Mama sein

10 Tipps zum Stillen – meine Erfahrungen

1. September 2015

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Stillen – „total schön, klappt von Anfang an und schmerzt nur im Ausnahmefall„, so habe ich mir das noch während der Schwangerschaft vorgestellt. Pustekuchen! Leider gab es bei uns zu Beginn absolut keine Spur von Stillromantik und ich war sogar kurz davor alles über Bord zu werfen und das Fläschchen zu zücken. Zum Glück hielt diese Phase der Resignation nur kurz an und ich habe weiterhin daran gelaubt, dass es mit der Zeit einfacher, schmerzfreier und schöner wird. Denn von vielen Seiten wurde mir immer und immer wieder gesagt: „Frauke, es dauert einfach, bis sich alles eingependelt hat, spätestens wenn die Wochenbettzeit vorbei ist…“. Da ich unbedingt stillen wollte habe ich durchgehalten und kann zum jetzigen Zeitpunkt, ca. 9 Wochen nach der Geburt sagen, dass es in der Regel ganz gut klappt. Aber noch immer gibt es Momente, in denen es eben nicht so läuft (tolles Wortspiel) wie es sollte. Mittlerweile habe ich jedoch gelernt, wie ich damit umzugehen habe – ruhig.

Natürlich bin ich mir im Klaren darüber, dass es im www schon zig Artikel zum Thema Stillen gibt, dennoch möchte ich gerne mit euch meine Erfahrungen und Tipps teilen, denn ich bin der Meinung, dass jeder noch so kleine Stilltrick in manchen Situationen Gold wert sein kann. In diesem Sinne habe ich also wirklich lediglich die 10 Punkte aufgeschrieben, welche für mich und J.Boy hilfreich waren und sind. Wenn ihr mehr bzw. allgemeinere Tipps benötigt, rate ich euch das Internet zu durchforsten oder in einem Buch nachzuschlagen. Wenn es richtig brenzlig wird oder ihr spezielle Fragen habt – ab zur Hebamme oder dem Arzt! In manchen Fällen sollte man nicht „abwarten und Stilltee trinken„, sondern schnurstracks zum Fachmann.

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10 Tipps zum Stillen – meine Erfahrungen

