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Die perfekte Küche – Arbeitsplatte, Fronten und wichtige Tipps

4. Februar 2018

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Die perfekte Küche zu finden ist gar nicht so einfach. Mittlerweile haben wir uns auch damit abgefunden, dass es diese wohl gar nicht gibt. Irgendetwas ist immer und man muss einfach kleine Kompromisse eingehen. Oder man sucht noch weitere Wochen, Monate oder gar Jahre. Darauf haben wir keine Lust. Denn nachdem wir zig Küchenstudios einen Besuch abgestattet haben, reicht es uns irgendwie. Genug Fronten, Arbeitsplatten, Griffe, Farben, Backöfen und Dunstabzugshauben. Es war einfach an der Zeit Entscheidungen zu treffen. Irgendwann muss man Nägel mit Köpfen machen und ich sag es euch, es fühlt sich gut an!

Unsere Küche – Wenig Spielraum

Wir haben uns für eine Küche entschieden und sind happy. So richtig, auch wenn wir ein paar Kompromisse eingehen mussten. Denn, wirklich viel Spielraum haben wir, was beispielsweise die Anordnung der Schränke und Geräte angeht, gar nicht. Da wir ein Bestandsobjekt gekauft haben und Umbaumaßnahmen im EG für mich ausgeschlossen sind, hat unsere Küche eine simple L-Form. Herd und Spüle sind relativ fest vorgegeben, für den Kühlschrank gibt es eigentlich auch nur eine Option. Somit kam für uns beispielsweise eine Kochinsel nicht in Frage und auch ein Backofen auf Augenhöhe ist nicht machbar – außer wir würden massig Stauraum, im Sinne von Schränken/Schubladen, verschenken. Und Stauraum ist eh „das Problem“. Im Endeffekt wird die Küche um einiges kleiner sein als unsere Jetzige und wir müssen gut überlegen, was vielleicht weg muss (Hallo Minimalismus Spiel) oder wo anderes im Haus Platz finden kann.

Die perfekte Küche – Das war bzw. ist uns wichtig:
  • Natürlich spielt die Optik der neuen Küche eine große Rolle. Wenn man viel Geld in die Hand nimmt, dann sollte es einem natürlich gefallen!
  • Aber nicht nur die Optik ist für uns wichtig, sondern vor allem auch die Funktionalität/Praktikabilität. Eine Küche muss für uns praktisch sein, denn hier wird gearbeitet und gelebt. Ich möchte nicht immer vorsichtig sein müssen, da sonst „Achtung, das gibt Macken“ oder „halt stopp, erst die Finger waschen„… Gerne haben wir es hübsch, aber dennoch pflegeleicht.
  • Da wir vorhaben im neuen Haus eine Weile zu leben, sollte die Küche natürlich mitspielen und nicht direkt nach ein paar Jahren auseinander fallen. Sprich Langlebigkeit und Qualität sollten gegeben sein.
  • Da die Küche recht wenig Platz für Schränke bietet (großes Fenster, Terrassentür, Tür zum Essbereich) muss wirklich gut geplant werden. Denn es gilt: soviel Stauraum wie möglich schaffen.
  • Wenn möglich viele Schubladen, denn hier beherrscht man das Chaos einfach besser. Diese Erfahrung haben wir zumindest mit unserer jetzigen Küche gemacht. Bei einer Schublade sieht man direkt, was sich ganz hinten verbirgt, bei einem Schrank nicht wirklich.

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Die Wahl der Farbe

Für uns stand irgendwie außer Frage, dass die Küche bzw. die Fronten eine andere Farbe als weiß hat/ haben. Anders als man vielleicht auch vermutet, gehört weiß in der Küche zu einer der pflegeleichteren Farben. Auf dunklen Fronten wie beispielsweise grau oder schwarz sieht man Fingerabdrücke und Co. wesentlich schneller. Wobei hier „matt“ und „glänzend“ eine große Rolle spielen, dazu gleich mehr.

Küche – Griffe oder grifflos?

