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Nachhaltigkeit – Wie nachhaltig bin ich eigentlich?

13. Mai 2018

Da sitze ich also auf unserer Terrasse und schreibe diesen Beitrag zum Thema „Wie nachhaltig bin ich eigentlich?„. Ich trage eine „K.O.I“ Ökojeans und ein ausgemustertes T-Shirt meiner Tochter von „People Wear Organic“. Neben mir ein Stück selbst gebackener Rhabarberkuchen, natürlich alle Zutaten in Bioqualität! In der Tasse: Fairtrade Biokaffee. Heute morgen selbst eingekauft im 6 km entfernten Biomarkt – mit dem Fahrrad selbstverständlich. So wie ich immer alles mit meinem Fahrrad mache, egal ob zum Bäcker um die Ecke, oder in die 10 km entfernte Stadt. Soweit so gut.

Wären da nicht die Fernflüge die ich die letzten Jahre gemacht habe. Die sind alles andere als ökologisch und nachhaltig! Sie lasten ganz schön auf meinem ökologischen Fußabdruck.

Es gibt einfach Dinge im Alltag die einem weniger abverlangen als andere, bei denen man (vorerst noch) nicht bereit ist Abstriche zu machen. Ich versuche wirklich mein Bestes, um so nachhaltig wie möglich zu leben. Und es gibt viele Punkte wo ich einfach nicht verstehen kann, wieso andere Menschen das nicht genauso machen wie ich.

Nachhaltig zu leben ist meist ein Prozess

Natürlich ist das oftmals ein Prozess, von dem Moment wo man anfängt sich Gedanken über das Essen, die Umwelt usw. zu machen und der Umsetzung die daraus erfolgt. Oft fangen Menschen im Zusammenhang einer Schwangerschaft / Geburt an, sich darüber Gedanken zu machen, denn für das Kleine möchte man nur das Beste. Also bekommt es Ökologische Kleidung, wenn Beikost zugefüttert wird, kauft man in Bioqualität. Aber spätestens wenn das Kind die Größe hat, wo es bei H&M keine günstigen Biokleider mehr gibt und es am Tisch mitisst, ist es bei vielen vorbei mit Bio.

Warum eigentlich?
Bin ich es mir nicht wert, dass ich:

  • nur das Beste in mich reinfuttere,
  • nur unbelastete Textilien auf meine Haut lasse
  • mein Gewissen nicht mit den schlechten Produktionsbedingungen meiner Kleidung belaste?

Das ist nur ein Aspekt.

Das eigene Konsumverhalten in Frage stellen

Unabhängig davon muss ich natürlich auch mein Konsumverhalten in Frage stellen. Brauche ich das alles was ich habe? Brauche ich noch ein paar Schuhe, noch ein T-Shirt, noch ein Deko-Artikel, noch ein Modeschmuck, …. nur weil es gerade so günstig ist oder weil ich für mein Ego shoppen muss? Ist es nicht sinnvoller nur das zu Kaufen was man wirklich braucht?

Mein Mann ist da ganz vorbildlich. Einen neuen Pullover? Ich habe doch genug! Schuhe? Mehr als ein Paar kann ich nicht anziehen! T-Shirt? Habe ich da nicht erst welche von Sohn oder Schwiegersohn geerbt? Ich muss gestehen, ganz so weit bin ich noch nicht! Aber auf dem besten Wege. Ich bin noch nie gerne shoppen gegangen, und doch habe bin ich immer noch zu viel Kleidung gekauft, weil ja die Werbeindustrie einem immer weismacht, man brauche etwas neues, modisches… Und modische Kleidung gibt es ja auch in Fairtrade und Bioqualität zuhauf. Anders als noch vor 30 Jahren als ich anfing darauf zu achten.

