Familienleben, Mama sein

So schläft Man(n) und Frau ist wach – Unser Familienbett

14. Januar 2018

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Kleine Füße im Gesicht, ein Babylein an der Brust und im Hintergrund ein mehr oder weniger sachtes Schnorcheln vom Ehefreund. Keine fünf Minuten später: Plötzlich eine Kinderhand, die durch meine Haare wischt, ein abgedocktes Baby und ein verwirrtes „häää, was ist“ vom Gatten. Nachdem ich ihm mehr oder weniger freundlich mitgeteilt habe, dass er schnarcht, lege ich mich wieder zurück. Halt stop, davor schaue ich nochmals auf die Uhr, um mich schon mal seelisch und moralisch darauf einzustellen, wann die nächste Raubtierfütterung voraussichtlich ansteht. Puh – um 03:00 Uhr, schnell Frauke, schnell, schlafe wieder ein. Langsam dämmere ich weg, bis zack, ein Tritt in den Bauch. Vorsichtig buxiere ich die Beinchen von J.Boy wieder auf „seine Seite“.

Auf „seine Seite“, während ich das schreibe muss ich schmunzeln. „Seine Seite“ ist nämlich quasi die zwischen dem Ehefreund und mir, und das in der Waagerechten. Wo wir auch schon beim Thema wären:

Unser (Familien-) Bett oder auch: so schläft Man(n) und Frau ist wach!

Ich wurde in letzter Zeit ein paar Mal gefragt wie wir so schlafen. Jetzt, als vierköpfige Familie. Kurz und knapp, die Männer meist gut, so zumindest mein Eindruck. Da gibt es ja dieses Phänomen bzw. die Frage des Papas der Kinder am Morgen: „heute war die Nacht voll gut oder? Du hast nur ein, zwei Mal gestillt, oder?„. Welche Mama kennt es nicht?!
Meine Antwort auf die Frage lautet meist in etwa so: „na ja, also gestillt habe ich ca. vier Mal, ganz genau weiß ich es nicht mehr, aber gegen fünf Uhr in der Früh war ich wickeln und ach ja, um drei Uhr habe ich J.Boys Schnuller unterm Bett hervor gekramt„.

Dieser, wir nennen ihn gerne Selbsterhaltungstrieb der Männer, ist schon eine tolle Sache. Wirklich, mal so ganz ohne Ironie und Spaß, denn es wäre doch Quatsch, dass wir beide nachts viel wach sind und somit beide tagsüber ziemlich ko. Da ist es mir lieber, dass der Ehefreund einigermaßen gut schlummert (denn natürlich bleibt er er von kleinen, zielsicheren Tritten in die Körpermitte nicht immer verschont) und mir morgens fröhlich und gut gelaunt meinen Kaffee ans Bett serviert ;). Tatsächlich tut er dies auch, am Wochenende. Das ist mittlerweile ein kleines Familienritual geworden, was wir alle sehr lieben. Wie es bei uns genau abläuft, an einem herrlich entspannten Wochenendtag, erzähle ich euch bald auf dem Mamablog von Aldi Süd, denn jetzt soll es ja erstmal ums Schlafen gehen.

Wo schläft unser 2,5 jähriger Sohn? Fliegender Wechsel zwischen Kinderzimmer und (Familien-) Bett

Bevor unser Augustbub auf die Welt kam hat J.Boy meist in seinem Bett, im Kinderzimmer, geschlafen. Zumindest einen Großteil der Nacht. Wir haben ihm abends in seinem Zimmer vorgelesen, Lieder gesungen und konnten dann, der Bubi war noch wach, aus dem Zimmer gehen. Alleine und ohne weinen oder motzen ist er eingeschlummert. Mal hat es etwas länger gedauert, mal ging es flott. Manchmal kam er nochmals aus seinem Bett gekrabbelt, manchmal auch fünf Mal – aber irgendwann ist er immer gut eingeschlafen. Dieses super komplikationslose zu Bett gehen kam bei uns übrigens als J.Boy ca. 1,5 Jahre alt war. Von ganz alleine, von einem auf den anderen Tag.

