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Windelexplosion auf der Autobahn – Ein Hoch auf Feuchttücher und Mamas Oberschenkel…

8. Dezember 2017

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Da sitze ich also, eingepresst zwischen zwei Kindersitzen und denke mir „puh, irgendwie duftet es etwas von links„. Wir sind seit knapp dreißig Minuten unterwegs und die Stimmung ist schon jetzt auf dem Siedepunkt. Augustbub mag es einfach nicht, das Autofahren. Egal was ich anstelle, meist weint er die ganze Zeit. Singen, klatschen, mit einer (Spuck-) Tüte rascheln oder auch Staubsauger simulieren – nichts mag ihn bei Laune halten. Falls nun einer sagt „dann sei doch einfach still und setzte dich nach vorne„, dem muss ich leider mit „dann wird seine Laune/Verfassung noch schlimmer und zudem kann ich die Spucktüte für den Großen nicht schnell genug zücken“ antworten. Ja, Autofahren ist bei uns derzeit alles andere als lustig. Wobei, der Große findet es, bis auf die manchmal auftretende Reisekrankheit, recht witzig. Denn kurz nach dem der Sicherheitsgurt fest ist schreit er Auto-Party, Papa„. Ole. Kinder-CD auf volle Lautstärke (natürlich nur bei den Lautsprechern auf den billigen Plätzen in der zweiten Reihe) und die Lieder 3, 15 und 6 (aber bitte auch in dieser Reihenfolge) im Wechsel. Immer! Ohne Pause, nicht leiser werdend! Meine Abneigung gegen Aramsamsam, die Elefanten und Tante aus Marokko ist groß, sehr groß! Aber zurück zum Duft von links…

Windelexplosion

Kurz vor der Abfahrt habe ich noch zum Ehefreund „yes, Windel voll, kein Wickeln auf dem Rasthof“ gesagt und nun das. Selbst nicht daran glaubend, aber dennoch hoffend, frage ich den Auto-Party-Driver ob er gerade vielleicht an einem Traktor mit Güllefass vorbei gefahren ist (Sorry mein Kind, in solchen Ausnahmesituationen übertreibe ich gerne). Ich meine, das könnte gut sein, schließlich sind wir auf einer „ländlichen“ Autobahn unterwegs. Rechts und links ist es meist grün, hier und da grasen ein paar Kühe im Regen. Dem ist aber leider nicht so.

Rasthof? Fehlanzeige!

Gerüchlein und Gemecker von links werden stärker und wir halten nach einem Rasthof Ausschau. Aber wie das so ist, wenn es ganzzzz dringend ist – weit und breit keiner in Aussicht. Denn in unserer Situation sind 40km wirklich viel. Also peilen wir einen Parkplatz an, welcher einem schon 30km gegen den Wind „hallo, hier bin ich“ entgegenruft. Ihr wisst schon: Toilettenhäuschen, welche quasi komplett versilbert sind (räusper), niemals Klopapier beherbergen, nach Desinfektionsmittel lechzen und von einer sog. Wickelgelegenheit noch nie etwas gehört haben.

Und wo wickeln wir jetzt?

Ja, solch ein lauschiges Parkplätzchen erreichen wir nach ca. 5 Minuten. Anhalten. Kurz brain stormen – Wickeltisch gibt es hier nicht. Draußen ist es mega kalt, zudem regnet es seit Stunden. Der Beifahrersitz ist vollgepackt mit Lillydoo Windeln in Größe 3 und 6, Vesper für die Fahrt, einer Reisetasche und zwei Laptops. Wird ja normalerweise nicht genutzt, könnte just in diesem Moment aber „der“ Wickelplatz sein. Könnte. Und der Kofferraum als Wickelstation?! Kommt auch nicht in Frage. Dank Tetris-Künsten des Ehefreundes könnte man hier höchstens Herrn Schmidt (Kuscheltier vom großen Bub) wickeln. Sprich, kein Platz. Und nun? Irgendwie muss der Windelwechselstop ja vollzogen werden.

Blick nach links – weinendes Baby
Blick nach rechts – ungeduldiger Bub „Mama, sind wir gleich da? Mama, hast du noch was zu essen? Pappppaaaaa, Aramsamsam!
Blick nach vorne – ein ratloser Ehefreund
Blick nach unten – meine Oberschenkel
Blick nach links – okay, das könnte passen

Ein Hoch auf Feuchttücher und meine Oberschenkel!

