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Umzug mit Kindern – So bereitest du deine Kinder gut darauf vor

29. August 2018

Umzug, Kinder, Zuhause, Eingewöhnung, Abschied, Tipps, Neuanfang, Kisten packen, integrieren

Nur noch wenige Tage, dann steht er an, der erste Umzug mit Kindern. Und ja, es ist etwas ganz anderes, als damals, vor ein paar Jahren. Als der Ehefreund und ich aus unserer ersten, gemeinsamen Mietwohnung in die erste, gemeinsame Eigentumswohnung gezogen sind. Ohne Kinder. Klar, stressig war es damals auch und vor allem super aufregend. Wir waren voller Vorfreude und Tatendrang. Die Kisten waren schnell gepackt und beim Schweden wurde Ausschau nach neuen Möbeln gehalten. Mit Hilfe meiner Eltern haben wir die neue Wohnung an einem Wochenende gestrichen und das Einleben, das gelang uns besser als gut. Endlich mehr Platz, mehr Licht, Balkone und die Gewissheit, dass die monatliche Miete nicht mehr „einfach weg“ ist.

Wir lieben unsere Wohnung in der Stadt – Dennoch gibt es ein Umzug mit Kindern

Die letzten Jahre haben wir uns hier unheimlich wohl gefühlt. Nicht nur, dass wir sehr verliebt in unsere vier Wände sind, auch die Lage ist einfach top. In der Stadt und dennoch im Grünen. Das haben wir vor allem dann zu schätzen gelernt, als unser erster Sohn auf die Welt kam. Der Park und sämtliche Grünflächen wurden täglich unsicher gemacht. Mit steigender Mobilität wurden wir dann schließlich auch zu absoluten Spielplatzgängern. Ich kann euch sagen, ich wusste bis zu diesem Zeitpunkt nicht, hinter welchem Haus und in welcher Straße sich überall Rutschen, Sandkästen und Co. verstecken. Dafür bekommt man meist erst als Eltern einen Blick. Und vor allem dann, wenn man daheim keinen Garten zum Auspowern der Kinder hat.

Was uns gefehlt hat – Warum wir umziehen

Und so haben wir die letzten Monate gemerkt, dass uns nicht nur ein Garten unheimlich fehlt (Türe auf, raus. Ohne vorher immer alles einpacken zu müssen…), sondern auch einfach mehr Platz. Denn mit der Geburt des zweiten Buben wurde es dann doch etwas eng. Ca. 90 Quadratmeter, verteilt auf zwei Ebenen. Zwei Zimmer, ansonsten alles recht offen. Kein wirklicher Eingangsbereich, sondern direkt ein Fuß in der Küche (hier entstanden auch die zahlreichen Spiegel Selfies auf Insta ;)), null Komma null Platz für Jacken, Schuhe und sonstiges Gedöns.

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Wir haben uns auf die Suche gemacht!

Auf die Suche nach einem Haus, einem Bauplatz oder was auch immer. Wir konnten uns eigentlich alles vorstellen. Ein Haus bauen, ein Haus renovieren. Alleine, gemeinsam mit meinen Eltern. In Karlsruhe, um Karlsruhe herum. Wichtig war mir eine gute Infrastruktur und die Nähe zur Familie.

Klingt gar nicht so festgelegt und schwer, war es aber doch. Wir haben ewig gesucht. Zig Häuser angeschaut, uns für Bauplätze regelrecht angebiedert. Flyer mit „Wir suchen“ in, für uns in Frage kommenden Ortschaften, verteilt. An fremden Haustüren geklingelt (Danke Mama!) usw.. Schlussendlich war es mehr als Glück, dass wir im April 2017 beim Notar saßen und uns seitdem Eigentümer eines Hauses nennen dürfen.

Renovierst du noch oder wohnst du schon?

Nachdem der Mieter ausgezogen war, haben wir direkt mit den Renovierungsarbeiten begonnen und blieben von diversen „Oh Schreck“ Momenten nicht verschont. Mehr dazu vielleicht ein anderes Mal, aktuell kann und möchte ich dazu noch nicht öffentlich Stellung nehmen.

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Umzug mit Kindern

Seit wir am renovieren sind, wurde das Thema Haus und Umzug auch für unsere Kinder präsent. Immer wieder fahren wir mit ihnen zu unserem Häuschen. Wir sehen nach dem Rechten, werkeln gemeinsam ein wenig im Garten und feiern dort auch ganz besondere Tage.

