucht, damit sie schläft und wir auch Schlaf bekommen. Wirklich alles! Nur auf eines sind wir erst sehr spät gekommen. Sie einfach in ihr eigenes Bettchen zu legen und sie dort auch zu lassen. Wie meine ich das? Wenn sie nachst geweint hat, sind wir hingegangen, haben sie getröstet und gestreichelt – aber und das war wirklich ganz wichtig, wir haben sie nicht hochgenommen. Und nach ein paar Nächten war es „durchgestanden“. Sie hatte anscheinend verinnerlicht, dass wir für sie da sind, wenn sie weint und das sie beruhigt weiterschlafen kann. Das war wirklich für uns alle eine enorme Erleichterung. Sie war ausgeglichener und wir auch. Ich wünsche dir, dass sich euere Schlaf/Stillprobleme ganz schnell lösen.

    Liebe Grüße
    Tina

    • Antworten Susanne 19. Juli 2018 um 9:48

      Hallo Frauke,

      ich schließe mich den anderen Damen an. Mein kleiner Sohn hat sich mit 11 Monaten selbst abgestillt. Davor haben wir schon sehr früh (mit 4 Monaten) begonnen, die Abendflasche mit Pre-Milch zu geben, weil er einfach satter war. Nachts habe ich dann einmal gestillt und gut wars. Die Nuckelattacken lassen sich auch mit abgekühlter Premilch gut abfangen.
      Tagsüber war es dann viel entspannter, wenn die Mama nicht hundemüde durch die Wohnung gewackelt ist…

  • Antworten Jenny 18. Juli 2018 um 8:54

    Hallo Frauke, wir hatten exakt die gleiche Situation. Einschlafen nur durch Trage, Wagen, Stillen, nachts stündlich wach und nur durch kurzes Stillen wieder einschlafen. Ich stand vor der gleichen Entscheidung und habe mich auch sehr schwer getan (gebe ich ihm jetzt nicht das was er braucht „nur“ weil ich wieder besser schlafen möchte?). Letztendlich hat mir auch der Kinderarzt bestätigt – die aktuelle Situation war weder für mich noch für ihn gut, da er einfach kaum nich Tiefschlafphasen hatte, die so wichtig sind für die Entwicklung. Wir haben dann den Knackpunkt rausgearbeitet: er muss alleine einschlafen lernen, das ist das Problem. Er kommt nachts in leichtere Schlafphasen und schafft es nicht sich selbst wieder in den tieferen Schlaf zu bringen weil er dafür die Brust braucht. Wir haben es dann wirklich durchgezogen, ihn abends wach hingelegt, sind bei ihm geblieben, haben ihn gestreichelt, aber nicht mehr aus dem Bett genommen. So hatten wir 2 anstrengende Nächte mit viel Wutgeheule, aber dann war es vorbei. Er schlief relativ sofort 4-5 Stunden am Stück und inzwischen schläft er durch. Und auch tagsüber kann ich ihn hinlegen und er schläft einfach ein. Ein viel entspannteres Leben für uns beide! Ich frage mich inzwischen warum ich das nicht viel früher gemacht habe….