Mit der Geburt, dem Nachhause kommen aus der Klinik, von F. hat sich das schlagartig geändert. Verständlich, wie ich finde. Denn warum sollen alle in einem Zimmer schlafen, außer einer?! J.Boy wollte von diesem Tag an auf jeden Fall auch „im großen Bett schlafen“ und tut dies seit dem. Mal die ganze Nacht, mal nur einen Teil.

Es gibt derzeit im Prinzip drei Schlafvarianten:

  1. J.Boy schläft in seinem Bett im Kinderzimmer ein und kommt nachts zu uns ins Bett gekrochen
  2. Der Bub schläft bei uns im Bett ein und bleibt dort auch die gesamte Nacht
  3. Er schläft in seinem Bett ein und wir holen ihn, sobald wir ins Bett gehen, zu uns rüber

Welche Variante eintrifft hängt davon ab, ob der Ehefreund daheim ist und vor allem auch: wie müde der Bub ist. Wenn der Ehefreund daheim ist, bringt meist er den Großen ins Bett, während ich den Augustbub „einschlafstille“. Die Männer schauen Bilderbücher an, Papa erzählt Geschichten, Gute Nacht Lieder werden gesungen und zu guter Letzt sitzt der Ehefreund häufig neben dem Kinderbettchen. Er hält J.Boys Hand, bis er eingeschlafen ist. Manchmal verspricht der Ehefreund dem Bub, dass er ihn ins große Bett holt, wenn er selbst schlafen geht und das macht er dann natürlich auch.

Wenn ich mit den Jungs alleine bin, ist es immer etwas unterschiedlich. Häufig lesen wir erst im Kinderzimmer Bücher, während der Kleine noch eine Runde strampelt und gehen dann zusammen ins Schlafzimmer. Ich stille Augustbub, halte J.Boys Hand und summe leise Lieder. Wenn der Große sehr müde ist (was seit kurzem häufig der Fall ist, da er i.d.R. keinen Mittagsschlaf mehr macht) schläft er schnell ein. Wenn da jedoch noch minimal Energie ist, dann kann das dauern. Lange! So lange, dass durch das Geturne und Geplapper der Augustbub immer wieder aufwacht, welcher an meiner Brust versucht einzuschlafen.

Wenn es richtig brillant läuft (räusper), dann ist der Kleine wieder putzmunter, wenn der Große endlich eingeschlafen ist. Das kann dann auch gut und gerne mal 23:00 Uhr sein… An solchen Abenden würde ich mich gerne nur noch flott bettfein machen und dazu legen. Manchmal mache ich das auch einfach.

Und ja, solche Abende zehren sehr an mir, meinen Nerven und überhaupt. Da bin ich häufig nicht mehr freudig gut gelaunt und voller Tatendrang (Hallo Chaos, hallo Blog, hallo liebe Freunde im Telefon…), sondern reif für Schokolade und nen Wein – ach nein, halt Stopp, beides derzeit Tabu.

Wo schläft das Baby?

Jetzt habe ich ganz schön viel über den Schlafplatz des Großen geschrieben. Natürlich hat auch der Kleine ein Bett, nämlich ein Beistellbett. In diesem schläft er nachts auch meist, wenn er nicht gerade eine Portion „Einschlaf- “ oder auch „Weiterschlafstillen“ benötigt. Je größer der Racker wird, desto mehr Körperteile landen natürlich auch im großen Bett ;). Ja, lange wird er tatsächlich nicht mehr ins Beistellbett passen. Zum Glück steht das Sleepi schon bereit und wird fast täglich „eingeschlafen“, auch wenn es meist nur wenige Minuten sind.

