Familienleben, Gesunde Fakten, Mama sein

Mama kann nicht mehr! Mama Burnout

14. Oktober 2018

Mama, Burnout, kann nicht mehr, alltag mit Kindern, Stress, Erschöpfung

Ich möchte schreien. Könnte weinen. Sehne mich nach Ruhe. Ich wünsche mir Veränderung und gleichzeitig ein „wie früher“. Dass es endlich besser wird. Dass ich all das Hier und Jetzt wieder mehr genießen und schätzen kann. Dass ich richtig da bin und nicht nur bin. Ich möchte mehr sein als eine Funktionsmaschine, welche die Tage abrattert. Welche zwischendrin zwar mal kurz in einen „hach, wie schön“-Programm wechselt, dann aber kurz darauf wieder ordentlich ins Stottern und Wanken gerät.

Mama kann nicht mehr! Mama Burnout?

Heute möchte ich mich gerne dem Thema „Mama Burnout“ widmen, weil ich es wichtig finde. Kein Modedings, sondern leider ganz oft real. Es gibt so viele Frauen, welche einfach nicht mehr können. Welche nicht mehr so können wie sie wollen oder auch müssen. Denn eines steht fest, wir Mamas, wir haben es nicht immer leicht.

Nur Hausfrau? Loser!

Oftmals reicht es nicht mehr aus „nur Mama“ zu sein. Nur daheim bei und mit den Kindern.

Du bist nur Hausfrau? Reicht dir das aus?

Du machst dich doch total abhängig von deinem Partner

„…“

Karriere? Dafür hast du Kinder bekommen?

Und auf der anderen Seite kann einen der Spagat zwischen Job und Familie ganz schön ins Schleudern bringen. Prioritäten setzen, aber wie? Es gibt Frauen, welche einfach in ihrem Beruf bleiben möchten. Welche Freude daran haben, unabhängig bleiben möchten. Oder auch Frauen, welche arbeiten gehen müssen. Weil es sonst einfach finanziell nicht funktioniert.

Hast du Kinder bekommen, um sie dann fremdbetreuen zu lassen?

Wieso holt die ihr Kinder immer erst um kurz vor knapp aus der Kita ab?

Aha, das Meeting ist wichtiger, als das Kindergarten-Sommerfest?!

„…“

Egal also, ob „nur“ daheim, Unternehmerin, Arbeitnehmerin, selbstständig oder was auch immer:  Druck und Erwartungen von außen, aber auch von uns Frauen an uns selbst, können fatale Folgen haben. 

War es früher leichter Mama zu sein?

Vor kurzem habe ich einer Unterhaltung von zwei Damen, etwas um die 70 Jahre alt, gelauscht. Sie haben sich ein wenig über die heutigen Mamas echauffiert. „Alle immer nur am nörgeln… da wollen sie Familie und kümmern sich nicht ordentlich darum… die Kinder müssen mit einem Jahr in den Kindergarten… und dennoch sind sie alle geschafft… wollen wieder in ihren Beruf zurück… und dann… dann passt es ihnen wieder nicht….
So in etwas war der Inhalt des Gespräches.

Mir kamen der Gedanke, ob es früher vielleicht einfach einfacher war Mama zu sein? Weil damals die Rollen klarer verteilt und definiert waren. Feminismus, Emanzipation – in weiter Ferne.

Früher war es mit Sicherheit anders, aber früher, da war mit Sicherheit nicht alles leichter. Nein, auf keinen Fall! Wenn ich an meine Omas denke, was sie geleistet haben. Wahnsinn! Viele Kinder, Landwirtschaft, Umzüge quer durchs Land für eine (hoffentlich) bessere Zukunft. Was wurde da geackert. Die Kinder kamen frühstens mit drei Jahren in Betreuung. Urlaube am Meer? Mama-Auszeiten? Nichts da…

Machen uns die vielen Möglichkeiten krank?

