Familienleben, Kinderwelt

„Mama, warum ist der Vogel tot?“ – Wenn Tiere sterben

Tiere sterben, Kinder trauern

Wenn Tiere sterben kann das für Kinder sehr bewegend sein. „Mama, warum ist der Vogel tot„? Besonders wenn ein sehr lieb gewonnenes Haustier stirbt, ist das ein großer Verlust für die ganze Familie.

Aber auch tote Tiere in der Natur können für Kinder sehr belastend sein. Sei es ein toter Käfer auf dem Feldweg, eine im Planschbecken ertrunkene Biene, oder auch ein Fisch, der auf dem See treibt. 

Tote Tiere in der Natur – Empathische Kinder

Wir haben hier einen sehr empathischen Bub, welcher Stimmungen und Gefühle seiner Mitmenschen sehr gut wahrnehmen und auch (mit-) erleben kann. Aber nicht nur ärgerliche, traurige, freudige, verletzte, oder wütende Menschen werden von ihm wahrgenommen, sondern auch für Tiere hat er ein großes Empfinden

Der Vogel muss leider sterben

Vor ein paar Wochen haben wir in unserer Einfahrt einen kleinen Vogel gefunden, welcher in keinem guten Zustand war. Aus dem Nest gefallen, krank, von einer Elster angegriffen – wir waren uns nicht ganz sicher, was genau dem kleinen Vögelchen fehlt. Es hopste unbeholfen auf der Stelle und war sehr schwach. So schwach, dass es nicht mal das Schnäbelchen öffnen konnte. Wir haben uns ihm direkt angenommen, im Internet nachgelesen, was wir zu tun haben und versucht ihn aufzupäppeln. Nach zwei Tagen ist er leider verstorben und seit dem ist das Thema „Warum ist der Vogel gestorben“ sehr präsent. 

Wenn der Tod eines Tieres das Kind sehr beschäftigt

Natürlich haben wir den Vogel beerdigt und mit unseren Kindern (5 und fast 3 Jahre alt) darüber gesprochen, was passiert ist. Für eines der Kinder war der Vogel recht schnell „vergessen“, das andere Kind spricht immer wieder über den Vogel. Es äußert, wie schade es ist, dass der Vogel gestorben ist und, dass es den Vogel einfach nicht vergessen kann. Hin und wieder muss unser Sohn auch weinen – manchmal völlig aus dem (für uns Erwachsene) Nichts heraus. 

Tod und Leben - mit Kindern sprechen

Wie sollen Eltern damit umgehen, wenn das Kind trauert?

Ehrlich gesagt war ich manchmal etwas überfordert mit dieser Situation. Ich war und bin mir nicht ganz sicher, wie ich mit seiner Trauer und seinen Äußerungen umgehen soll. Die ersten Tage nach dem Tod des Vogels gelang es mir irgendwie besser, auf die Gefühle meines Kindes einzugehen, da alles noch so präsent war. Jetzt, nach Wochen, bin ich teilweise verunsichert gewesen.

  • Haben wir etwas falsch gemacht? 
  • Hätten wir irgendwie anders reagieren müssen?
  • Oder ist alles so gut wie wir es machen?
  • Sind wir Erwachsene einfach zu „abgebrüht“?

Nicht falsch verstehen, ich fand es auch sehr traurig, als der Vogel gestorben ist und es hat mich mehr bewegt, als ich gedacht hätte. 

Kinder und Trauer – Wichtige Tipps für Eltern

Ich habe also damit begonnen, mich bzgl. der Thematik Kinder und Trauer zu beschäftigen. Gerne möchte ich ein paar Punkte mit euch teilen, vielleicht möchtet ihr diese ja in den Kommentaren ergänzen. Außerdem wird es weiter unten im Artikel noch einige Buchtipps geben. 

