Gastblogger, Kalifornien, Reisen, USA

8 Wochen Roadtrip mit Baby – eine gute Idee?

2. Juli 2017

Roadtrip mit Baby

Gastbeitrag von Reise-Mama Wibke

Langstreckenflug, Roadtrip, etwa jede zweite Nacht in einem anderen Motel und das zwei Monate lang: Die Eckpunkte unserer Elternzeitreise hörten sich nicht unbedingt nach dem perfekten Urlaub mit Baby an. Entsprechend haben wir auch das ein oder andere Kopfschütteln geerntet, wenn wir von unseren Plänen erzählt haben. Aber wir ließen uns davon nicht abbringen. Und so ging es im Frühjahr dieses Jahres für acht Wochen in die USA.

Mit dem nächsten Flieger zurück?

Roadtrip mit Baby in den USA

Schon nach drei Tagen frage ich mich, ob das wirklich eine gute Idee gewesen war. Den Langstreckenflug nach Los Angeles hatten wir zwar gut überstanden, aber ansonsten waren wir alle ganz schön fertig. Das Baby weinte nachts und musste viel rumgetragen werden. Draußen war es für die Jahreszeit außergewöhnlich heiß und selbst ein kleiner Spaziergang wurde dadurch ganz schön anstrengend.

Roadtrip mit Baby im Mietwagen

Also freute ich mich, als wir unseren Mietwagen abholten. Jetzt würden wir einfach erst einmal entspannt im klimatisierten Auto durch die Gegend fahren. Da hatte ich die Rechnung allerdings ohne unser Baby gemacht. Kaum hatten wir die Kleine in ihren neuen Kindersitz gesetzt, fing sie auch schon an zu weinen. Den Rest des Tages verbrachten wir also damit, uns von Pause zu Pause zu hangeln. Auf den kurzen Strecken dazwischen machte ich Animationsprogramm in Dauerschleife und am Abend hätte ich uns alle am liebsten zurück nach Deutschland gebeamt.

Roadtrip mit Baby: So geht entspanntes Reisen

Roadtrip mit Baby Kalifornien

Wir hatten im Voraus unseren Roadtrip mit Baby grob geplant, jedoch außer dem Mietwagen und einer Unterkunft für die ersten drei Nächte noch nichts gebucht. So waren wir unterwegs zum Glück sehr flexibel. Denn auch wenn wir für unsere Elternzeitreise schon ein sehr langsames Reisetempo und kurze Strecken angedacht hatten, so beschlossen wir direkt nach dem ersten Tag „on the road“ noch gemächlicher zu reisen. Wir kürzten die maximal pro Tag zurückgelegte Kilometerzahl noch einmal und bauten unterwegs mehr Zwischenstopps ein. Wenn möglich machten wir also nicht einfach irgendwo eine Pause, sondern steuerten zum Beispiel einen schönen See an, an dem wir ein bisschen spazierten und auf einer Wiese entspannten.

Zudem fand ich schnell heraus, wie man das Baby im Auto am Besten beschäftigt und mit welchen Spielen und Liedern ich sie ablenke, wenn sie doch einmal anfangen sollte zu weinen. (In Zukunft werde ich diese 10 Tipps für lange Autofahrten berücksichtigen).

Unsere Kleine wird zum Reise-Baby

Roadtrip mit Baby Wandern

Roadtrip mit Baby Natur

Wie ärgerlich, wenn das mit dem „in die Heimat beamen“ geklappt hätte. Denn nach nicht einmal einer Woche hatten wir uns zur Reise-Familie entwickelt. Wir hatten herausgefunden, wie wir am besten reisen und unsere so Tage gestalten,  dass alle glücklich sind. Wir waren sehr entspannt und das Baby wurde zu einem richtigen Reise-Baby. Sie genoss es, den ganzen Tag Papa und Mama um sich zu haben, viel von uns in der Babytrage durch die Gegend getragen zu werden und spielte oder chillte im Auto. Wir waren wirklich überrascht, wie zufrieden die Kleine während unseres Roadtrips war und wie entspannt das Reisen mit Baby ist.

Roadtrip mit Baby Reisetipps

Im Nachhinein betrachtet hatten wir auch genau den richtigen Zeitpunkt für unseren Roadtrip mit Baby gewählt. Die Kleine war während unserer Elternzeitreise sechs bis acht Monate alt. Damit war sie nicht zu klein aber auch noch nicht zu alt.

Während der letzten Tage in den USA fing sie an richtig zu krabbeln und wäre sie schon früher so mobil gewesen, hätte wir unsere Reise deutlich mehr auf das Baby ausrichten müssen. So aber reichte z.B. auch mal ein kleineres Plätzchen, um sie strampeln zu lassen und sie konnte im Elternbett schlafen, ohne dass wir Angst haben mussten, dass sie herausfällt.

Elternzeitreise – die Zeit unseres Lebens

Roadtrip mit Baby als Elternzeitreise

Ok, man weiß ja nie, was in den nächsten Jahren alles noch so kommt. Aber eines steht feste: Wir hatten in den USA eine grandiose Zeit und die Elternzeitreise wird immer als besonderes Highlight in unserem Gedächtnis bleiben. Wir sind als kleine Familie noch einmal anders zusammengewachsen, als wir das in den ersten Monaten mit Baby Zuhause schon sind. Und natürlich war auch unsere Route durch die USA wirklich toll.