Vielleicht sind auch die vielen Optionen schuld; die einen manchmal schier verrückt werden lassen? Die einen ständig ins Grübel bringen. Mache ich das richtig? Doch lieber so? Oder anders?
Beruf, Familie, Haushalt – immer mehr Mamas sind überfordert und/oder am Ende ihrer Kräfte. Und sich das eingestehen? Das gelingt nur den Wenigsten. Meist dann, wenn gar nichts mehr geht.

Mama Burnout, Erschöpfung, Akkus leer, Alltag mit Kindern

Ich möchte mich gerne intensiver mit der Thematik befassen und habe deswegen auf Instagram einen kleinen Aufruf gestartet. Gesucht habe ich Frauen, Mamas, welche vielleicht selbst „Mama Burnout“ haben bzw. hatten, oder sich mit dem Thema auskennen.

Gemeldet hat sich u.a. Martina, welcher ich freundlicherweise einige Fragen stellen durfte.

Interview mit einer Betroffenen Mama – Mama Burnout

Liebe Martina, vielen Dank, dass ich Dir einige Fragen bzgl. Mama Burnout stellen darf. Magst Du dich und deine familiäre/berufliche Situation vielleicht kurz vorstellen, damit wir einen kleinen Einblick bekommen? 

Ich bin verheiratet und habe zwei Söhne. Sie haben einen Altersabstand von 23 Monaten. Der Kleine ist 3 und der Große 5. Zwischen den Kindern habe ich mich bewusst für eine Elternzeit entschieden. Ca 1,5 Jahre nach der Geburt unseres zweiten Sohnes habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Allerdings nur auf Minijobbasis. Einen ganzen Tag in der Woche. Die Arbeit hat mir gut getan. Ich wollte „raus“ kommen. Allerdings hat es den Druck natürlich auch erhöht. Als mein Kleiner jetzt 3 wurde endete meine Elternzeit und ich hab begonnen 20h pro Woche zu arbeiten.

Zu welchem Zeitpunkt gab es die ersten Symptome? Wie bist du mit diesen umgegangen?

Schon als mein Kleiner ca 6 Monate alt war. Ich war dann beim Hausarzt. Er hat ein Blutbild gemacht und mir eine Vitaminkur empfohlen, die ich aber abgelehnt hab. Er hat auch das Thema Mutter-Kind Kur in den Raum geworfen. Ich konnte mir zu diesem Zeitpunkt allerdings nicht vorstellen das zu machen. Ich wollt damals einfach nur den Tag überstehen.

War dir schnell klar, dass du etwas ändern/tun musst?

Ja. Ich wusste, dass ich mir Zeit für mich nehmen muss. Allerdings war dies zu diesem Zeitpunkt sehr schwer. Ich habe meinen Sohn voll gestillt. Meine Eltern sind voll berufstätig und mein Mann Selbstständig. Meine Schwiegereltern wohnen 600 km entfernt. Deshalb hab ich so weiter gemacht wie bisher und versucht alles unter einen Hut zu bekommen.

Hast du deinem Umfeld von deinen Problemen, deiner Erschöpfung, berichtet? Wie wurde reagiert?Oder hast du versucht, so gut es geht einfach weiter zu machen?

Ich habe es für mich behalten. Zu diesem Zeitpunkt dacht ich, dass ich alles schaffen muss. Ich habe mich dafür entschieden zwei Kinder zu bekommen und dann muss ich auch dazu stehen und den Alltag schaffen. Klar hab ich meiner Mutter von meiner Erschöpfung erzählt, sie meinte allerdings zu mir „man wächst mit seinen Aufgaben“. Mein Mann hat selbst viel Stress und hatte wenig Verständnis für mich.

Gab es einen Moment, in welchem Dir Mama Burnout offiziell diagnostiziert wurde?

Im März diesen Jahres war ich wieder beim Hausarzt weil ich einfach nicht mehr konnte. Ich hatte das Gefühl egal was ich mache, ich kann meinen Akku nicht mehr aufladen.