  • Antworten Iris Maya 18. Juli 2018 um 10:08

    Ach Mensch, das macht mich tatsächlich mit betroffen, auch wenn ich euch gar nicht kenne. Ich stille meine Große mit 2,5 noch, hatte aber eine ähnliche Phase wie du, in der sie nachts ständig kam. Generell hat sie bis sie 15 Monate war wirklich nur in der Trage oder an der Brust geschlafen oder halt kuschelnd im Bett (aufstehen und liegen lassen ging zu 80% schief), was unglaublich anstrengend war, aber da hatte ich auch nur ein Kind. Nachts abgestillt habe ich erst, als ich mit dem Brüderchen schwanger war, weil das Stillen so schmerzte.
    Da haben wir dann sehr schnell reduzieren können auf nur noch abends Einschlafstillen und dabei ist es auch geblieben. Zwischendurch trocken, jetzt halt wieder mit Milch. 😉 Ein paar Mal gab es Tränen, aber ich konnte sie immer gut mit streicheln und singen oder auch mal tragen beruhigen. ABER da war sie auch ein gutes halbes Jahr älter als dein Kleiner, das ist also schon was anderes denke ich.
    Du hast aber absolut recht – bedürfnisorientiert heißt nicht selber aus den Latschen zu kippen oder dass alle anderen unter den Bedürfnissen des kleinsten Familienmitglieds leiden müssen. Von daher würde ich, da ihr ja schon etliches versucht zu haben scheint, es mit dem nächtlichen Abstillen versuchen. Oder zumindest die Zeiten einschränken (von 24- 4 Uhr nicht stillen oder so). Ich hatte mals es bei uns schwierig war mal ein paar Artikel dazu gelesen und mir abgespeichert, auch wenn wir es im Endeffekt nicht gebraucht haben /ich mich anders entschieden hatte.
    Ich lass dir mal die Links da, auch wenn du sie vielleicht schon kennst:
    https://kindheitinbewegung.net/nachts-abstillen/
    http://www.happybabys-bindung.de/abstillen-nach-gordon/
    Und wegen Familienbett denke ich auch, dass sich alle wohlfühlen müssen. Bei uns geht es dank 2m, bzw theoretisch 2,70m Liegefläche noch sehr gut. 🙂
    Alles Gute euch! Bin sehr gespannt was du berichten wirst!
    LG Iris Maya

  • Antworten Hannah 18. Juli 2018 um 10:39

    Liebe Frauke, irgendwann, so mit knapp 1 Jahr hat mein großer genau das gleiche Verhalten an den Tag gelegt. Ich hatte allerdings tagsüber schon weitgehend abgestillt und nur noch in der Nacht gestillt. Nach ein paar Nächten quasi Dauerstillen hatte ich das Gefühl, dass die Milchproduktion massiv wieder angekurbelt wird und habe dann die Reissleine gezogen und einfach nicht mehr gestillt. Stattdessen getröstet, gewiegt, gesungen. Nach 2 Tagen war das fehlende Stillen kein Problem mehr. Allerdings schläft er immer noch nicht besonders, aber das ist eher sein Naturell …
    Also hab kein schlechtes Gewissen meiner Meinung nach!

  • Antworten Daniela 18. Juli 2018 um 16:49

    Liebe Frauke, ich kann mich meinen Vorrednerinnen nur anschließen… Wir hatten auch eine ähnliche Situation bei unserem Sohnemann (bezogen auf das Einschlafen). Ich würde an deiner Stelle auch nachts abstillen, da zwei Schlückchen nicht von Hunger zeugen sondern ihm dabei helfen wieder in den Schlaf zu finden. Du bist also in dem Moment ein menschlicher Schnullerersatz, sozusagen. Ich formuliere das bewusst so um dir zu sagen: Hab wegen deinen Überlegungen keine Schuldgefühle!!! Dein Sohn ist mittlerweile 11 Monate alt, keine 3 Monate oder so. Bedürfnisorientiert heißt doch auch die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder zu berücksichtigen, oder? Trau ihm diesen Schritt zu und entscheide dich in voller Überzeugung dafür es durchzuziehen. Er wird das spüren und dir dann folgen… Wenn du es versuchst und noch zweifelst wird es wahrscheinlich scheitern – so zumindest meine Erfahrung 🙂
    PS. Ich würde nachts für ein paaar Nächte aus dem Familienbett ausziehen (kein verführerischer Mama-Milch-Duft) und deinen Partner das beruhigen übertragen (gezielt ein Wochenende dafür aussuchen vielleicht). Ich habe mich damals vom Blog sarahplusdrei inspirieren lassen, sie hätten auch einen Dauerschnuckler glaub ich… Vielleicht hilft dir dieser Erfahrungsaustausch auch noch weiter 🙂

  • Antworten Sarah 18. Juli 2018 um 20:11

    Hallo liebe Frauke,
    ich war bei beiden Kindern in ähnlichen Situationen. Bei uns hat es beide Male geholfen, wenn sich mein Mann zwischen mich und das Kind gelegt hat. Quasi aus der „Nase“ aus dem Sinn 😉 .