Ich weise den Ehefreund an, mir den Beutel mit dem Wickelgedöns zu reichen. Schwungvoll (das Babylein weint schließlich noch immer) breite ich die Unterlage auf meinen Oberschenkeln aus. Nun schnalle ich den Racker (ja, ohne „K“) ab und lege ihn auf meine Oberschenkel. Passt perfekt, gerade noch. Und schon kann es losgehen, das so nötige Wickeln. Der Kleine gluckst und lacht endlich wieder, es scheint ihn also nicht zu stören. Ja, ich habe sogar den Eindruck, als ob er diesen Platz zum Windeln wechseln richtig spaßig findet. Die zwei anderen Männer im Auto geben aber auch alles. Wir sind aktuell bei Lied Nummer – ach kein Plan, die Elefanten halt. Der Papa macht sich gut als Dumbo und die „Törööö“-Geräusche in den Textpausen sind erschreckend echt.
Ich mache in diesem Moment drei Kreuze. Ne, nicht weil ich Safari-Urlaub-Feeling habe, sondern weil ich morgens noch die neuen Feuchttücher von Lillydoo eingepackt habe. Diese sind nämlich mit 99% Wasser und insgesamt lediglich 6 Inhaltsstoffen besonders mild und zart pflegend. Ja, sie eignen sich ganz besonders für die Kleinsten. Normal nutze ich zum Säubern ja ausschließlich Watte und Wasser, aber in solchen Ausnahmesituationen wie gerade, sind mir solche Tücher doch sehr lieb. Ein „schlechtes Gewissen“ (jede Mama hat ja so ihre Prinzipien) bleibt da tatsächlich aus. Denn wie geschrieben, die Feuchttücher sind mit 99% Wasser, mit Bio Mandelöl, extra mild, reißfest, 100% biologisch abbaubar und somit eine wirklich gute Alternative zu Watte & Wasser. Bzgl. des Punktes „biologisch abbaubar“ weiß ich nun übrigens auch, wann die Feuchttücher in den Bio-Müll dürfen und somit auf den Komposthaufen. Nämlich dann, wenn die Tücher nicht mit dem Inhalt einer Windelexplosion in Kontakt gekommen sind, sondern z.B. lediglich zum Hände säubern benutzt worden sind.

Muss! Muss! Nuss!

Das Wechseln der Windel geht easy peasy und unser Baby ist wieder happy. Noch, denn es sitzt ja noch nicht in seinem Sitz. Aber das ist ein anderes Thema… Ich sag nur soviel: Kinderwagen, Babywippe, Babyautositz, Hochstuhl mit Babyaufsatz – „Mutter, Vater, seid ihr verrückt! Da leg ich mich doch nicht rein!„. Kann ich nicht verstehen. So ein Autositz mit Liegeposition? Ein Träumchen! Ich mein, ich bin mir aktuell nicht sicher, ob ich meinen Hintern jemals wieder aus diesem Auto hier bekomme. Schön eingekeilt zwischen den Kindersitzen der Buben. Da macht sich jedes Kilöchen am Popöchen bemerkbar. Und ich könnte mir aktuell gut vorstellen, dass ich auf dieser wundervollen Autofahrt noch das ein oder andere Stückchen Nervennahrung verdrücken muss. Muss! Muss! Nuss! Nüsse, sind ja gut für die Nerven. Ummantelt mit weihnachtlicher Schokolade.

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Frische Windel, frische Luft…

Bevor ich mich aber über die Mandel-Tüte hermache, verstaue ich erstmal die Hinterlassenschaften der Windelexplosion in einer Spucktüte. Draußen regnet es mittlerweile nämlich in Strömen und unser aller Ziel ist es: endlich ankommen!!! Also weiter geht die wilde Fahrt.
Ich bin noch Minuten später fast euphorisch, wenn ich an meine geniale Idee denke. Wickeln auf den Oberschenkeln, einfacher geht es nicht. Dass ich darauf nicht schon früher gekommen bin. Denn solche „Ausnahmesituationen“ gibt es bei Windelkindern ja immer mal wieder. Gepaart mit den ungünstigsten Momenten, um diese Situationen zu bereinigen.

Zum Glück stinkt Eigenlob ja irgendwie doch nicht, meines zumindest nicht. Und so fahren wir mit frischer Luft in Richtung Ziel!

Chapeau.