Mein Hausarzt nannte es dann Erschöpfungssyndrom. Ich habe dieses Mal diese Vitaminkur gemacht. Allerdings hat sie mir nichts gebracht. Zudem hat er mir wieder die Mutter-Kind Kur empfohlen. Aber ich hatte nicht einmal Kraft die Koffer zu packen und alles zu organisieren.

Welche Maßnahmen hast du unternommen, um wieder gesund zu werden?

Letztlich hab ich einen Termin in der Ambulanz der Psychiatrie ausgemacht (Psychiatrie hört sich so schlimm an) und bin dort bei einer sehr netten Ärztin gelandet. Sie hat mir ein leichtes Antidepressivum empfohlen und eine Gesprächstherapie. Ich habe mich lange gegen diese Tabletten gewehrt aber dann doch eingesehen, dass sie mir helfen.

Die Gesprächstherapie beginnt Ende des Monats. Es gibt leider hierfür sehr lange Wartezeiten.

Was hat sich seit dem in deinem Leben geändert? Was machst du heute anders als damals?

Mittlerweile versuche ich 5 grade sein zu lassen. Der Haushalt muss mal warten und ich fordere Hilfe von meinem Mann ein. Sicher sind die Kinder auch größer und selbstständiger geworden. Zudem haben wir ein Elterntraining mitgemacht, welches uns im Umgang mit meinem großen Sohn hilft (bei ihm wird eine hyperkinetische Störung vermutet)

Ich versuche mir auch mehr Zeit für mich zu nehmen. Sport zu machen, wenn es der Alltag zu lässt. Und vor allem versuche ich zufriedener zu sein und mir schöne Dinge bewusster zu machen. Ich denke, die Therapie wird mir aber auch noch helfen.

Hast du Tipps für andere Mamas?

Sich von Anfang an regelmäßige Auszeiten zu nehmen. Hilfe einzufordern. Eine Mutter muss nicht perfekt sein, auch wenn das heutzutage fast verlangt wird.

Vielen lieben Dank für deine Bereitschaft und Offenheit, mir einige Fragen zu beantworten. Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute. 

Mich würde nun sehr interessieren, welche Erfahrungen ihr mit dem Thema gemacht habt und vor allem auch, ob euch weitere Artikel über Mama Burnout bzw. die Bereiche rundherum interessieren würden?

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17 Kommentare

  • Antworten Katharina 14. Oktober 2018 um 20:42

    Hallo, ja ein wichtiges Thema und oft kommt es trotzdem nicht zu Wort.
    Was ich noch interessant fände wäre die Väter Sicht . Hier zum Beispiel bei uns gerade Thema. Unser großer ist 2 3/4 und die kleine 5 Monate. Der große ist ein high Need Kind, sehr fordernd. Für mich alles sehr anstrengend, aber mein Mann arbeitet selbstständig und hilft uns bzw mir soviel er kann sobald er von der Arbeit kommt. Er ist zurzeit Dauer-gestresst und wir sind noch im Gespräch und am ausprobieren wie es bei uns besser laufen kann.
    Was ich auch wichtig finde ist, dass da jedes Elternteil auch seine eigene Belastungsgrenze hat und seine eigenen Bedürfnisse.
    Und es hilft auch nichts wenn dauernd dann darüber erzählt wird wie gut es wir hier in D haben etc,
    Also ja, mich würden mehr Beiträge zu diesem Thema sehr interessieren

    • Antworten ekulele 14. Oktober 2018 um 21:40

      Liebe Katharina, herzlichen Dank für Deinen Kommentar. Oh ja, die Väter sollte man auch nicht vergessen, da hast du Recht! Ich bleibe gerne am Thema dran und vielleicht findet sich ja ein Papa, welcher auch gerne ein paar Fragen beantworten würden… LG

  • Antworten Jane 14. Oktober 2018 um 21:07

    Mich würden mehr Beiträge zu dem Thema auch interessieren. Ich finde es auch sehr nett von Deiner Interviewpartnerin, dass sie mitgemacht hat. Denn leider wird Erschöpfung von Außenstehenden oft abgetan, mit „da musst Du jetzt durch“ usw. Deswegen glaube ich, dass es allen Müttern hilft über das Thema zu sprechen.