    Liebe Grüße
    Sarah

  • Antworten Antje 18. Juli 2018 um 20:19

    Liebe Frauke,

    Ich habe auch zuerst nachts abgestillt und es ging problemlos- meine Tochter hat die Flasche geliebt, was länger satt und es gab endlich wieder Schlaf für mich! Einziger Wermutstropfen: meine Milch ging sehr schnell tagsüber auch zurück und wahrscheinlich habe ich dann nicht genug Geduld gehabt, aber tagsüber war stillen dann auch sehr schnell vorbei. Es war aber ok für mich und auch für die kleine – wie gesagt: sie fand die Flasche toll…

    Ich hoffe du findest einen guten Weg für dich ohne schlechtes Gewissen!

  • Antworten Maren 18. Juli 2018 um 20:24

    Liebe Frauke, unser Sohn ist knapp acht Monate alt und die Situation ist hier absolut identisch. Ich bin der lebende Nuckel. Mich graust es vor allem vor der Kita in einigen Monaten, weil er dort ohne mich schlafen lernen muss. Aber ich habe gerade mit einer guten Freundin gesprochen. Ihr Sohn ist inzwischen zwei Jahre alt und da lief es ganz genauso. Die Situation hat sich aber ohne Äußeres Zutun von alleine gelöst. Sie hat phasenweise genauso geflucht wie du und ich und viele andere hier, aber alles hat sich in Wohlgefallen aufgelöst. Ich denke auch, dass man tun muss, was sich für alle richtig anfühlt und abstillen keine Schande ist. Ich bin aber auch sicher, dass eine starke Löwenmama wie du auch diese Phase meistert und dann wird schnell alles vergessen sein. Dein Bauchgefühl wird dir schon den richtigen Weg weisen. Viel Kraft und alles Liebe!

  • Antworten Anja 18. Juli 2018 um 20:25

    Liebe Frauke,
    bei meinem Sohn war es ähnlich als er etwa neun Monate alt war. Er war nachts auch teilweise stündlich wach, hat ein paar Schlucke genommen und dann geschlafen. Mich hat das sehr mürbe gemacht. Ich habe ihm dann zu Beginn abgepumpte Milch aus der Flasche gegeben und festgestellt, dass er dann deutlich längere Zeit am Stück schläft. Die kleinen Trinkheiten waren also nicht ausreichend. Auf Dauer war mir das Abpumpen allerdings zu aufwändig und ich habe ihn nach und nach an Pre-Milch gewöhnt. Das hat auch eine ganze Weile gedauert, aber auf die Nächte hat es sich positiv ausgewirkt.
    Liebe Grüße

  • Antworten Jenny 18. Juli 2018 um 20:45

    Hallo Frauke!
    Ich kann sehr gut nachvollziehen, dass dir diese Entscheidung schwer fällt. Allerdings stillst du ihn ja wirklich tagsüber noch. Er wird sich da sicherlich alles nehmen, was er so braucht. Vielleicht ist das Abstillen nachts auch einfach ein Versuch wert. Wenn ihr damit überhaupt nicht klar kommt, kannst du die Situation ja wieder ändern.
    Mit meiner Tochter hatte ich auch so ein Nuckel-Dilemma. Nachts teilweise alle 30 Minuten und das 8 Wochen lang. Ich habe sie dann nachts abgestillt und es war wirklich kein großes Problem! Auch das Einschlafen nicht!
    Liebe Grüße!
    Jenny