  1. Man soll zu Beginn häufig anlegen, am besten 15 Minuten pro Seite. Oder doch eher 10 Minuten?! Da waren sich sogar die Schwestern im Krankenhaus nicht einig. Jede hat etwas anderes gesagt, was schließlich dazu geführt hat, dass ich total verunsichert war. Und dann auch noch der Druck alles notieren zu müssen. Bei manchen Babys kann so ein Stillprotokoll zwar sehr hilfreich sein und als Kontrolle dienen, z.B. dann, wenn das Kind viel an Gewicht verliert, aber bei J.Boy war das absolut nicht der Fall. Als ich am dritten Tag nach Hause durfte habe ich das Protokollieren noch zwei, drei Tage durchgezogen, dann war Schluss. Ich habe nach meinem Gefühl und J.Boys Verhalten/Verlangen gestillt.
  2. Der Kleine trinkt in kurzer Zeit sehr viel, wir nennen es hier auch liebevoll „Druckbetankung“. D.h. er zieht sich in knapp 10 Minuten alles was er benötigt und ist dann satt. An die zweite Brust war von Anfang an nicht zu denken. Dieses Ess- oder auch Trinkverhalten kam mir aber sehr gelegen, denn ich hatte zu viel Milch. Dadurch, dass er immer nur eine Seite bekommen hat, wurde nach einer Stilleinheit auch nur in einer Seite nachproduziert 😉
  3. In den ersten Wochen nach der Geburt war es super heiß und ich hatte das Gefühl, dass meine Brüste regelrecht überhitzen. Also habe ich mir immer mal wieder Kühlakkus in den BH gesteckt oder auch Quarkwickel (ich empfehle euch die „Donut-Methode“) gemacht. Kälte sollte man jedoch immer erst nach und nicht vor dem Stillen auflegen, sonst fließt die Milch nicht mehr richtig!
  4. Wenn ihr zu viel Milch habt, hilft es ab und an eine Tasse Pfefferminztee zu trinken. Wer eher mit dem Gegenteil zu kämpfen hat, greift am besten auf Stilltee zurück.
  5. Wichtig ist auch zu wissen, dass man bei zu viel Milch auf keinen Fall abpumpen sollte, denn das steigert die Produktion noch mehr. Viel besser ist das Ausstreichen der Brust. Das funktioniert am besten, wenn man die Brust vorher erwärmt oder sich einfach unter die warme Dusche stellt.
  6. Den „Milchüberschuss“ solltet ihr zudem nicht einfach in Stilleinlage, Spucktuch oder Co. sickern lassen, sondern auffangen und in einem sog. Milchbeutel einfrieren. Es wird immer mal eine Situation geben, in welcher man froh ist, einen kleinen Vorrat zu haben…
  7. Zum Stillen in der Öffentlichkeit bzw. was ich derzeit am liebsten anziehe, habe ich hier bereits einen Beitrag veröffentlicht. Ein „sicheres Gefühl“ geben auf alle Fälle Stilleinlagen. Empfehlen kann ich die von Lansinoh und Nuk, für daheim gehen auch die von babylove. Gut „präpariert“ zu sein hilft mir auf alle Fälle relaxter zu sein, was sich auf den Kleinen überträgt und zur Folge hat, dass er besser/ruhiger trinkt.
  8. Hat es euch erwischt und ihr müsst mit einer Brustentzündung kämpfen, dann kauft euch auf alle Fälle Retterspitz! Neben dem, bei mir nicht vermeidbaren, Antibiotikum mein Retter in der Not.
  9. Das A und O beim Stillen, Positionswechsel   Wiegehaltung, Rückenhaltung, Liegehaltung…
  10. Die Ruhe bewahren! Unsicherheit, Stress, Hektik und Zweifel übertragen sich auf das Kind.

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Zum Schluss sei noch gesagt: ob Stillen oder Flasche – jede Mama sollte sich für das entscheiden, was für sie und das Kind am besten ist. Ganz individuell und selbstbestimmt.

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15 Kommentare

  • Antworten Saskia 1. September 2015 um 18:53

    Schön, dass du so offen deine Erfahrungen teilst 🙂

  • Antworten Jenny 1. September 2015 um 20:28

    Liebe Frauke!

    Das sind tolle Tipps und kann ich nach drei Stillkindern genau so unterschreiben!

    Viel Spaß noch beim Stillen / Schmusen / Knuffeln!
    Jenny

    • Antworten ekulele 3. September 2015 um 23:20

      Liebsten Dank 🙂

  • Antworten Marajke Jovanoski 1. September 2015 um 20:52

    Das gefühl sein baby komplett allein ernähren zu können und diese nähe ist sooooo toll,geniess es…

  • Antworten Brummelbrot 1. September 2015 um 23:56

    Tolle Tipps, welche ich auch so unterschreiben kann.

    Was mir bei „überhitzten“ Brüsten immer sehr gut hilft, sind „Eiswindeln“. Klingt komisch – sieht dämlich aus – aber hilft super. Einfach etwas Wasser in eine frische Windel und einfrieren. Dann auf die Brust. Und kostet quasi nichts.

    Und vergiss Lansinoh Lanolin nicht! Der Heilige Grahl bei wunden Brustwarzen 😀

    • Antworten ekulele 3. September 2015 um 23:20

      Hihi, die kenne ich aus der Klinik…waren mir nur irgendwie nicht kalt genug 😀
      Lanolin brauche ich zum Glück nicht (3x auf Holz klopf)!