    • Antworten ekulele 14. Oktober 2018 um 21:39

      Ganz lieben Dank für dein Feedback. Ich bin auch super dankbar für die Antworten von Martina, denn ja, leider ist es irgendwie noch ein Tabu Thema, ganz offen und ohne Angst seine Erschöpfung zu äußern. Gerne bleibe ich am Thema dran.

  • Antworten Maja 14. Oktober 2018 um 21:27

    Ich bin schon sehr lange in dieser Spirale. Meine Kinder sind 7. &4. Meine Kinder waren sehr sehr viel krank richtig krank meine Tochter hat bis zum Alter von 5 unzählige Lungenentzündungen gehabt bis wir beim Thema Asthma waren. Mein Sohn ebenso. Als mein Sohn 6 Monate alt war hatte mein Mann einen schweren Bandscheibenvorfall dieses Jahr wieder einen… dazu das Haus und die Handwerker drumherum. Ich bin daheim mein Mann arbeitet meist ca 14 Stunden ist selten daheim. Ich habe 2 high Need Kinder…… ich habe Tage an dem ich meinen Haushalt nicht mehr hin bekomme … ich kann kein Buch mehr lesen, meinem Hobby nähen nicht mehr nachkommen weil meine to do Liste im Kopf so laut ruft…. ich habe mich selbst verloren und schaue mich nicht mal mehr im Spiegel an. Ich habe knapp 30 Kilo zu viel und kann mich selbst nicht mehr leiden …. aber ich sehe auch keinen Ausweg daraus …..

    • Antworten ekulele 14. Oktober 2018 um 21:37

      Liebe Maja. das tut mir gerade so Leid zu lesen. Aus deinen Zeilen kann man deine Erschöpfung und Verzweiflung richtig raus lesen und ich hoffe sehr, dass du bald einen Ausweg sehen kannst. Hast du Dir schon mal Hilfe gesucht? Dich jemand anvertraut? Ich glaube, das wäre ganz arg wichtig. Wichtig für dich, denn du bist wichtig <3

      • Antworten Anni 15. Oktober 2018 um 19:47

        Liebe Maja, ich habe gerade deine Zeilen gelesen und es macht mich traurig. Du bist großartig! Man leistet so viel als Mama. Vergiss das nie!!