  • Antworten Katharina 18. Juli 2018 um 20:49

    Hallo liebe Frauke,
    mein Kleiner ist auch ein Augustbub und auch bei uns gibt es zur Zeit ähnliche Gedanken. Auch wenn ich nachts bei weitem nicht so häufig gebraucht werde sind wir aktuell dabei das Einschlafstillen und vorallem das Einschlafschunkeln abzuschaffen. Es liegen 2 harte Abende hinter mir mit viel Gebrüll und Schimpfen. Tränen sind nicht wirklich geflossen, es war viel mehr ein lautstarkes Meckern. Aber er hat es beide Male geschafft „allein“ (wir lagen im großen Bett und ich habe gesungen und gestreichelt) einzuschlafen und ich hoffe sehr dass die kommenden Abende einfacher werden.
    Was bei uns allerdings vor ein paar Monaten enorm zur Schlafqualität beigetragen hat, war das „Ausquartieren“. Bis dato schlief J. mal im beistellbett mal bei uns. Als er mobiler wurde bekam ich Angst dass er stiften geht und wir haben sein Bett losgelöst in eine Ecke des Zimmers geschoben. Seitdem sind seine Schlafphasen viel länger geworden und auch wir können wieder besser schlafen.
    Das sind jetzt natürlich nur unsere Erfahrungen. Aber ich schließe mich meinen Vorschreiberinnen an und denke es ist wichtig die gesamte Familie zu betrachten und der Bub hat am Ende auch mehr von einer fitten Mami 🙂

    Liebe Grüße Katharina

  • Antworten Julia 18. Juli 2018 um 21:11

    Puh, was du gerade durchmachst kenne ich auch sehr gut (leider von beiden Kindern) und es ist wirklich verdammt hart aller 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen zu werden! Ich finde toll, dass du dir so viele Gedanken machst, und egal wie du dich entscheidest, dein gutes Reflektionsvermögen wird es zu einer guten Entscheidung für euch machen!

    Die Altersabstände unserer Kinder sind ähnlich. Unseren Sohn habe ich fast 2 Jahre gestillt – weil er es brauchte! Einschlafen und Weiterschlafen ist auch jetzt, ein Jahr später, „ausbaufähig“. Er hat Stunden zum Einschlafen gebraucht und wurde nachts auch bis zu alle 30 Minuten wach/ bzw. hatte „Nachtschreck-Schreiphasen“ die teilweiße über eine Stunde dauerten und in denen nur Pezziballhüpfen und Stillen half. Auch am Tag schlief er nur im Tuch unter Bewegung und wehe es gab eine Veränderung oder ein zu lautes Geräusch. Ich hatte immer das Gefühl er leidet und kann sich nicht beruhigen. Wir haben Rat bei einem Heilpraktiker gesucht der uns (in unserem speziellen Fall) extrem weitergeholfen hat. Mit der Zeit gelang es ihm, sich besser zu regulieren und sein Schlaf wurde ruhiger- am Stillverhalten habe ich nichts geändert. Mit 1,5 Jahren hat er dann das erste Mal 4h am Stück geschlafen. Gestillt wurde er zu diesem Zeitpunkt nur noch nachts (Er hat schon als Baby gern und viel gegessen und Sattwerden war nicht unser Problem.). Ich habe dann zuerst das Einschlafen ohne Stillen mit ihm geübt/ bzw. überhaupt erstmal das Liegenbleiben . Als er das dann gelernt hat, konnte ich ihn manchmal nachts zum Weiterschlafen bringen indem er auf mir drauflag und ich gesungen habe. Irgendwann habe ich ihm dann erklärt, dass ich ihn nicht mehr stillen möchte. Das hat er überraschend gut verstanden (wir waren beide traurig, aber es hat sich richtig angefühlt). Ab diesem Zeitpunkt schlief er wesentlich länger. Mit nun fast 3 schläft er mehr Nächte durch als er nachts (manchmal noch stundenlang) wach ist. Seit 6 Monaten ist seine Schwester auf der Welt. Ich habe das Glück, dass mein Mann die Nächte mit dem Großen übernehmen kann und ich mit der Kleinen schlafe. Wir würden gern zusammen im Familienbett schlafen, aber da die kleine Maus im ersten viertel Jahr auch nachts stundenlang schrie, ist es besser so für uns alle. Ihre längste Schlafphase in der Nacht ist 2h lang und sie möchte mancvmal die ganze Nacht einfach nukkeln. Trotzdem fühlt es sich bei ihr völlig anders an und ich denke sie wacht tatsächlich nur auf um kurz Mama zu tanken. Sonst ist sie deutlich entspannter als ihr Bruder und ich denke sie wird irgendwann ganz von allein länger schlafen oder lernen zu schlafen wenn ich nicht neben ihr liege oder sie am Tag im Tuch trage. Bisher habe ich noch/wieder das Gefühl ich kann das leisten und schaffen. Wenn irgendwann die Zeit zum Abstillen kommt dann werde ich mir in meinem Entschluss sicher sein (falls es von mir ausgeht)- weil es sich dann richtig anfühlt und man als Mama ein Gespühr für seine Kinder hat.