Egal wie bio und fair – brauche ich das Kleidungsstück nicht, ist es auch nicht nachhaltig…

Aber auch da ist jedes Kleidungsstück was ich eigentlich nicht brauche nicht nachhaltig. Wenn die Modeindustrie von mir leben müsste würde sie pleite gehen. Ich konsumiere wirklich schon sehr wenig. Und doch habe ich mir dieses Frühjahr zum Beispiel ein Blusen-Shirt gekauft, obwohl ich genug tragbare T-Shirts im Schrank habe. Ab und zu brauche ich schon auch was Neues (anders als mein Mann ;-)) Und dann versuche ich schon „vertretbare“ Textilien zu kaufen. Aber in Anbetracht dessen, dass ich nicht gerne im Internet bestelle, ist es schon manchmal schwierig das Passende zu finden.

Grüne Mode ist nicht gleich grüne Mode!

Auf dem Foto zum Beispiel trage ich eine „Maas Natur“ Leinen Culotte („Maas ist ein Familienbetrieb der ausschließlich ökologische, ungefährliche Rohstoffe verwendet und großen Wert auf umweltfreundliche und nachhaltige Weiterverarbeitung legt und unter hohen sozialen Standards fertigen lässt„. Quelle: maasnatur.de ) und dazu eine Bluse aus der Conscious Kollektion von H&M. Was natürlich ein Zugeständnis an meine Eitelkeit war, da ich H&M eigentlich meiden möchte („H&M zeigte sich in den letzten Jahren zwar bemüht, nachhaltiger zu werden, negative Schlagzeilen rütteln aber an der Glaubwürdigkeit solcher Bemühungen… H&M hat tonnenweise neue Kleider verbrannt…. eine Studie warf der Modekette Kinderarbeit im Niedriglohnland Burma vor…“ Quelle: utopia.de) und da ich obendrein genauso gut ein weißes T-Shirt zur Hose tragen könnte, welches schon in meinem Besitz ist.

Es gibt noch Potential

Ich merke immer wieder, dass da noch einiges an Potential nach oben ist. Wir haben zum Beispiel unseren Restmüll schon sehr reduziert, aber trotzdem ist da noch einiges an Verpackung die in die grüne Tonne wandert, der nicht sein müsste. Auch wenn ich immer meine „Gemüsesäckchen“ zum Einkaufen mitnehme und loses Gemüse kaufe, ist doch vieles vom anderen Einkauf in Verpackungen. Warum habe ich es bisher nicht geschafft in den „Unverpackt-Laden“ zu gehen? Weil er nicht auf meinem Weg liegt? Weil ich dann eine Menge Leergut (Gläser) schon auf dem Hinweg habe? Weil ich dort nicht die mir bekannten „Marken“ bekomme? Nicht die Auswahl habe? Dabei überfordert mich die Auswahl, selbst im kleinen Bioladen um die Ecke, schon meist.

Es heißt also: weiter am Ball bleiben!!!

Mein „nachhaltiger Weg“ – Wie alles begann und wie es weiter gehen soll:

Vor über 30 Jahren habe ich angefangen erste Lebensmittel in Bioqualität zu kaufen. Am Anfang bin ich noch davor zurückgeschreckt, wegen des höheren Preises, alles in Bio zu kaufen, und habe deshalb erst nach und nach umgestellt. Heute finde ich es furchtbar, wenn ich sehe mit welchen Dumping-Preisen große Ketten für ihre Artikel werben. Wo bleibt die Achtung für die Tiere, Landwirte, Natur… In kleinen Schritten bin ich vorangegangen, und ich bewundere Menschen die da viel radikaler umstellen.

Ich bin noch lange nicht am Ziel, doch werde ich versuchen weiter an mir zu arbeiten und mich nicht bequem zurück zu lehnen.

Nachhaltigkeit, auch ein Thema, welches Euch bewegt?

Wie weit seid ihr? Habt ihr überhaupt schon begonnen? Was fällt Euch besonders schwer?