Ohne uns vorab zig Küchen angeschaut zu haben, waren wir uns recht einig, dass wir gerne eine grifflose Küche hätten. Einfach, weil es uns gefällt. Nachdem wir die Vorteile einer grifflosen Küche gehört haben, stand die Entscheidung ob mit oder ohne Griffen schnell fest. So lässt sich beispielsweise die Leiste einer grifflosen Küche einfacher reinigen als Griffe. Einfach mit einem Lappen durchwischen und gut ist. Natürlich gibt es auch Nachteile. So muss bei der Planung einiges bedacht werden und es ist nicht immer einfach, ein stimmiges, klares Bild hinzubekommen. Schubladen, Schränke – alles muss passen, damit der Look einer grifflosen Küche auch „nach was aussieht“.
Super wichtig ist auch die Leiste an sich. Wir hatten viele, verschiedene grifflose Küchenmodelle (Nolte, Nobila, IKEA, Plana…) in der Hand und es gibt gravierende Unterschiede. Bei manchen grifflosen Küchen ließen sich die Schränke und Schubladen sehr schwer öffnen. Für Personen, welche gerne lange Nägel tragen sogar fast unmachbar. Darauf muss man unbedingt achten. Solltet ihr also eine grifflose Küche wünschen, welche sich nicht mechanisch öffnen lässt, sondern mit Hilfe einer Leiste, dann probiert unbedingt vorab das Öffnen aus.
Wir hatten des Weiteren das Problem, dass wir nicht wollten, dass sich die Leiste zum öffnen am Kühlschrank oben befindet, wo sie eigentlich vom Küchenhersteller geplant ist.  Unsere Jungs würden so nämlich erst mit ca. 12 Jahren den Kühlschrank alleine öffnen können, ein no go, wie wir finden. Lies sich aber zum Glück umplanen…

Die Wahl der Arbeitsplatte – Holz, Granit, Kunststein oder Kunststoff/Schichtstoff?

Ursprünglich war die perfekte Küche für mich weiß, matt, grifflos und mit einer Arbeitsplatte aus Holz. Je mehr wir uns jedoch mit dem Thema Arbeitsplatten beschäftigt haben, desto klarer wurde für uns, dass es wohl doch kein Holz werden wird.

Auf Instagram hatte ich nach Erfahrungen und Tipps mit Arbeitsplatten aus Holz gefragt und wirklich super viel Feedback bekommen. Ein paar Auszüge der Nachrichten, sowie Ergebnisse unserer Recherche und Beratung aus Küchenstudios möchte ich gerne mit euch teilen:

Pro Arbeitsplatte aus Holz und Tipps zur Pflege:

  • Eine Hartölversiegelung macht die Arbeitsplatte aus Holz pflegeleichter
  • Holz ist ein lebendiges Material und „schreibt im Laufe der Zeit seine eigene Geschichte“
  • Tolle Optik
  • Ca. 2-3x ölen pro Jahr reicht aus
  • Einfach mit Sandpapier abzuschleifen
  • Viele empfehlen eine Arbeitsplatte aus Eiche, Bambus oder Teak Holz
  • Flecken mit etwas Zitrone einreiben und anschließend eventuell einölen

Contra Arbeitsplatte aus Holz:

  • Unbehandelte, aber geölte Arbeitsplatten aus Holz sind super empfindlich
  • Bekommt schnell Macken und Kratzer
  • Auf Dauer sehr unhygenisch
  • Benötigt viel Pflege
  • Bekommt schnell Abdrücke, z.B. von heißen Gegenständen
  • Flecken von Obst, Wein und Co. lassen sich nicht einfach oder gar nicht entfernen
  • Man muss mit Wasser aufpassen! Platte kann aufquellen.

Die Arbeitsplatte ist irgendwie zugleich die Werkbank der Küche, nicht wahr? Für uns muss sie deswegen einiges aushalten können. Sprich sie sollte robust ein. Einen heißen Topf abstellen, mal mit dem Messer abrutschen, Obstflecken, ein bisschen Rotwein – was auch immer, uns ist wichtig, dass unsere Arbeitsplatte all das kann bzw. aushält. Und obendrein spielt natürlich auch die Hygiene in der Küche ein Rolle. Deswegen haben wir uns nun schlussendlich für eine Arbeitsplatte aus Stein bzw. Keramik entschieden. Ein paar Tage habe ich der, optisch so schönen, Holzarbeitsplatte schon nachgetrauert. Aber ich gebe ehrlich zu, der Aufwand mit ölen, abschleifen und Co. war mir bzw. uns einfach zu hoch. Mit unserer grauen Arbeitsplatte aus Keramik bin ich nun jedoch auch sehr glücklich. Mal sehen, wie sie sich so im Alltag erweisen wird.  Ich denke gut, denn aktuell haben wir in unserer Wohnung Granit und das ist wirklich unheimlich pflegeleicht.