    Aber man muss auch „funktionieren“ und hat eine große Verantwortung zu tragen und es sollte daher ,für alle Mütter, keine Schande sein auf sich zu achten und sich , wenn nötig, zu „entlasten“/ zu schützen (mit welchen Maßnahmen auch immer). Darum würde ich nie über eine Mutter urteilen die beschließt Abzustillen/ ihr Baby im eigenen Bett schlafen lässt/ etc. .

    Liebe Grüße,
    Julia

  • Antworten Diggidi 18. Juli 2018 um 21:23

    Hallo liebe Frauke,
    du weißt ja unsere Geschichten sind nahezu identisch 🙂 die nun schon öfters genannte Methode a la Kind nicht aus dem Bett nehmen wenn es weint, ist abstillen Nacht gordon, er empfiehlt es aber erst nach 1 Jahr. Mir graut es vor der Zahnphase ohne das Zaubermittel Brust , denn wir Haven noch keinen einzigen.
    Wir sind ja auch gerade umgezogen, aber unter einem Jahr ausquartieren kam für mich nicht kn Frage und hatte sich keine Lust so oft aufzustehen. Aber ich habe schon oft gehört, dass es mit einem Geschwisterchen super klappt.
    Ich Haxe es zweimal versucht, mit trösten tragen etc, er war so in Rage , ich für meine Teil halte das nxiht lange aus.
    Ich habe auch ist gelesen, dass es der Schlüssel zum Erfolg ist wenn Papa übernimmt, hier aufgrund von Schicht Arbeit leider nicht möglich.
    Aber wir wollen mal testen, er auf Papa Seite u mir zu mir wenn es garnicht anders geht.

  • Antworten Sarah 18. Juli 2018 um 23:41

    Hallo Frauke,

    Wir sind zwar noch nicht so weit (der Bub ist erst 6 Monate), aber ich lese mich schon in viele Still- und Entwicklungsthemen ein.

    Man mag zwar davon halten was man will, aber so weit ich mitbekommen habe, ist gerade um den ersten Geburtstag nochmal ein riesiger Entwicklungsschub nach „oje ich wachse“. Da könntet ihr schon mitten drin stecken, was die aktuelle Situation erklären würde. Noch dazu der bevorstehende Umzug, kann dem zwerg ordentlich zu schaffen machen.

    Natürlich ist es auch wichtig, dass Mama fit ist, besonders bei zwei Kindern, wenn man auch nicht die Möglichkeit hat, sich tagsüber mal auszuruhen. Vielleicht hilft es, wie schon erwähnt, dass der Papa dazwischen liegt oder aber, dass vielleicht Papa und j-boy eine zeitlang ein Männerlager beziehen und zumindest die beiden ruhiger schlafen können. Ich bin also pro weiter stillen (wir können aber gerne in 5 Monaten nochmal drüber sprechen ob ich dann genauso denke ).

    Aber wie du dich letztendlich entscheiden wirst, es wird für euch das richtige sein!

