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Gelassen und geduldig, ist das meine Tochter?!

24. März 2017

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Frauke und ich, wir sind uns in manchen Dingen schon sehr ähnlich. Sie ist ja nicht umsonst meine Tochter und wir sind außerdem beide Stiere! Wir haben beide Temperament, können schon mal ganz schön aufbrausen, ungeduldig oder gereizt sein, wir sind manchmal sehr direkt. Von Frauke bekam ich die unterschiedlichsten „Liebesbriefe“ als sie ein kleines Mädchen war. Das reichte von: „Du bist die allerliebste Mutter der Welt“ bis zu „Du bist so gemein“. In Fraukes Pubertät kam es da schon das eine oder andere Mal zu Spannungen oder Reibungen, was ja eigentlich auch normal ist. Aber wir sind beide nicht nachtragend und haben uns auch immer wieder schnell versöhnt.

Seit Frauke Mutter ist und ich Großmutter, hat sich da etwas bewegt. Natürlich hat das schon begonnen, als die Pubertät vorbei war und Frauke nicht mehr zu Hause wohnte. Aber so richtig aufgefallen ist mir das, seit Jonte auf der Welt ist. Wir sind beide in neuen „Rollen“ und ich habe das Gefühl, das hat uns beide gelassener gemacht. Wir gehen nachsichtiger und behutsamer miteinander um. Es muss nicht mehr unbedingt alles ausgesprochen werden, man kann sich ja auch mal seinen Teil denken.

Gelassen und geduldig, ist das meine Tochter?!

Und wenn es um Jonte geht, kann ich nur immer wieder staunen wie geduldig, ausgeglichen und verständnisvoll sie im Umgang mit ihm ist. Wenn ich nur daran denke als er angefangen hat Gemüse zu essen und er immer auch selber essen wollte. Er hat es immer mit seinen Händchen geschafft den Löffel, der da gerade zum Mund geführt wurde, auf Umwege zu bringen und damit das Gemüse im Umkreis von mindestens 2 Metern zu verteilen. Frauke hat es kategorisch abgelehnt seine Hände/Arme irgendwie festzuhalten, um ihn einfacher „füttern“ zu können. (Da ist sie bis heute in jeder Situation sehr allergisch dagegen – Hände oder Arme gegen den Willen des Kindes festzuhalten, z.B. beim Arzt, geht gar nicht).

Nach dem Essen wird halt der Boden geputzt, kein großes Ding ;-), das ist auch heute noch unerlässlich, auch wenn es mit dem selber essen schon wesentlich besser klappt. Frauke ist die Ruhe selbst, wenn das Kind einen Zornanfall hat oder es sich beim Wickeln immer wegdreht. Sie spielt geduldig zum x-ten Mal: wo bin ich, backt den 20. Kuchen im Sandkasten, sagt ruhig zum 100. mal: „Bäähh“, wenn Jonte wieder eine Zigarettenkippe auf dem Spielplatz aufsammelt (inzwischen will er sie nicht mehr in den Mund stecken, sondern bringt sie zum Mülleimer!)

Das heißt jetzt natürlich nicht, dass Frauke nicht manchmal doch etwas die Stimme erhebt, z.B. wenn Jonte sie schelmisch anschaut und dann das Spielzeug die Treppe runter wirft.Oder dass sie nicht auch mal kurz davor ist einen Brüller los zu lassen. Aber eben nur kurz davor 😉

Für mich als Oma ist es sowieso eine entspannte Situation mit dem Enkelkind. Es ist etwas wunderschönes, das Aufwachsen des Kindes mit diesem „Abstand“ zu erleben. Man nimmt sich die Zeit und ist dann ganz für das Kind da. Da muss sonst nichts erledigt werden.

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Was ich meiner Tochter wünsche:

Ich kann Frauke nur wünschen, dass sie auch in ferner Zukunft (wenn es wirklich mal drei Kinder werden) ein Stück weit, diese Gelassenheit beibehalten kann.
Wenn ich mich zurück erinnere an die Zeit, als meine Drei mich manchmal ziemlich forderten (besonders anstrengend fand ich es wenn sie stritten), dann muss ich leider eingestehen, dass ich schon auch mal gestresst war, die Geduld verlor und laut wurde. Das tut mir heute sehr leid. Ich hätte mir da im Nachhinein mehr Ruhe und Gelassenheit gewünscht.

Wahrscheinlich geht es der einen oder anderen Mutter auch heute so, dass sie einfach auch mal die Nerven verliert und nicht ganz so geduldig reagiert, wie es ihrer Idealvorstellung entspricht. Aber ich denke man sollte sich da keine allzu großen Vorwürfe machen, wenn man sonst liebevoll mit seinem Kind umgeht, wenn das Kind spürt dass es geliebt wird.

Ist das meine Tochter Teil 1

Es grüßt Euch,
die tiefenentspannte Oma

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1 Comment

  • Reply Lebensabschnitte - Veränderungen und Entwicklungen - EkuleleEkulele 6. Mai 2017 at 19:53

    […] Lebensabschnitte, an denen etwas Altes zurückgelassen wird und etwas Neues beginnt. In einem meiner letzten Beiträge, hatte ich schon erwähnt, dass sich zum Beispiel die Beziehung von Frauke und mir durch unsere […]

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