  • Antworten Johanna 2. September 2015 um 13:32

    Hallo Frauke, zuerst einmal, ich finde deinen Blog wirklich sehr gut gemacht und lese ihn immer wieder gerne. Ich bin seit 12 Wochen Mama und habe auch zuviel Milch. Deswegen hier noch etwas als Ergänzung:
    -Salbeitee wirkt noch um einiges milchhemmender als Pfefferminztee (absolutes Verbot für Wenig-Milch-Mamas)
    – ich gebe immer eine Brust immer wieder bis diese ganz „leer“ ist. Merkt man am trinkverhalten (viel ruhiger, nuckeln, verschluckt sich nicht mehr, schläft beim Stillen ein) und erst dann bekommt sie die verdauungsfördernde weil fetthaltigere Hintermilch. Seit dem hat sie nie mehr Verdauungsprobleme gehabt.
    – Bei den Stilleinlagen bin ich ganz deiner Meinung (bin auch voll auf sie angewiesen), allerdings finde ich, dass die Lansinoh ihren Preis wirklich wert sind, ich hab die immer einen Tag und eine Nacht dran. Außerdem Fusseln die günstigen von Babylove so und ich weiß nicht, ob das so gut ist, wenn die kleinen das „mitessen“
    Jedenfalls schön zu wissen, dass es nicht nur mir so geht wie ich tatsächlich am Anfang dachte. Liebe Grüße,
    Johanna

    • Antworten ekulele 3. September 2015 um 23:19

      Liebe Johanna, liebsten Dank für das Lob. Es freut mich sehr, dass dir mein Blog gefällt. Herzlichen Glückwunsch noch zur Geburt von deinem kleinen Zwerg und danke für deine Still Tipps Ergänzungen!!! 🙂

  • Antworten OktoberKind 6. September 2015 um 16:57

    Die meisten Sachen, die du hier schreibst, hat uns die Hebamme auch heute im Geburtsvorbereitungskurs so erklärt. Ich bin jedenfalls sehr gespannt, wie das hier so laufen wird, wenn der Herr in ein paar Wochen da ist.

    LG, OktoberKind 🙂

    • Antworten OktoberKind 5. Januar 2016 um 20:21

      Hab mir den Artikel grad nochmal durchgelesen und fest gestellt, dass die meisten Tipps für mich nicht hilfreich sind, weil ich im Gegensatz zu dir zu wenig Milch habe und seit ein paar Wochen zufüttern muss. Um die Produktion zu steigern, soll man ja öfter abpumpen und anlegen und während des Trinkens mehrfach die Seite wechseln. Außerdem soll Bockshornklee helfen. Fazit hier: Hilft alles nichts, genauso wie regelmäßiges Trinken von Stilltee^^.
      Mein wichtigster Tipp: gelassen bleiben und sich durch Stillprotokolle, Wiegeproben etc. nicht aus der Ruhe bringen lassen – das Kind wird schon irgendwie satt (notfalls mit Flaschennahrung). 😀

      Ich wünsche dir, dass es bei dir noch lange ausreichend fließt!

      LG, OktoberKind 🙂

  • Antworten Lilli & Luke 6. September 2015 um 22:35

    Hallo Johanna,

    toll das du durchgehalten hast! Ich habe 15 Monate gestillt bis es mir echt zu viel wurde. Bei mir hast es Gott sei Dank von Anfang an gut geklappt, ich war auch sehr froh darüber!

    Alles gute für Euch & schöne Grüße
    Ilka von http://www.lilliundluke.de

  • Antworten Johanna 28. September 2015 um 15:43

    Ich nochmal… Als kleiner Nachtrag für alle, die das hier erst später lesen und die vielleicht das gleiche Problem haben wie Frauke und ich (Zuviel Milch): Nach über 3 Monaten (!) hat sich bei mir die Milchmenge reguliert, also dem Bedarf angepasst und seitdem ist alles viel leichter geworden!
    Liebe Grüße,
    Johanna

    • Antworten Ekulele 28. September 2015 um 15:52

      Juhu 🙂 Bei uns hat es sich auch endlich eingependelt und du hast recht, es geht so viel einfacher!!!! liebste Grüße

      • Antworten Johanna 2. Oktober 2015 um 13:11

        Wenn man sich dann überlegt, das manche wegen solcher Schwierigkeiten aufhören und ein paar Tage später hätte es sich vielleicht eingependelt….

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