  • Antworten Eva 19. Juli 2018 um 8:06

    I feel you! Wir hatten auch über mehrere Monate hinweg eine „Phase“ in denen der kleine Mann nachts (und das schon ab dem abendlichen Ins-Bett-Bringen) im Stundentakt gestillt werden wollte. Ich habe in der Zeit immer gehofft, dass es von alleine vorüber geht, aber als alle Kraftreserven bei mir endgültig aufgebraucht waren (mit ca 14 Monaten) haben wir den Entschluss gefasst langsam nachts abzustillen. Wir haben gelesen und gegrübelt und dann entschieden, der Papa würde das liebevolle abstillen nachts übernehmen. Wir schmiedeten einen „Plan“, angelehnt an das 10-Nächte-„Programm“ der Seite Stillkinder, in Kombination mit einem Wecker (Melodie…) die ertönen sollte, um unserem Sohn ein Signal an die Hand zu geben, wann wieder gestillt werden „durfte“, erklärten ihm am Abend alles… Wie das so ist mit den Plänen und den Kindern 😉 kam ab der ersten Nacht alles anders: für mich fühlte es sich falsch an, nicht selbst „Schluss zu machen“. Und so übernahm ich und siehe da – nach zwei tränenreichen aber liebevoll begleiteten Nächten, schlief er plötzlich mehrere Stunden am Stück durch. Im Nachhinein glaube ich, es war gar nicht mal so sehr Hunger/Durst/Nähebedürfnis, sondern er fand einfach ohne Brust einfach nicht mehr in die nächste Schlafphase und musste das erst wieder lernen. Der Rhythmus pendelte sich dann so ein, dass ich ihn erst beim aufwachen in den frühen Morgenstunden (gegen 4/5 Uhr) wieder stillte und das war für uns beide schön so…

  • Antworten Livia 19. Juli 2018 um 9:12

    Liebe Frauke

    Ich habe keine Kinder und kann dir bezüglich Stillen nur Geschichten aus meinem Umkreis erzählen, weshalb ich das ganz lasse.
    Aber: bitte denk nie, du könntest egoistisch sein und handeln. Nie. Ich erlebe das so oft: gerade Frauen, welche mehrheitlich zuhause sind, vergessen sich oft selber. Freundinnen von mir mutieren zu Mama-Zombies und lassen sich von der Gesellschaft und den anderen, oft neidischen und vergrämten Frauen in ihrer Familie oder ihrem Freundeskreis, verunsichern. Aber nur eine glückliche und einigermassen entspannte (und ausgeruhte) Mutter, ist auch eine gute Mutter. Und du darfst genau so sehr im Zentrum stehen, wie deine Kinder. Da du schon so viele Faktoren schilderst, welche die ganze Familie betreffen, handelst du so oder so nicht egoistisch, sondern siehst bereits das grosse Ganze. Egal, welche Lösung du am Schluss findest, es wird die richtige sein, die für euch passt. Ganz egal, was andere dazu sagen.

    Weiterhin alles Gute
    Livia

  • Antworten Sarah 19. Juli 2018 um 12:18

    Liebe Frauke,
    du hast ja schon viele Kommentare bekommen und auch ich kenne ganz ähnliche Situationen. Unser Kleiner ist mittlerweile 2 Jahre alt, ist auch ein sehr ausgeprägtes Stillkind und das positive ist: das Schlafverhalten hat sich im Laufe der Monate „von ganz alleine“ verbessert bzw. verändert. Die Phase mit dem permanenten Aufwachen und Stillen hatten wir auch, sogar mehrfach. Aber irgendwann ging es besser. Uns hat tatsächlich geholfen, dass Papa das zu Bett bringen und das erste Trösten beim Aufwachen übernommen hat. Da war unser Kind aber schon über 1 Jahr alt. Meine Erfahrung ist, dass Kinder (und Familien) wirklich sehr verschieden in ihren Bedürfnissen sind und man Tipps nur eingeschränkt übertragen kann. Für uns war Streicheln, Tragen etc. statt stillen einfach keine Option, da der Protest so riesig war, das wollte und konnte ich nicht aushalten, nicht mal für eine Nacht, da es sich für mich nicht richtig angefühlt hat. Dein Gefühl wird sich bestimmt noch einstellen und dann wird es eine gute Entscheidung sein! LG