Vorteile von Granit, Keramik und Kunststein wie bspw. Quarzstein:

  • Leicht zu reinigen/ Pflegeleicht
  • Hygenisch
  • Feuchtigkeitsresistent
  • Hitzebeständig
  • Robust
  • Keine Verfärbungen/ Fleckenunempfindlich
  • Schnittfest

Weitere Optionen für Arbeitsplatten in der Küchen:

  • Edelstahl
  • Beton
  • Corian
  • Dekton
  • Keramik
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Matte oder glänzende Fronten – Was ist besser?

Waren wir erst pro matt, so haben wir uns nun doch für glänzende Fronten entschieden. Warum? Weil es wesentlich pflegeleichter ist, zumindest in der Farbe Weiß. Wir haben uns in ca. fünf Küchenstudios beraten lassen und der Grundton war stets: „Kinder im Haus? Viele Fingerabdrücke! Glänzend!„. In der Tat sind glänzende Fronten sehr easy zu handeln, wie ich finde. Derzeit haben wir auch eine weiße, glänzende Küche und Tapser und Co. lassen sich ganz einfach mit einem feuchten Tuch eliminieren. Auf matten Fronten setzen sich Schmutz und Co. schneller und vor allem fester fest. Deswegen kann eine matte Front nach wenigen Jahren laut Aussage „schnell schmuddelig“ aussehen.

Bzgl. der Fronten lasse ich es nun auch dabei, auch wenn man noch auf die Art der Lackierung eingehen könnte. Dazu könnte der Ehefreund euch übrigens bei Bedarf einen Vortrag halten…

Küchenrückwand – Über Geschmack lässt sich streiten…

Die Rückwand ist ein nettes Gestaltungselement in der Küche und dient vor allem zum Schutz der Wand über der Arbeitsplatte. Möglichkeiten gibt es wie Sand am Meer. Wir haben und aus optischen Gründen für keine Rückwand entschieden. Das heißt, wir werden lediglich die Arbeitsplatte für ein paar Zentimeter nach oben ziehen (damit man beim Reinigen der Platte nicht immer an die Wand wischt), sprich eine Sockelleiste anbringen lassen. Die Wand an sich wird mit Streichputz versehen. Lediglich am Herd werden wir einen Schutz anbringen. Was genau, das ist noch nicht final entschieden.

Tote Ecken – Stauraum schaffen mit Rondell oder LeMans?

Wir haben in unserer neuen Küche eine sog. „tote Ecke“. Unser erste Gedanke war, diese mit einem Rondell oder auch LeMans auszunutzen. Nach einer tollen Beratung wissen wir nun jedoch, dass solch eine Option meist gar nicht die ideale Lösung ist! Hierfür hat uns der Herr aus dem Küchenstudio eine LeMans* Matte auf die Arbeitsplatte gelegt und aufgezeigt, wie viel Platz wirklich genutzt oder auch besser gesagt nicht genutzt wird. Mit einem klassischen Schrank und eben einem toten Eck fährt man häufig besser und vor allem wesentlich günstiger.
Hier kommt es jedoch natürlich immer auf die Größe des toten Ecks an.

Mehr Platz in kleinen Küchen – Zusätzlichen Stauraum und Abstellfläche

Wir können auf Grund des Grundrisses lediglich eine Küche in L-Form und ca. den Maßen 3,10 x 2,60 Metern einbauen lassen. Auf einer Seite befindet sich nämlich ein sehr tiefes, großes Fenster. Um den Platz davor dennoch irgendwie nutzen zu können und mehr Stauraum und Arbeitsfläche/ Abstellfläche zu schaffen, werden wir wohl eine Art Servierwagen/Küchenwagen* aufstellen. Schön und „leicht“ finde ich auch ein sog. String Regal*. Weitere Ideen und tolle Hacks findet ihr zahlreich bei Pinterest.

Wie wird unsere Küche aussehen? Für was haben wir uns entschieden?! FAZIT

Kurz und knapp: Polar weiß, grifflos, glänzend, Arbeitsfläche aus grauem Keramik, Amateuren aus Edelstahl, keine Rückwand, Fronten ohne Glaselemente.