  • Antworten Alex 14. Oktober 2018 um 21:29

    Hi, ich finde das Thema extrem wichtig da ich immer mehr das Gefühl habe auch in Freundeskreis das man überhaupt nicht mehr öffentlich zugeben möchte das es manchmal einfach nicht rosa rot ist und auch nicht sein kann. Ich bin Mama von zwei Kindern 3 und 5 Jahre dazu habe ich zwei Bonuskinder 20 und 18 Jahre. Ein eigenes Online Unternehmer bin verheiratet mit dem für mich besten Mann der unter der Woche fast immer unterwegs ist und 80 Stunden in der Woche arbeitet. Vor 4 Jahren habe ich aus der Not heraus mein Unternehmen nehmen geründet. Nicht wegen Geldmangel, ich brauchte eine neue Perspektive für mein Leben als Frau und Mensch. Hart war der Weg und ist es heute noch alles unter zu bekommen aber es geht mir soviel besser. Es ist stressig und genau an dem Punkt wo ich das Gefühl hatte alles wird mir zu viel kam die Wende. Bei meiner guten Freundin am Küchentisch die zu mir sagt du musst dir Unterstützung suchen. Darüber habe ich lange nachgedacht, meinen Alltag überdacht und für mich ein paar Regeln aufgestellt. Im Sommer mache ich 6 Wochen Sommerferien mit meine Kindern einfach nur wir ohne Druck und ohne Zeitgefühl. Ich arbeite bis 14 Uhr jeden Tag das ab was ich ich schaffe danach sind die Kids dran bis abends. Der Haushalt kann warten. Macht es eine glücklicher ob alles sauber und ordentlich ist mich nicht. Das Lachen meiner Kinder macht mich glücklich, die Gespräche im Bett oder auf dem Sofa über die kleinen oder großen Probleme meine Kids das ist wichtig. Im hier und jetzt das ist das was zählt. Ich weiß es klingt einfach das ist es nicht. Mal schaffe ich es mehr mal weniger, mal sitze ich bis nachts am am Laptop um alles nach zuarbeiten bin müde und erschöpft, dann sage ich dies ehrlich und offen zu meinem Kindern und sie verstehen das. Denn das gehört auch zum Leben. Nein sagen nicht nur in der Erziehung sondern auch in Alltag. In einer Partnerschaft darüber reden, wie kann man sich gegenseitig so stark machen das man jedem und allem gerecht wird. Ist nicht leicht macht aber vieles leichter. Liebe Grüße Alex von https://margreblue.de/

  • Antworten Lajulitschka 15. Oktober 2018 um 19:19

    Hi. Ja ich wuerde gerne mehr dazu lesen.

    Liebe Grüsse, Lajulitschka

  • Antworten Annika 15. Oktober 2018 um 20:02

    Hallo, ich finde das toll, dass du dieses Thema angehst! Danke für dein Interview und die Kommentare.. auch ich kann es absolut verstehen.. und leider ist es ein Tabu-Thema.. Ich freue mich über mehr Berichte, sehr gerne auch von einer Papa-Seite.

    Ich bin vor 2 Jahren Mama geworden und war einfach nicht vorbereitet auf das, was da auf mich zu kommt. Die Geburt war schrecklich, ich habe fast das erste Jahr gebraucht um irgendwie damit klar zu kommen. Erst nach einem halben Jahr konnte ich es öffentlich aussprechen und habe das auch versucht. Ich hatte eine nette Hebamme und konnte es etwas mit ihr aufarbeiten. Das tat gut, überwunden habe ich das alles aber noch nicht. Ich hatte keine Vorstellung, das ein Kind so schlecht schlafen kann und wie einen das im Alltag rädert. Mir war nicht klar, dass ich in einer Beziehung bin und mich trotzdem alleinerziehend fühle. Das ich perfekt sein möchte für mein Kind aber doch auch für die Außenwelt. Wieviel Kraft das alles kostet. Das ich meine Selbstständigkeit komplett verliere.. Jetzt bin ich Mama und ich liebe mein Kind. Trotzdem fühle ich mich kraftlos und oft allein gelassen. Ein zweites Kind kann ich mir nicht vorstellen. Es macht mich sehr traurig.

  • Antworten Christina 15. Oktober 2018 um 20:29

    Oh man, mir laufen die Tränen wenn ich diesen Beitrag lese, gerade heute Mittag bin ich vor meinem Partner zusammengebrochen weil ich es nicht mehr schaffe. Meine Kinder (1 und fast 3) fordern mich unheimlich, ich arbeite 25 Stunden die Woche und mein Partner ist auch Selbstständig.
    Meine Überforderung hat sich vor 3 Wochen mit extremer Migräne mit Übergeben geäußert.
    Da ich im Betrieb mitarbeite hat mein Partner leider nicht so viel Verständnis wenn die Tagesmutter krank ist und ich zuhause bleiben muss.
    Ich wünsche mir mehr über das Thema, ich habe bis eben noch nicht über „Burn out“ nachgedacht. Man denkt einfach eine Mama muss das alles können und ja auch keine Schwäche zeigen….
    Liebe Grüße Christina