Bleibt mit mir am Ball!
Eure Oma Doris

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5 Kommentare

  • Antworten Jasmin 13. Mai 2018 um 18:56

    Ein richtig toller Beitrag von dir und deiner Mama! 🙂 Ich finde es sollten sich viel mehr Menschen diese Gedanken machen, gerade beim Essen, was man ja täglich zu sich nimmt, ist es finde ich so wichtig! Werde da auch manchmal schief angeschaut auf der Arbeit wenn ich sage, was ich einkaufe und wie viel ich dafür ausgebe, aber gutes Essen ist es mir einfach wert! Habe letztes Jahr einen Beitrag über Nachhaltigkeit in Karlsruhe geschrieben und mir dabei auch die Frage gestellt, wie nachhaltig denn ich lebe . Siehe hier: http://nimsajx.blogspot.de/2017/11/wie-nachhaltig-ist-karlsruhe-und-wie.html

    Vielleicht findet ihr beiden (oder natürlich auch alle anderen) noch ein bisschen Inspiration 🙂

    Liebste Grüße und schönen Muttertag noch 🙂
    Jasmin

    • Antworten ekulele 14. Mai 2018 um 21:27

      Du Liebe, vielen Dank für deinen Kommentar. Meine Mama hat sich sehr gefreut und wir wieder beide definitiv deinen Beitrag zum Thema Nachhaltig in Karlsruhe lesen!!!

  • Antworten Simone Ringelstein 13. Mai 2018 um 22:09

    Super Beitrag! Nachhaltig leben ist eine Herausforderung, aber wie jeder lange Weg beginnt das Projekt mit dem ersten Schritt. Und wenn einer losläuft, läuft vielleicht einer mit und wenn irgendwann viele Leute kleine Schritte gehen, fangen sich auch große Dinge an zu verändern.
    Ich finde es super dass ihr das Thema aufgreift und Mut macht, es an zu gehen bzw. am Ball zu bleiben 🙂

    • Antworten ekulele 14. Mai 2018 um 21:26

      Liebe Simone, herzlichen Dank für Dein schönes Feedback. Mir gefällt der Satz:…“wenn einer losläuft, läuft vielleicht einer mit…“ 🙂

  • Antworten Kerstin 16. Mai 2018 um 8:14

    Hallo!

    Wertvoller Beitrag, schwieriges Thema…

    Wir haben momentan ein sehr kleines Budget, da ist gerade das Thema Kleidung für den Sohn absolut schwierig. In seiner Größe gibt es kaum noch gut erhaltene Second Hand- Sachen und er braucht doch so einiges, da ist Fair Fashion schlicht nicht drin. Okay, wenigstens gucke ich nach Bio-Baumwolle und gebe seine Sachen an eine Freundin weiter, wenn sie noch gut sind. Genauso bei Schuhen: Er braucht verpflichtend zwei Paar alleine für die Schule plus noch daheim… und dann locker mal alle sechs Monate eine neue Größe…
    Ab gewissen Größen oder auch bei bestimmten Kleidervorschriften im Geschäft gibt es schlicht auch keine Fair Fashion.
    Wenigstens gibt es bei Lebensmitteln immer mehr und auch bezahlbare Auswahl, genauso auch bei Kosmetika und Hygieneartikeln. Wobei die Familie da manchmal nicht mitzieht, ach, wie gesagt, schwieriges Thema 😉
    Dafür gibt es hier keine Fernreisen (mangels Geld) und das Auto wird auch meistens stehengelassen. Dazu Einkaufen mit Stoffbeutel, Versuch der Müllreduzierung, keine Strohhalme…
    Das Thema Mikroplastik beschäftigt mich auch gerade. Erschreckend, wo das alles drin ist. Ich habe mir jetzt eine Guppybag bestellt.
    Ich finde, das Wichtigste ist, sich Gedanken zu machen. Jeder kleine Schritt zählt. Besser viele kleine Schritte als gar keiner.
    Vorbildlich, was ihr schon alles macht 😉
    Liebe Grüße,
    Kerstin
    P.S. Und den Artikel über Nachhaltigkeit in KA schaue ich mir auch gleich an…

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