Gerade für unseren dreijährigen Sohn ist die aktuelle Situation nicht einfach, denke bzw. merke ich. J.Boy ist derzeit manchmal eine kleine oder auch größere Herausforderung für uns  – und vor allem auch für sich selbst. Unzufriedenheit, Wut, Trotz, „Stimmungsschwankungen“, Krisen oder auch Aggressionen, hier ist alles (fast immer) an der Tagesordnung. Im Wechsel mit großer Vorfreunde und verbunden mit extremer Unsicherheit. Kein Wunder und absolut verständlich – auch wenn es mir natürlich des öfteren den letzten Nerv raubt. Einen Nerv, von denen es auch bei uns Großen momentan nicht mehr so viele gibt.

Und so kommen ich jetzt auch schon an den Punkt, an welchem ich Euch gerne mitteilen möchte, was ich für wichtig und sinnvoll halte, um (kleine) Kinder gut auf einen Umzug vorzubereiten. Denn, das halte ich für enorm wichtig. Ein gewohntes Umfeld zu verlassen ist ein emotionales Auf und Ab für alle.

Umzug mit Kindern – So bereitest du deine Kinder gut darauf vor
  1. Verständnis zeige – Zeigt Verständnis für die Sorgen und auch Launen eurer Kinder. Für uns Eltern ist so ein Umzug meist gepaart mit viel Stress und Aufregung. Wie das nur für Kinder sein mag? So viel Neues, Unsicherheit – und dann auch noch hibbelige, nervöse Eltern (mit dünnem Nervenkostüm). Unsere Kinder haben die feinsten und besten Antennen, sie spüren alles.
    Da kann es durchaus mal passieren, dass kleine „Entwicklungsrückschritte“ gemacht werden. Das ist erstmal kein Grund zur Sorge. Unser Sohn beispielsweise war quasi Schnuller frei – und nun, nun braucht er ihn nachts wieder ganz, ganz dringend. Wir lassen ihn. Wir lassen ihm diesen „Anker“ und starten einen neuen Versuch, wenn wir im neuen Heim gut angekommen sind.
  2. Nur über Konkretes sprechen – Ich würde empfehlen, nur dann über einen Umzug zu sprechen, das Ganze zu thematisieren, wenn alles dingfest ist. Nicht heute „wir ziehen wahrscheinlich in das Haus“ und morgen dann „wir ziehen nicht in das Haus, sondern…„. Bei uns hat es sich, denke ich, zudem bewährt, dass wir nicht schon vor einem Jahr begonnen haben, über den bevorstehenden Umzug zu reden. Sondern erst, seitdem wir das Haus (regelmäßig) auch betreten können. Anders wäre das Alles für unseren Sohn zu abstrakt gewesen.
  3. Aufklären  – Absolut wichtig erachte ich es, dass wir unsere Kinder aufklären. Für uns Erwachsene ist so vieles logisch. Klar, wir packen unser Hab und Gut in Kisten und nehmen alles, was uns lieb ist und was wir noch brauchen, mit. Für Kinder ist das aber erstmal gar nicht so logisch. Und so war ich kurz verwundert, als mich unser dreijähriger Sohn vor ein paar Wochen gefragt hat, ober wir denn auch seine Spielsachen mit ins neue Haus nehmen. Als ich ihm das bejaht habe, habe ich richtig gemerkt, wie ihm eine Stein vom Herzen geplumpst ist. Direkt kamen weitere Fragen wie „und nehmen wir auch mein Bett mit?„, „... und sogar mein Laufrad?„…
    Ja, Dinge bzw. Umstände, welche für uns Eltern total klar sind, sind es für die Kleinen absolut nicht. Hier kann es auch eine tolle Unterstützung sein, ein einsprechendes (Bilder-) Buch mit den Kindern anzuschauen. Wir lesen seit einiger Zeit beispielsweise „Mäuschen zieht in ein neues Häuschen“*.
  4. Die Kinder einbeziehen  – Steht der Umzug vor der Türe, macht es in meinen Augen viel Sinn, die Kinder einzubeziehen. Klar, meist ist es einfacher, die Kinder (wenn möglich) von Freunden, Omas und Co. betreuen zu lassen, damit man in Ruhe und schnell packen kann. Aber, werden Kinder in den Umzugs-Prozess integriert, wird für sie alles greifbarer und realer. Ein paar Spielsachen in die Kiste packen lassen oder auch zwei, drei Pinselstriche im neuen Haus – unser Sohn ist mit viel Elan dabei (…und räumt manchmal auch schneller wieder die Kisten aus, wie ich schauen kann). Besonders auch dann, wenn wir im neuen Garten stehen und er mit seinen eigenen Gartengeräten helfen darf. Ebenfalls stets ein großes Highlight, der Baumarktbesuch mit dem Papa. Ja, egal ob Kisten packen, streichen, Baumarktbesuche oder einfach hier und dort ein bisschen werkeln – dabei sein ist alles :).