  • Eltern sollten sich Zeit nehmen. Dem Kind zuhören, auf seine Äußerungen eingehen und es nicht als „ist halt jetzt so“ abtun.
  • Gefühle sollten, sowohl bei den Eltern, als auch bei dem Kind, zugelassen werden. Erwachsene müssen ihre Trauer nicht verstecken. Ganz im Gegenteil, für Kinder ist es sehr wichtig, die verschiedensten Gefühle in ihrem Umfeld wahrnehmen zu können. Trauer ist kein Tabuthema!
  • Es sollte vermieden werden von „das Tier ist eingeschlafen und wacht nicht mehr auf“ gesprochen zu werden. Kinder können schnell die Angst entwickeln, dass sie selbst, oder ihre Liebsten, einschlafen und nicht mehr aufwachen (Schlafstörungen, Einschlafprobleme und Co. können die Folgen sein).
  • Ein Grab für das Tier kann ein guter Bezugspunkt für die ganze Familie werden. Man kann gemeinsam zum Grab gehen, vielleicht ein Blümchen hinlegen… Für Kinder sind im Allgemeinen Rituale beim Abschiednehmen sehr wichtig. 
  • Auf keinen Fall sollte der Tod verheimlicht werden. Gerade bei Haustieren ist es die absolut falsche Herangehensweise, das tote Tier einfach durch ein neues zu ersetzen. 
  • Auch wenn es uns Erwachsenen vielleicht gar nicht so einfach fällt (denn der Tod ist in unserer Kultur nach wie vor ein Tabuthema), es ist wichtig über Leben und Tod zu sprechen. Jedes Lebewesen wird irgendwann sterben. Trauer findet meist nicht in der Öffentlichkeit statt (Menschen sterben häufig im Krankenhaus, im Hospiz, oder in anderen Institutionen), weswegen der Tod eines Tieres oftmals die erste Begegnung eines Kindes damit ist. Es ist wahrlich nicht einfach, aber der Tod eines Tieres kann auch die Möglichkeit sein, mit dem Kind ins Gespräch zu kommen – über Gefühle, das Leben, den Tod, Krankheiten und das „Was ist dann“
  • Für manche Kinder ist der Verlust eines Tieres so belastend, dass es Sinn macht, sich professionelle Hilfe zu holen. 

Haustier gestorben

Unsere Erfahrungen und Herangehensweise

Wir haben mir unserem Sohn u.a. besprochen, dass der Vogel nun im Himmel ist und uns von dort vielleicht sogar sehen kann. Zudem reden wir oft darüber, dass wir alles versucht haben, um dem kleinen Vogel zu helfen, aber er leider einfach schon zu schwach war. Wir versichern unserem Sohn zudem immer wieder, dass er den Vogel gar nicht vergessen muss, sondern dass es ganz normal und schön ist an Menschen und Tiere zu denkt, die man sehr lieb hatte und hat. Das Thema wird also nicht verdrängt und darf seinen Platz und Raum haben. 

Kinderbücher über das Sterben von Tieren

Welche Erfahrungen habt ihr bzw. eure Familie mit dem Thema „Tod von Tieren“ gemacht? Welche Bücher könnt ihr vielleicht noch empfehlen?

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2 Kommentare

  • Antworten Marajke Jovanoski 3. August 2020 um 11:23

    Wow.. So toll geschrieben.. Ich persönlich hatte echt Tränen in den Augen als ich die Bücher Überschriften las.. Ein sehr schwieriges Thema.. Auch ich hadere mit der Erklärung bei den Kindern..

  • Antworten NiNa 3. August 2020 um 23:57

    Wirklich toll geschrieben! Das Thema finde ich auch wirklich wichtig.
    Mit dem Tod eines Tieres haben wir keine Erfahrung. Bei uns war es meine Oma, die vor Weihnachten starb. Da es abzusehen war, habe ich mich auch damit beschäftigt, wie man den Tod thematisiert, mein Großer war zu dem Zeitpunkt knapp 3,5, mein Kleiner 1,5.
    Der Große hat durch unsere Besuche mitbekommen, dass die Uroma immer schwächer wurde (sie war 97). Wir haben es ganz klar benannt, als sie gestorben ist, weil sie ja immer schwächer geworden ist. Auch bei der Urnenbeisetzung waren beide Kinder dabei, wir haben sie in der Kapelle die Urne anschauen lassen. Im Vorfeld hatten wir erklärt, dass die Oma durch einen „Zaubertrick“ zu Sternenstaub geworden ist, der in der Urne beerdigt wird (mein Großer hätte sonst vermutlich gefragt, wo die Uroma denn ist und was die „Dose“ soll) und dass sie so in den Himmel kommt, von oben alles sieht, weiterhin bei uns ist und auf uns aufpasst.
    Am Abend nach der Beisetzung rief er mich auf einmal ganz begeistert, (es war ja früh dunkel), dass er die Uroma im Himmel winken gesehen hat, als er einen hellen Stern entdeckt hatte, der funkelte. Inzwischen ruft sogar der jetzt 2-Jährige „Oma“, wenn er einen ganz hellen Stern sieht. Der Große erwähnt immer mal wieder, dass es ja schade sei, dass sie tot ist, aber dass wir sie trotzdem immer noch um uns haben und wir sie uns ja auf Fotos immer anschauen können.

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