    • Antworten ekulele 16. Oktober 2018 um 21:15

      Liebe Christina, einfach mal eine Umarmung an dich. Als Mama kann und leistet man einiges und noch einen Ticken mehr, aber alles muss und kann es vor allem dann doch nicht sein 🙂

  • Antworten Tine 16. Oktober 2018 um 15:36

    Würdest du denn Mutter Burnout mit einer postpartalen Depression gleichsetzen oder gibt es da Unterschiede? Ich selbst bin vor über einem Jahr zum ersten mal Mutter geworden, alles was ich mir vorher rosarot ausgemalt hatte, ist irgendwie nicht eingetreten, noch dazu ist mein Sohn ein Schreibaby gewesen und immer noch sehr anstrengend und schnell überreizt. Ich habe zwischenzeitlich eine Therapie gemacht, die mich etwas aus meinem Loch rausholen konnte. Das kann ich auch nur jeder Mutter die ähnliche Probleme hat, empfehlen. Das ist nichts wofür man sich schämen muss. Ich bin sehr froh, dass du solche Themen aufgreifst, auch das lesen der Kommentare hat mir geholfen zu erkennen, dass man nicht alleine ist. Es kommt mir sonst leider viel zu oft so vor.

    • Antworten ekulele 16. Oktober 2018 um 21:13

      Liebe Tine, da bin ich leider keine Fachfrau für. Ich würde jedoch sagen, dass es schon ein Unterschied ist. Meines Wissens nach, kann eine Wochenbettdepression bis zu 2 Jahren nach der Geburt eintreten (was ich spannend finde, denn meist denk man ja, dass eine Wochenbettdepression direkt nach der Geburt, bzw. wenige Tage/Wochen später eintritt), Burnout aber quasi ein Leben lang. Darf ich fragen, was bei dir diagnostiziert wurde, was du für eine Therapie gemacht hast?
      Du bist auf jeden Fall nicht alleine und ich finde es auch ganz großartig, wie viele Mamas sich hier (und auf Instagram) zu diesem Thema zu Wort melden <3

  • Antworten Anonym 20. Oktober 2018 um 0:35

    Das eigentliche Tabu Thema ist doch aber nicht dass es Müttern auch mal schlecht gehen kann oder sie erschöpft sind. Sondern zu was Mütter in der Lage sind wenn sie völlig ausgebrannt sind. Das eigentlich geliebte Kind anschreien, emotional vernachlässigen, seinen Bedürfnissen nicht gerecht werden zu können. Und mit der darauffolgenden Scham und dem Selbsthass festigt sich der Teufelskreis. Darüber zu sprechen ist nicht schön, niemand spricht gerne über die Misshandlung eines Kindes, ob sie nun emotional oder körperlich ist – erst Recht nicht durch die Mutter. Doch genau darum ist es so unglaublich wichtig dass Mütter einen geschützten Raum, in dem sie offen sprechen können und Hilfe erfahren, geboten bekommen: damit das Kind geschützt ist.