  • Antworten Doris 19. Juli 2018 um 18:56

    Hallo Frauke, ich habe mit meinen kleinen Mann aktuell das gleiche Problem und habe auch schon überlegt abzustillen. Aber genau wie du glaube ich, dass er es eigentlich noch braucht. Im Internet bin ich auf 1001 Kindernächte gestoßen und es hat mich sofort angesprochen. Das werde ich bevor ich abstille zuerst versuchen. Vielleicht ist das auch was für dich? LG

  • Antworten Tine 20. Juli 2018 um 9:23

    Liebe Frauke,
    so viel Input, den du jetzt erstmal für dich sortieren soltest. Aber auch ich kann zum nächtlichen Abstillen in deiner Situation nur raten.
    Meine Kleine war bis sie 11 Monate alt war keine gute Esserin und so wurde sie quasi bis dahin noch voll gestillt. Dann kam die Kita-Eingewöhnung und ich musste sie zumindest tagsüber abstillen und plötzlich, vielleicht weil alle Kinder gemeinsam aßen, entpuppte sie sich zu einen kleinen „Fressmaschine“. Nachts war ich allerdings noch nicht bereit loszulassen. Bis zu dem Punkt an dem ihr jetzt seid. Alle 30-Minuten nachts nuckeln und was mich zusätzlich noch wahnsinnig gemacht, ein ständiges Krabbeln und Kneifen im Ausschnitt (da war sie 14 Monate). Ich glaube, da auch ich dann bereit war nachts abzustillen ging es „im Nachhinein betrachtet“ dann auch so problemlos. Hör auf dein Inneres. Willst du wirklich abstillen oder ist das grad nur eine Phase. Weil ich fest der Meinung bin, nur wenn du das auch! wirklich willst, wird es funktionieren.

    Ein Tipp der evtl dabei helfen kann. Ausquartieren! Und zwar das Kind. Das klingt so grob, aber gewöhnt den Augustbub doch ganz langsam dran. Ich hab mich am Anfang immer mit in ihr Bett gelegt. Und sie dort in den Schalf gestillt. Wichtig war, dass sie abends genug gegessen hat. Ob Milch oder Brei oder Brot, ganz egal. Und wenn sie dann nachts wach wurde, hab ich sie kurz in den Arm genommen, raus aus dem Bett, geknuddelt, hab ich ihr die Wasserflasche angeboten und den Schnuller gegeben und dann wieder hingelegt. Das hat komplett ohne Geschrei funktioniert. Keine Tränen. Sie konnte sich so an ihr neues Bett langsam in meiner Gegenwart gewöhnen und daran dass sie zwar nicht nachts neben mir aufwacht, aber ich sofort da bin, wenn was ist und sie tröste. Ich würde davon abraten Premilch einzuführen, wenn du es noch nicht getan hast. Wenn dein Bub sich tagsüber, ob durchs stillen oder feste Nahrung satt genug isst, dann braucht er nachts nichts zu essen. Brauchen wir ja auch nicht. Wasser reicht und ihr spart euch n Haufen Arbeit nachts! (Tipp meiner Kinderärztin und hat funktioniert). Sie hat übrigens ab der ersten Nacht in ihrem eigenen Bett dann direkt mal 7 Stunden durchgeschlafen. Und heute mit 1 1/2 Jahren schafft sie die 10 Stunden locker.

    Egal, wie du/ihr euch auch entscheiden werdet. Es kann nicht falsch sein. Denn du bist die Mama und du fühlst was richtig für den Kleinen ist. Und für dich. Vergiss dich nicht! Alles Liebe. Ich drück die Daumen und denk an dich!

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