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Renovierst du noch oder wohnst du schon?

10. Juni 2018

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Das Haus ist ein Traum. Freistehend, toller Garten, super Größe, top Lage und das Beste, vor ein paar Jahren kernsaniert. Da muss man echt nicht viel machen. Vielleicht alles mal neu streichen und die Bäder… die sind schon von der Sorte super hässlich…„.
So, oder so ähnlich, waren die ersten Worte, welche wir über unser Haus verloren haben. Fragt man uns heute, ein paar Monate später, klingt die Antwort so: „Das Haus ist ein Traum. Freistehend, toller Garten, super Größe, top Lage, Energieeffizienz top. Wir machen die Bäder neu, lassen alles streichen, reißen das zusätzliche Gäste WC raus, bekommen eine neue Küche, eine neue Haustüre, neue Fliesen im Eingangsbereich, eventuell wird ein bisschen Elektrik gemacht und ach ja, einigen Holzdecken sagen wir bye bye… ah und den Garten, den gehen wir dann 2019 an„.
Unsere To-Do Liste wird immer länger und die Frage nach dem wann ist Schluss“ bzw. „wann ist das Limit erreicht“ wird so langsam präsent. Denn machen kann man bei einem Haus ja IMMER was. So ein Haus, das ist ein Projekt, das ist uns durchaus bewusst. Dennoch möchten wir gerne viele Arbeiten jetzt machen lassen, wo wir noch nicht drin wohnen und eh schon eine Großbaustelle haben werden.

Renovierst du noch oder wohnst du schon?

All diejenigen, die schon mal ein Haus renoviert haben, werden dieses Phänomen nur zu gut kennen. Mit jedem Mal, wo man das Haus betritt fallen einem neue Dinge auf, welche man ändern möchte oder auch sollte. Waren es bei uns anfangs also nur die „Design Bäder“ (blau-weiß quergestreift, plus jede dritte Fliese mit Blumenmuster versehen – ja, alles Geschmacksache), von welchen wir uns auf jeden Fall verabschieden wollten, ist es nun eine ziemlich lange Liste geworden. Nein stopp, ich muss es richtig formulieren. Der Ehefreund hat, wie man das eben so macht, eine Excel Tabelle erstellt:

  • Welche Handwerker benötigen wir
  • Wo haben wir Angebote eingeholt
  • Welche Handwerker wollten uns ein Angebot machen
  • Von welchen Handwerker haben wir nie eine Antwort erhalten
  • Welche Angebote sagen uns zu
  • Vergleich der Angebote
  • Erteilte Zuschläge
  • Zeitraum der Ausführung

Fragt nicht, ich steige da tatsächlich nicht mehr durch und bin sehr froh, dass der Ehefreund neben roten und weißen Blutkörperchen auch Excel-Körperchen hat.

Die Renovierung kann beginnen:

Auch wenn wir nun schon einige Monate Besitzer des Hauses sind, so werden wir doch erst Anfang Juli mit den Renovierungsarbeiten beginnen. Aus einem ganz simplen Grund, aktuell ist unser Haus noch vermietet. Wenn die Mieter draußen sind geht es los.
Nicht ganz so optimistisch, was unseren Zeitplan für all die Arbeiten betrifft, aber mit jeder Menge Hummeln im hintern fiebere ich dem 01.07. entgegen.