  • Antworten Marina 24. Oktober 2018 um 9:30

    Ich verstehe nicht, warum die Väter immer so wenig gefordert werden. Mutter und Vater sind gleichberechtigt. Das einzige, was der Vater nicht kann, ist stillen. Wenn eine Mutter nicht mal stillt, gibt es gar keinen Unterschied. Mein Mann und ich haben 2 Kinder (Junge fast 3 J. und Mädchen 3 Monate). Wir teilen uns immer die Elternzeit von einem Jahr (wobei ich zu Hause bin, solange voll gestillt wird). Danach bin ich wieder arbeiten gegangen (Teilzeit, aber durchaus 30h). Ich gehe gerne arbeiten und brauche das auch. Außerdem zahlen wir ein Haus ab, da ist es sowieso unerlässlich, dass beide arbeiten. Trotzdem bin ich es, die die Kinder überwiegend betreut (den großen morgens vor der Kita und nachmittags, die Kleine natürlich immernoch den ganzen Tag). Sobald der Papa nach Hause kommt, ist er dran! Das ist völlig natürlich. Ich kann es überhaupt nicht hören, wenn jemand sagt, der Mann wäre ja so erschöpft von der Arbeit…Die Frau ist es genauso. Und mal ehrlich, wenn der Mann einen 8h Bürojob hat, ist er sicherlich entspannter als die Mutter, die sich entweder nur um die Kinder gekümmert hat oder zusätzlich auch noch arbeiten war. Denn den mentalen Stress hat die Mutter meistens alleine (an Impfungen denken, Kleidung für die Kinder kaufen, an Termine denken). Ich finde es also total wichtig, dass der Vater (auch wenn er arbeitet, ja und?) genauso viel zur Erziehung der Kinder und zum Haushalt beiträgt wie die Mutter.
    Und kurz zum Thema früher war es einfacher. Es kommt drauf an, wo man gelebt hat. Im Osten der Republik sind die Mütter nach spätestens einem Jahr immer arbeiten gegangen und haben den Haushalt und die Kindererziehung trotzdem meistern können. Es muss einem egal sein, welches Bild andere von einem haben. Wichtig ist, dass in der Familie alle an einem Strang ziehen und alle dazu beitragen, dass der Alltag funktioniert.

  • Antworten Julia 12. November 2018 um 14:44

    Liebe Frauke,
    vielen Dank für deinen tollen Artikel. Ich bin auch „betroffen“ und mir hilft es gerade sehr die Kommentare von anderen Mamas zu lesen. Seit unser Sohn, vor 3 Jahren, mit einer starken Regulationsstöhrung zur Welt kam/diese entwickelte geben wir als Eltern unser Bestes! Seit dem erleben wir die „normalen Elternherausforderungen“: ständige Krankheit, Sorgen, Krankenhausaufenthalte, Stillprobleme, Schlafmangel extrem… unsere Tochter ist nun 10 Monate und auch mit ihr war es bisher alles andere als einfach. Mir hilft die Erkenntniss, dass das Leben als Eltern kein Spaziergang ist und dass Jeder schwere Situationen im Leben zu meißtern hat! – Wir schaffen das auch!
    Am schwierigsten war es für mich „Ich kann nicht mehr!“ auszusprechen. Ich bin schrecklich perfektionistisch und für mich war es bisher eine Schwäche mir ein paar Minuten für mich zu nehmen. Dabei ist Selbstführsorge eine wichtige Stärke! Nachdem meine körperlichen Beschwerden immer stärker wurden und alle Ärzte mir „totale körperliche Erschöpfung“ diagnostizierten, begann ich etwas für mich zu tun. Ich habe starke Schlafstöhrungen und fühle mich seit Monaten durchgehend krank. Mein Körper hat nun außerdem verschiedene Allergieen entwickelt und ich habe Dauerkopfschmerzen. Mir helfen bisher Osteopathie, Homöopathie, Massagen und das Erlernen von Entspannungstechniken. Vor Allem die Behandlung durch einen erfahrenen Heilpraktiker hat sofort wirkung gezeigt. Seit Jahren lassen wir unsere Kinder dort behandeln – für mich selbst wollte ich nie Geld dafür ausgeben…
    Mein Mann ist beruflich sehr stark eingespannt, aber schafft sich nun immer öfter Freiräume um mich zu unterstützen. Er ist sehr verständnissvoll und eine große Hilfe. Familiär und im Freundeskreis umgeben wir uns sowieso nur noch mit Menschen die uns guttun. Es ist für mich wenig hilfreich zu hören was meine Schwiegermutter früher ganz allein geschafft hat… wir sind einfach sehr unterschiedlich und setzen andere Prioritäten.
    Ich bin gespannt mehr über das Thema zu hören!

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