Life(Style)

Perfektionismus und Putzwahn – Ob ich verrückt bin?

16. September 2018

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20:00 Uhr, nach einem schönen, aber auch sehr anstrengenden Tag schlafen endlich beide Kinder und ich sitze entspannt auf dem Sofa und lasse den Abend ausklingen?
In meinen schönsten Träumen vielleicht, denn in Wahrheit beginnt nun mein allabendlicher Putzsprint durch das neue Haus. Die Bäder sollen schließlich weiterhin glänzen und im Spülbecken machen sich schon wieder hässliche Kalkränder breit. Es ist aber auch zum verrückt werden. Oder bin ich es etwa schon?

Die zwei korrelierenden P´s – Perfektionismus und Putzwahn

Dass ich einen leichten Hang zum Perfektionismus habe und damit ein gewisser Putzzwang einhergeht, das habe ich schon das Ein oder Andere mal erwähnt. In den letzten Monaten, besonders während meines ersten Jahres als Zweifach-Mama, haben ich es immer öfters geschafft, bzw. schaffen müssen, den Wischer auch mal Wischer sein zu lassen. Ja, ich bin sogar abends ins Bett, obwohl die Wäsche noch auf dem Ständer hing und das Spielzeug den Wohnzimmerboden fast nicht mehr hat durchblicken lassen. Glaubt mir, es fiel mir anfangs nicht leicht, aber mit der Zeit (oder sollte ich lieber schreiben mit der Müdigkeit und den dünnen Nerven) gelang es mir immer besser.

Aber nun, nach dem Umzug in unser Haus, nehmen meine Gedanken rund ums Putzen wieder mehr Platz ein, als mir eigentlich lieb ist.

Ob ich noch ganz dicht bin? Dichter & Denker

Ich habe es total ausgeblendet, einfach nicht bedacht, dass mit der Renovierung von Bädern, Küche und Flur nicht nur neuer Glanz und eine große Portion „schönes Neues“ einziehen, sondern auch jede Menge Arbeit. Denn das schöne Neue bleibt natürlich nur dann schön, wenn es auch schön gepflegt wird.

Schön, schön, schön,
auf Wiedersehn, ich muss jetzt putzen geh´n.

Frauke Franziska von Goethe

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Selbstreflexion  – Auf der Suche nach Gleichgesinnten

Ja, ich nehme mich selbst auf die Schippe. Oder halt stop, man nennt es ein wenig qualifizierter heutzutage auch Selbstreflexion. Doch, ich bin mir durchaus bewusst, dass mein allabendliches Date mit dem Putzlappen (natürlich mit einem ganz speziellen Typ, ideal für Edelstahl und Keramik) wirr ist, aber sagt, bin ich alleine?!
Kennt jemand von Euch das Dilemma, dass etwas neu ist und man für jeden Kratzer und jeden Kalkrand gefühlt 10 Tränen vergießt?!

Noch bin ich guter Dinge, dass ich schon ganz bald am Abend entspannt auf dem Sofa sitze, anstatt beim Putzen schwitze.

Apropos schwitzen, die Überleitung. Abends, nach dem Duschen, da putze ich natürlich die Dusche. Und zwar so gründlich und ausgiebig, dass ich mich vor lauter Verausgabung direkt wieder duschen könnte – diesmal dann vielleicht in der Badewanne…

In diesem Sinne:

Reißt alte Bäder nicht raus,
außer Frischkalk macht euch nichts aus!

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Chapeau, lasst uns mit ein wenig Neutralreiniger anstoßen, der Abend ist noch jung. 

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4 Kommentare

  • Antworten Mama. Von. Jella 16. September 2018 um 20:30

    Ich kann es so nachvollziehen. Hier das Gleiche jeden Abend. Ich möchte immer alles wieder sauber und auf einem „reinen“ Stand haben bevor ich abends ins Bett gehe. Und wenn ich mit meiner Familie im Urlaub bin und in einem Ferienhaus bin, wo ich meinen Putzwahn natürlich nicht so auslebe, denke ich immer :“Wenn du zurück kommst, wirst du bitte mal gelassener und es reicht alle zwei Abende.“ Schaff ich aber nicht. Ich habe immer das Gefühl wenn ich es einen Abend schleifen lasse, kommt man nicht mehr nach. Total krank. Aber so ist es mit dem Putzzwang. Ich glaube, ich ärgere mich irgendwann im Alter, dass ich so viel Zeit für Putzen aufgewendet habe…

  • Antworten Carina 16. September 2018 um 22:29

    ich kenne das!!! ich bin auch so… jeden abend putzen (wenns baby schläft)

  • Antworten Katharina 17. September 2018 um 15:45

    Ich verstehe dich sehr gut!
    Bevor die Kinder kamen habe ich einmal die Woche das Haus von oben bis unten gewienert, die Fenster haben geblinkt, nach jedem duschen wurde mit microfaserlappen nach gewischt ( apropos: wenn man damit trocken wischt muss man nicht so oft putzen )
    Ich schaffe es jetzt aber schon über vieles hinweg zu sehen(liegen die Spielsachen halt morgens noch da, die Wäschekörbe sind alle voll mit sauberer Wäsche und lch muss aber wieder waschen, die Küche sieht aus , die Dusche wird oft höchstens abgezogen …) aber mein Tag hat auch nur 24 Stunden und mit neuem Baby und Kleinkind ist der Tag mit frisch machen, Windel wechseln und Essen zubereiten, essen und hinterher sauber machen auch schon voll eigentlich.
    Blöd ist es nur das meine Hausstauballergie jetzt extrem heraus kommt da nicht mehr jede Woche aller Staub eliminiert wird.
    Unsere Nachbarin sagt immer: wenn sie fünf sind wird es leichter ! Ha Ha
    Hoffentlich gehen bis dahin die Kalkflecken noch weg…
    Kurzum: du bist nicht alleine mit deinem Wunsch nach Sauberkeit und Ordnung !

  • Antworten Romy 18. September 2018 um 12:54

    ja ja, das kenne ich auch zu gut, wenn die tochter schläft wird erstmal alles auf den ursprungszustand zurückgesetzt. ich muss auch jeden tag 1- 2 mal durchsaugen, weil mich jeder krümel sört. dieser „putzzwang“ macht meinen mann manchmal wahnsinnig weil er meint man könnte hier gar nicht ‚leben‘ da ja nichts dreckig werden darf. 😀

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