Von Los Angeles sind wir nach Osten gefahren und haben zunächst einen großen Bogen durch Arizona und Utah gemacht. Nach Las Vegas ging es dann wieder zurück nach Kaliforniern und dort im Landesinneren Richtung Norden bis etwas über San Francisco. Auf dem Highway 1 gelangten wir schließlich zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Wir haben in den acht Wochen unseres Roadtrips zahlreiche Nationalparks besucht, sind viel gewandert, haben immer wieder die beeindruckende Natur bestaunt und das Treiben in den Städten beobachtet.

Elternzeitreise

Ob es eine gute Idee war, acht Wochen lang einen Roadtrip mit Baby durch die USA zu machen? Auf jeden Fall! Ich würde so eine Elternzeitreise (egal wo und wie lange) jedem der gerne reist empfehlen.

Wenn Du auch Lust auf eine Reise mit Baby bekommen hast oder mehr über unsere Erlebnisse lesen möchtest, dann schau doch einmal auf meinem neuen Blog reise-mama.de vorbei. Die ersten Artikel sind schon online und ich werde dort ab sofort regelmäßig Tipps zum Reisen mit kleinen Kindern geben sowie von unseren Abenteuern berichten.

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5 Comments

  • Reply Kristina Dinges 2. Juli 2017 at 23:44

    Was für ein toller Beitrag. Ich habe mich das schon öfter gefragt, ob man überhaupt noch solche Reisen mit einem Baby bzw. machen kann. Und das Beispiel hat mir definitiv gezeigt, dass es geht. Man muss nur wollen.

    Liebe Grüße Kristina von KDSecret

    PS: Aktuell suche ich noch Gastblogger die Lust haben einen Artikel für meinen Blog zu schreiben. Ich würde mich freuen von dir zur hören. 🙂

  • Reply Nancy 3. Juli 2017 at 19:58

    Traumhafte Fotos! Vielen Dank für den tollen Beitrag! Wir überlegen schon lange, im Oktober von unserem Wohnort an der Ostküste der USA (Charleston, South Carolina) mit unseren beiden Kids (dann 2 Jahre sowie 4 Monate alt) quer durch die USA nach Kalifornien zu fliegen. Bislang haben wir uns nicht recht getraut, aber Dein Text ermutigt sehr dazu! Zumindest unser 2-Jähriger hat schon viel Reiseerfahrung (wenn auch mit kürzeren Inlandsflügen) und das Baby ist bis jetzt ganz ruhig und genügsam. Vielleicht trauen wir uns ja doch!
    Jedenfalls danke, Wiebke, und Euch noch viele spannende Reisen als Familie! Lieben Gruß!

  • Reply Melanie 4. Juli 2017 at 15:37

    Wie empfindet ein Baby/Kleinkind so eine Reise? Gerade erst auf der Welt, herausgerissen für so lange Zeit aus einem noch nicht mal gewohntem Umfeld. Klimaanlagen, Geräuschkulisse, Tagesprogramm… hauptsache „ruhig und genügsam“. Immer dieses WIR. Ja ok – Eltern haben auch Bedürfnisse. Ich weiß nicht ob hier auch negativ gepostet werden darf, aber ich persönlich finde es nicht gut mit so einem kleinen Kind eine so lange Reise zu machen. Man muss das Kind ja nicht einsperren (bloß keine Helikoptereltern oder so…), aber das klingt für mich nach einer ziemlich unnötigen Belastung für den kleinen Erdenbürger. Kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es für das Kind schön, angenehm oder „ein Erlebnis“ war.
    Mein erster Gedanke war:
    Schade wie viel Egoismus der Eltern manch kleines Würmchen ertragen muss.

    Ich möchte hier bloß meine Meinung kundtun und niemanden verurteilen oder angreifen, aber dennoch auch in die andre Richtung zum Nachdenken anregen.

    • ekulele
      Reply ekulele 4. Juli 2017 at 16:55

      Liebe Melanie, natürlich darf hier auch Kritik geäußert werden, Danke für deinen Kommentar. Ich persönlich denke, dass die Eltern ganz gut spüren, ob ihr Baby ein „Reise-Kind“ ist, oder eher nicht. Mit Sicherheit gibt es Babys, welche sehr viel Beständigkeit (gleiches Bett, gleiche Umgebung..) benötigen, um sich wohl zu fühlen. Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass es kleine Kinder gibt, für welche es in aller erste Linie wichtig ist, dass Mama und Papa da sind – egal ob in Köln, in einem Hotel, einer Jugendherberge, in den USA oder, oder… dass es für sie kein „Stress“ bedeutet täglich an einem neuen Ort zu sein. Hier muss man einfach auf seinen Elterninstinkt hören – und vielleicht auch mal zurückstecken, wenn das Baby eben kein Reise-Baby ist….

      • Reply Melanie 5. Juli 2017 at 10:06

        Toll, so mag ich deinen Blog natürlich noch viel lieber! Das ist übrigens eine sehr gute Antwort 🙂 aufs Herz und aufs Kind hören ist in dem Fall bestimmt der richtige Weg!

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