„Lass mal machen…“

Lass mal machen und zwar von Handwerkern. Zugegeben, wir sind nicht die typischen, ambitionierten Neu-Hausbesitzer. Und das meine ich mit keiner Silbe negativ! Ganz im Gegenteil, ich finde es toll und vor allem beeindruckend, wenn man in fast alleiniger Regie ein „altes“ Haus neu aufpoliert. Da der Ehefreund beruflich jedoch viel um die Ohren hat, wir aber so schnell wie möglich ins Häuschen einziehen möchten, haben wir uns dazu entschieden, die meisten Renovierungsarbeiten von Handwerkern machen zu lassen. Bäder, Küche, Boden, streichen, Haustüre, Wände einreißen und Co. – ich hoffe (!!!) dass wir für all die Bereiche die optimalen, zuverlässigen und guten Handwerker gefunden/ausgewählt haben. Denn ganz so einfach war das nicht…

„Wie, Sie hatten einen Termin mit Herrn XY? Also der – ähmmmm, der ist gerade in Pause… ich? Ne, ich kenne mich da nicht aus…“

Nur einer von vielen Sätzen und Texten, welche wir in den letzten Wochen zu hören und zu lesen bekommen haben. Da gibt es Firmen, welche nicht mal auf Mails antworten. Firmen, welche wohl kein Interesse daran haben, ihre Türen an den Mann zu bringen. Handwerker, welche trotz zig-maliger Nachfrage einem kein Angebot zukommen lassen. Angebote, welche mit Zahlen um sich werfen, dann aber essentielle Dinge, wie beispielsweise einen Kühlschrank in der Küchenplanung, vergessen. Oh ja, wir haben einiges erlebt die letzten Monate. Manchmal saßen wir nur noch kopfschüttelnd da und haben uns gefragt, was da los ist?!

Handwerker – Mangelware!

Was da los ist, ist uns eigentlich klar. Denn wir gehören mit dazu, zu dieser „Welle“. Es wird gekauft und gebaut wie nie. Eine top Situation für all die Handwerker, welche noch vor einigen Jahren um ihre Existenz bangen mussten. Ich gönne es wirklich jedem Installateur, Elektriker und Maler. Ehrlich. Endlich gibt es Arbeit und Aufträge in Hülle und Fülle. Nur leider fehlt der Nachwuchs. Wie oft haben wir gehört „wir finden einfach kein geeignetes Personal… nicht motiviert… keiner von den Jungen möchte das mehr lernen…„. Schade irgendwie, aber auch verständlich. Klingen viele der Berufe doch nicht wirklich attraktiv für die „Jungen“. Es muss sich also was tun, wie in so vielen anderen Berufsfeldern auch.

Check, check, check √

Trotz der teilweise schwierigen und vor allem langwierigen Suche nach Handwerksbetrieben, können wir nun hinter die meisten Punkte einen Haken setzen. Puh. Denn es gab auch eine ganze Handvoll an Firmen, welche wirklich super motiviert und engagiert waren. Denke ich da beispielsweise nur an unseren Ansprechpartner für die Küche oder auch die Haustüre. Leute vom Fach, welche uns so viele tolle Tipps gegeben haben. Welche sogar nicht davor zurück geschreckt sind zu sagen „das holen sie sich einfach im Baumarkt… drei Minuten, fertig und ein paar Scheine gespart„. Sowas finde ich ur-sympathisch, wenn auch absolut nicht selbstverständlich. Denn am Ende eines Arbeitstages möchte ja jeder etwas im Geldbeutel haben.

Let the Renovierungsshow beginn…

Die Spannung steigt nun also: wird unser Zeitplan so funktionieren wie geplant (natürlich haben wir diverse Zeitpuffer eingebaut)? Klappt alles? Oder gibt es, neben kleinen Problemen, auch richtig Große? Hier herrscht auf jeden Fall zwiespaltige Stimmung. Der Ehefreund, der Optimist, ist sich sicher das alles klappt. Der Pessimist (Hand hoch) – schweigt, noch.  Und dennoch hofft er sehr, dass er Ende August auf die Frage „renovierst du noch“ mit „nein, wir wohnen schon“ antworten kann.

Gerne halte ich Euch auf dem Laufenden… 

Auf Pinterest findet ihr bei Interesse einige Inspirationen, welche ich mir gemerkt habe. Einrichtung, Farben – hach, es gibt so viele tolle Ideen!

