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Wie krank ist mein Kind? – Fragt nicht Google!

30. August 2017

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Wie krank ist mein Kind? Das Kind ist auf einmal so anhänglich. Leicht abwesend sitzt es auf meinem Schoss. Nichts kann man ihm recht machen. Es ist weinerlich, hat keinen Appetit. Was ist mit meinem Kind los? Warum ist es so apathisch?

Wenn sich dann irgendwann Fieber einstellt ist es fast schon eine Beruhigung – „ah ein Infekt“. Aber bis dahin bleibt die Angelegenheit recht unklar. So ein „apathisches“, leidendes Kind ist ein jämmerlicher Anblick. Unsere Gehirnzellen laufen auf Hochtouren. Wir versuchen uns auszumalen was das Kind haben könnte. Und meistens neigen wir ja dazu alles in den schlimmsten Farben auszumalen. Da gelassen zu bleiben, sich zu sagen „mal abwarten was da ausgebrütet wird“, schaffen wahrscheinlich die Wenigsten.

Das Kind ist krank – Ruhe bewahren!

Ich hatte es früher auch nicht ganz so leicht, denn als Kinderkrankenschwester war ich etwas „vorbelastet“. Ich wusste was es alles gibt, welche Komplikationen eintreten könnten usw.. Und so fiel es mir besonders beim ersten Kind teilweise schwer die Sache erst einmal ganz entspannt anzugehen und nicht direkt in eine Art Panik zu verfallen.

Aber trotzdem war es nichts im Vergleich dazu, was die armen Mütter heute durchmachen. Wenn ich meine Tochter so betrachte, dann ist es in der heutigen Zeit wesentlich schwieriger geworden ruhig zu bleiben. Denn, es gibt Google!!!

Gar nicht so einfach – Es gibt Google!

Welch ein Fluch denke ich mir manchmal. Da wird sofort nachgeschaut und man stößt auf die schlimmsten Sachen. Man braucht nur ein Symptom einzugeben und man findet seitenweise Krankheiten dazu. Der „netdoktor“, „kinderarzt“, „kindergesundheit“ und wie sie alle heißen, geben Tipps und Ratschläge, dazu jede Menge Hinweise und Empfehlungen in allen möglichen Foren. Wenn das Kind überlebt, grenzt das schon fast an ein Wunder, ein wenig überspitzt gesagt.

Man findet dort letztendlich auch (meist) keine Antwort, ist aber weit davon entfernt beruhigt zu sein. Nein, man hat das Gegenteil erreicht. Denn jetzt ist man erst so richtig aufgeschreckt! Es gibt Krankheiten/Dinge/Symptome, darauf wäre man im Leben nie gekommen. Und trotzdem oder gerade deswegen wird fleißig gegoogelt.

Bei jedem Wehwehchen, bei jedem Wort das man beim Arzt aufschnappt. Bei jeder Diagnose wird nochmal nachgeforscht, ob einem der Arzt auch nichts verheimlicht hat…

Waren wir früher ahnungslos?

Was waren wir doch früher ahnungslos und uninformiert. Wir hatten bestenfalls ein paar Bücher über Kinderkrankheiten, Wickel und Hausmittelchen. Dank dieser Ahnungslosigkeit waren wir aber gleichzeitig etwas unbelasteter und unbeschwerter. Natürlich waren wir manchmal auch sehr besorgt oder leicht panisch, aber immerhin blieben uns all die schlimmen Krankheiten, die die Suchmaschine ausspuckt, erspart.

Wie krank ist mein Kind – Kinderarzt anstatt Google

Da wünsche ich doch allen jungen Müttern einen guten Kinderarzt, der es schafft sie zu beruhige, ihnen ihre Ängste und Sorgen zu nehmen. Der sie ernst nimmt, sich Zeit nimmt, berät, hilft und unterstützt.

Nachdem ich damals zuerst einen Kinderarzt hatte, der mich mit dem Hinweis auf mögliche Komplikationen schnell dazu brachte den Kindern Antibiotika zu geben, habe ich im Anschluss einen Arzt gefunden, der das alles sehr relaxt angegangen ist. So enspannt, dass ich mich öfters gefragt habe: „warum warst du jetzt beim Arzt, das Kind ist doch quasi gesund“ 😉

Oma Doris wünscht allen eine gesunde Woche

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1 Comment

  • Reply Reise-Mama Wibke 30. August 2017 at 21:03

    Tja, habe auch gerade mal wieder gegoogelt und danach erst einmal geschaut, ob das Kind noch atmet 😉 Ok, ganz so schlimm war es nicht, aber das stimmt schon, dass man sich im Internet schnell verrückt machen kann. Eigentlich möchte man ja nur beruhigt werden, dass alles ok ist. Aber Dr. Google erreicht in der Regel das Gegenteil. Da ist ein guter Kinderarzt oder am Anfang auch eine Hebamme wirklich Gold wert.

    LG Reise-Mama Wibke

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