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3 Tipps für eine langlebige Küche – Damit die perfekte Küche auch perfekt bleibt

Und zu guter Letzt habe ich nun noch drei Tipps für euch, welche mir bis vor kurzem nicht bekannt waren. Da ich sie jedoch super logisch und wichtig finde, hau ich sie noch flott raus:

  1. Die Spülmaschine ist fertig. Was machen viele? Genau, einen Spalt aufmachen und später ausräumen. Halt stop! Der heiße Dampf kann nur langsam über den Spalt entweichen und kriecht nun die Arbeitsplatte und Schränke entlang. Folge: mit der Zeit können Platte und Schränke, vor allem an den Kanten/Ecken, kaputt gehen. Besser: Maschine erst öffnen wenn sie etwas abgekühlt ist oder ganz öffnen.
  2. Gleiches Spiel beim Backofen. Diesen am besten entweder ganz oder eben gar nicht nach dem Nutzen öffnen. Denn auch hier kann über den kleinen, geöffneten Spalt die Hitze nur langsam entweichen.
  3. Eine glänzende Küche, die Fronten, niemals mit Mikrofasertüchern putzen. Mikrofasertuch ist im Prinzip wie ein ganz feines Schmirgelpapier und zerkratzt im Laufe der Zeit den Lack. Das gilt im Übrigen auch für die Armaturen im Badezimmer.

Ich hoffe dieser Artikel war für euch hilfreich. Hinterlasst gerne weitere Tipps und Erfahrungen in den Kommentaren, ich bin mir sicher, dass sie vielen weiterhelfen werden. 

 *Diese Links sind Affiliate-Links, das heißt, dass ich einen Prozentteil der Verkaufssumme bekomme. Für euch entstehen keine Mehrkosten, ihr unterstützt jedoch meine Arbeit, DANKE!

Bei der Küche auf den Fotos handelt es sich nicht um unsere neue Küche. 

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4 Comments

  • Reply Susann 5. Februar 2018 at 11:43

    Toller und sehr hilfreicher Artikel. Wir planen auch gerade unsere Küche, die übrigens eurer sehr ähnlich ist 🙂 und stehen vor den selben Hindernissen und Fragen. Danke für den Input! <3

    • ekulele
      Reply ekulele 7. Februar 2018 at 14:53

      Sehr gerne 🙂 Und falls du noch Tipps und neue „Erfahrungen“ hast – gerne her damit 🙂

  • Reply Lissi 5. Februar 2018 at 13:33

    Hallo 🙂
    da wir ebenfalls in x-Küchenstudios zur Planung und Beratung waren muss ich zum Thema grifflose Schränke unbedingt etwas sagen. Es sieht aus meiner Sicht eleganter aus vorallem in offenen Wohnküchen. Allerdings in der Praxis „nervt“ auf Dauer das Öffnen. Wir haben eine hochwertige Küche von Hacker aus Deutschland. Super verarbeitet und die Griffleiste ist toll. Trotzdem nach 1,5 Jahren Praxiserfahrung – ein Griff lässt sich im Alltag einfach besser greifen und ist nicht so Schmutzanfällig wie die komplette Front als Angriffsfläche für Schmutz. Eine grifflose Küche gerade bei matten Fronten – echt empflindlich und schwierig zu reinigen.

    Mein Tipp vom befreundeten Küchenplaner:
    Falls möglich Backofen und Geschirrspüler nach oben! Schont den Rücken, wenn man bedenkt, dass man jeden Tag 1-2x den Spüler ein oder ausräumt. 🙂
    Dampfgarer nur einbauen wenn das Wasser automatisch abgesaugt wird. Sonst total nervig und unhygienisch.

    Wie du siehst…auch ich kann dazu einen Roman schreiben. 🙂
    Viele Grüße!

    • ekulele
      Reply ekulele 7. Februar 2018 at 14:52

      Liebe Lissi, DANKE dir!
      Leider haben wir nicht die Möglichkeit Spüler und/oder Herd nach oben zu setzen.
      Hätten wir eine größere Küchen, hätten wir dies aber mit Sicherheit gemacht 🙂
      Sonnige Grüße, Frauke

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