  5. Die neue Umgebung erkunden – Vor dem großen Tag X sollten die Kinder ihre neue Umgebung im besten Falle schon ein wenig erkundet haben. Das geht natürlich nicht immer, vor allem nicht dann, wenn man sehr weit weg zieht. Bei uns war es jedoch kein Problem und so haben wir die Kinder (vor allem den „Großen“) immer mal wieder mit ins neue Haus genommen. Aber nicht nur dort waren wir, sondern auch ums Haus herum. Wo ist der nächste Spielplatz (denn auch wenn wir jetzt einen Garten haben, werden ich um diverse Besuche wahrscheinlich nicht herum kommen ;))? Wie kommen wir in Zukunft zum Kindergarten? Wo können wir bald einkaufen?
  6. In Kontakt mit alten Freunden bleiben – Damit der Abschied nicht so schwer fällt, finde ich wichtig mit den Kindern zu besprechen, dass die „alten Freunde“ nicht aus der Welt sind. Ich versichere unserem Sohn immer wieder, dass er auch in Zukunft seine Freunde sehen kann.
  7. Turnen, musizieren oder malen/ Hobbys  – Ist dein Kind beispielsweise bisher gerne ins Turnen gegangen, so macht es Sinn, sich im Vorfeld des Umzugs schon mal auf die Suche nach einem Sportverein in der neuen Heimat zu machen. Wir haben auf jeden Fall schon mal festhalten, wo unser Racker in Zukunft hüpfen, springen und klettern kann. Und darauf, darauf freut er sich schon sehr!
  8. Gute Organisation beim Packen – Ich finde es super hilfreich, beim Packen der Kisten auf eine gute Ordnung bzw Beschriftung zu achten. So können wir nach dem Umzug direkt die wichtigsten Dinge (Lieblingsbuch, „das“ Spielzeugauto, „das“ Handtuch…) der Kinder finden und auspacken. Mir ist es ein Anliegen, dass sich meine Kinder so schnell wie möglich einleben und wohlfühlen können. Da lasse ich das Arbeitszimmer gerne einige Wochen im Chaos versinken…
  9. Das alte Zuhause verabschieden – Wir werden mit unseren Kindern ganz zum Schluss nochmals durch die jetzige, dann leere,  Wohnung laufen und allen Zimmern „Tschüss“ sagen. Das erachte ich für unseren dreijährigen Sohn als unheimlich wichtig.
  10. Der Umzugstag –  Chaos und Stress sind vorprogrammiert. Denn auch mit Umzugsunternehmern werden meine Nerven wahrscheinlich blank liegen. Klappt alles? Bleibt alles ganz? Sind die Kids gesund und bei Laune? Wir haben vor unsere Kinder von den Omas betreuen zu lassen, den Großen aber dennoch nicht ganz „außen vor zu lassen“. Sprich, er wird dabei sein, wenn der Lastwagen anrollt und vielleicht auch helfen, eine Kiste ins Häuschen zu tragen.
  11. Priorität: Kinderzimmer – Das neue Kinderzimmer, sowie das Schlafzimmer, werden die oberste Priorität haben. Hier möchten wir, wie bereits erwähnt, so schnell wie möglich für ein heimeliges Gefühl sorgen.
  12. Traurigkeit und Abschiedsschmerz zulassen  – Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass unsere Buben besonders in den ersten Tagen einiges vermissen werden. Gerade der Große braucht doch immer wieder ein paar Tage, um sich in einer neuen Umgebung/Situation einzuleben und anzukommen. Hier finde ich es sehr wichtig, dass auch Traurigkeit und Abschiedsschmerz Raum bekommen und nicht bagatellisiert werden.  Gewohntes loslassen und offen für Neues zu sein, das ist nicht immer einfach und kann Zeit brauchen.
  13. Spaß, Spiel & Spannung Dank Umzug – Und zu guter Letzt noch eine kleine, lustige DIY Idee. Aus Kartons kann man wunderbar mit den Kindern Autos, Tiere oder auch Häuser bauen. Das macht mit Sicherheit viel Freude und schließt den Umzug mit viel Spaß ab :). Wir haben vor nicht all zu langer Zeit beispielsweise Dinos aus Pappe gebastelt. Weitere Ideen findet ihr auch auf meiner Pinnwand „DIY: Bastelideen mit und für Kinder„.

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Seid ihr auch schon mal mit kleinen Kindern umgezogen? Dann hinterlasst mir bzw. uns gerne Eure Tipps und Erfahrungen!

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1 Kommentar

  • Antworten Vroni 2. September 2018 um 11:58

    Guten Start im neuen Heim 🙂

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