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Vom Elternbett zum Familienbett

Für die Kinder, den Ehefreund und mich ist die derzeitige Schlafsituation gut und schön. Für den Ehefreund vielleicht auch ein bisschen deswegen, weil er ein paar Nächte pro Woche mit schlechtem Gewissen gut und ungestört im Hotelbett schläft… Spaß, wir fühlen uns mit unserem Familienbett rundum wohl. Alle. Und das ist das Wichtigste. Wenn einer unter den Schlafbedingungen „leiden“ würde, dann müssten wir das Ganze natürlich überdenken, umdenken.
Auch wenn nächtliche Tritte, ein unruhiges Kind, Schnarchen (von wem auch immer…), im Bett verschollene Schnullis, Hungergefühle usw. nicht immer den allerbesten Schlaf versprechen, es gibt derzeit nichts schöneres für mich, für uns. Ich bin gespannt, wie lange dieser Zustand noch anhält. Und so lange, so lange genieße ich es mit meinen drei Jungs in einem Bett.

Schlaft gut, friedlich und vor allem mit einem guten Gefühl!

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4 Kommentare

  • Antworten ÄlexMonsterdutt 14. Januar 2018 um 21:30

    Ach Frauke…mal wieder ein toller und interessanter Beitrag.
    Ich glaube das es ganz vielen Familien so geht wie euch.
    Wir haben momentan auch ein Familienbett (allerdings nur zu dritt). Viele verstehen das nicht und meinen immer reinreden zu müssen. Am Anfang ist es mir schwer gefallen aber mittlerweile stelle ich auf Durchzug und erzähle gerne wie schön es ist mit unserem Septembermädchen im Bett zu kuscheln. 😉
    Natürlich gibt es auch nicht so schöne Nächte aber meistens schläft sie bei uns einfach viel, viel besser als im Beistellbett. Dort macht sie jedoch super gerne ihren Mittagsschlaf. Aber auch das mussten wir erst üben 😉

    Viele Grüße

    Alexandra

    • Antworten ekulele 15. Januar 2018 um 20:33

      Liebe Alexandra, Danke für dein „Beitrag Lob“, freut mich sehr 🙂 Ich denke auch, dass es oft das Beste ist, bei solchen Themen auf Durchzug zu schalten. Jede Family sollte es so machen, wie es für sie am besten ist!

  • Antworten Vera 15. Januar 2018 um 11:20

    Wir haben für unseren Sohn, der Ende Januar zwei wird, „angebaut“. Direkt an unserem Bett steht jetzt ein normal großer Schlafplatz für ihn. Gesichert damit er nich rausfällt und direkt neben Mama. Für uns war das die beste Entscheidung, weil wir so einfach mehr Platz haben und uns nicht mehr ganz so oft gegenseitig wach machen. Er schläft problemslos in seinem eigenen Zimmer ein und wenn er irgendwann zwischen 22 und 5 Uhr wach wird, holen wir ihn zu uns. Für die Optik des Schlafzimmers war der Schritt zwar nicht von Vorteil aber solange wir alle besser schlafen, ist mir das egal.
    Sehr banal aber für uns auch eine ziemliche Erleichterung war die Nutzung einer Schnullerkette in der Nacht. Irgendwie wollte ich das vorher nie aber es ist so viel einfacher, wenn du den verlorenen Nucki nicht mehr suchen oder unter dem Bett hervorholen muss.

    • Antworten ekulele 15. Januar 2018 um 20:32

      Optik spielt im Schlafzimmer schon lange keine Rolle mehr 😀 Also das Bett steht einfach so, dass eine Seite an der Wand ist… dadurch wirkt das Zimmer blöde, aber was solls. Die Idee mit der Schnullerkette ist super! Wobei ich sie erst dann anbringen darf, wenn J.Boy richtig feste schläft, ansonsten zieht er sie nämlich immer ab – Schlawiner 😉

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