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5 Kommentare

  • Antworten Livia 11. Juni 2018 um 10:57

    Hallo liebe Frauke

    Das stelle ich mir alles sehr interessant und schon auch ein wenig magisch, aber natürlich auch anstrengend vor. Ich werde wohl nie in der Situation sein, ein Haus besitzen zu wollen und vor allem können, weil man sich dies in der Schweiz als junger Mensch, der keine Millionen scheffelt und vor allem auch ab und an mal reisen möchte, nicht leisten kann (und aufgrund der Hypothekenpolitik in der Schweiz auch schlicht nicht will) in meinem Berufsumfeld. Es ist aber aktuell auch gar kein Thema, da Sesshaftigkeit für uns in den nächsten 5 bis 10 Jahren nicht in Frage kommt.

    Trotzdem verfolge ich solche Berichte immer sehr gespannt und mag es allen gönnen, die sich diesen Traum verwirklichen. So ein Haus wird ja – wenn auch bereits bestehend – immer irgendwie ein bisschen neu geboren mit den neuen Besitzern und das ist einfach wunderschön und ich hoffe, dass ihr sehr viel Freude damit haben werdet.

    Deine Stories mit den Handwerkern klingen auf den ersten Blick amüsant, sind aber natürlich eigentlich ein tragisches Zeugnis für eine Branche, die es zwar nicht einfach hat, in denen aber leider auch ganz viele schwarze Schafe anzutreffen sind. Dass es an einigen Orten so schlimm ist, war mir nicht bewusst, bis viele aus unserem Bekanntenkreis in Deutschland plötzlich begannen, Häuser zu bauen und zu renovieren. Vor Jahren habe ich genau dazu ein Buch gelesen, das ich seitdem allen empfehle, die das Projekt „Haus“ starten und ich möchte es auch dir ans Herz legen weil es zugleich amüsant ist, aber auch wirklich tolle Erfahrungen schildert: „Ich glaube, der Fliesenleger ist tot“ von Julia Karnick, das lohnt sich definitiv.

    Viel Spass und alles Gute weiterhin
    Livia

    • Antworten ekulele 24. Juni 2018 um 12:26

      Liebe Livia,
      Dank für deinen tollen Kommentar und vor allem den Buch-Tipp. Meine Mama hat ihn gelesen und sich das Buch direkt heruntergeladen. Sie hats verschlungen und musste lachen 😀 Jetzt bin ich dran – oder doch lieber nicht. Ich habe gehört, dass es zu Wasserschäden kommt, davor graut es mir ja 😉
      Ganz liebe Grüße und schön, dass du unser Projekt gerne verfolgt, Frauke

      • Antworten Livia 19. Juli 2018 um 9:15

        Hallo liebe Frauke

        Das freut mich doch, dass deine Mama das Buch so gerne gemocht hat. Vielleicht liest du das Buch im Nachhinein oder lässt die Stelle mit dem Wasserschaden weg. Amüsant ist es aber allemal, wenn man es nicht gerade selber erlebt 😉

        Alles Gute und ich freue mich sehr, hier mitlesen zu dürfen
        Livia

  • Antworten Katharina 11. Juni 2018 um 19:56

    Liebe Frauke,
    ich freue mich sehr auf weitere spannende Bau-Berichte und vlt auch ein paar Fotos 🙂 … aber es ist tatsächlich eine Katastrophe derzeit Handwerker zu bekommen. Nicht nur Handwerker, auch (Fach-)Planerkollegen haben derzeit wegen Überfüllung geschlossen…
    Ich wünsche euch, dass alles planmäßig verläuft und ihr im Spätsommer noch das Häuschen genießen könnt.
    Liebe Grüße, Katha

    • Antworten ekulele 24. Juni 2018 um 12:24

      Liebe Katha, wie schön,. dass du dieser „Serie“ gerne liest.Fotos werden mit Sicherheit noch folgen, die Tage geht es so richtig los 🙂

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