Dieser Beitrag entstand in freundlicher Zusammenarbeit mit Lillydoo

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9 Kommentare

  • Antworten Katja 8. Dezember 2017 um 9:33

    Sehr lustig geschrieben und ich erkenne mich ein bisschen wieder… zweieinhalbjährige und der kleine Mann ( 3 Monate ) im auto… er schreit so ziemlich bei jeder Autofahrt. Kinderwagen und Trage findet er ebenso doof:-( naja..und mit dem ein oder anderen extra kilo am Popo pass ich erst gar nicht zwischen die zwei Kindersitze..haha
    So und nun werd ich mich mal bei lillydoo schlau machen, denn wir wickeln mit den water wipes und ich denke,die lillydoos sind eine gute Alternative und noch dazu günstiger… viele liebe Grüße aus Freiburg

  • Antworten Tini 8. Dezember 2017 um 17:16

    Sehr schön geschrieben, der Artikel!
    Respekt, dass Du bisher noch nie „exotisch“ gewickelt hast?! Dein Großer ist doch schön 2+ und ihr seid viel unterwegs? Wie machst Du das im Alltag?
    Ich wickle sehr oft auf dem Oberschenkel (Zug, Flugzeug, Auto) oder direkt im Kinderwagen. Sogar lieber als in Toiletten mit Wickeltischen.
    Eine Explosion bzw. „Katastrophe“ ist es doch nur, wenn die ganze Suppe im MaxiCosi landet oder man das Baby im Flieger auf dem Schoss hat und es warm wird und Hose und Pulli zzgl alle Babykleidungsschichten vollgesogen sind.

    Schade nur, dass es (mal wieder) ein Werbeartikel war.

  • Antworten Reise-Mama Wibke 8. Dezember 2017 um 19:49

    Die Fotos sind der Hit! Auf den Oberschenkeln im Auto habe ich auch schon mal gewickelt. Mir ist es dann aber doch auch lieber, wenn man irgendwo anhalten oder Rast machen kann und es ein bisschen mehr Platz gibt.
    Zum Thema „Werbeartikel“ muss ich jetzt auch noch was schreiben: Ich verstehe nicht, warum so viele Leute ein Problem damit haben. Ich sag nur: Wenn eine Zeitschrift (für die man auch noch bezahlt) voll mit Werbung ist, dann regt sich niemand auf. Außerdem ist es inzwischen ja so, dass man eigentlich alles, was irgendwie eine Marke nennt, als Werbung kennzeichen muss. Aber das nur meine Meinung…

    • Antworten Tini 9. Dezember 2017 um 12:30

      Doch klar regt man sich darüber auch auf (Zeitschrift voller Werbung), es ist inzwischen ja mehr Werbung drin als „Autorenmaterial“ und die Artikel, die nicht reine Werbeanzeigen sind, sind es dann ja oft noch zum Teil (Zusammenarbeiten, „versteckte“ Werbung von Produktvergleichen oder Reisen). Aus diesem Grund kaufe ich auch keine mehr, sondern lese sie wenn überhaupt nur noch im Arztwartezimmer, Friseur oder im Flieger.

      Wenn eine Bloggerin zwischen ihren Beiträgen ein paar Werbebanner einbauen würde, wäre das ja wieder was anderes. So quasi im Sinne von: Ich schreibe gratis, möchte aber gleichzeitig etwas Geld verdienen, also dann eben die blinkenden Werbebildchen. Problematisch finde ich die Vermischung.. wenn man eben von Dingen berichtet, die man geschenkt bekommt.. und diese lobt.. von mir aus auch, weil man sie tatsächlich cool findet, aber Hauptaspekt ist doch, dass es ein Goodie war. Wenn man das zwischendrin mal einstreut, ebenfalls OK, das sieht ja jede Leserin ein. Aber es sollte eben nicht Überhand nehmen. Vielleicht wäre ja mal eine Umfrage gut, wen das stört und wen nicht? Ich ertappe mich einfach dabei, wie ich den Blog seltener aufrufe und lese, weil mich „echte“ Artikel mehr interessiert haben als die geschickt mit Werbung verknüpften. Klar, der Windelbericht war ja trotzdem echt und unterhaltsam zu lesen, trotzdem fühlt man sich als Leserin ein wenig veräppelt, verstehst Du?
      Ebenso bei der Brotdose von amazon, bei der wenn auch nur ein paar Euros an Dich gehen, wenn man sie bestellt.. oder die Sujets aus dem Adventskalender. Unterschiedliche Windeln probiert doch eh jede Mama aus und die aus deiner Zusammenarbeit machen doch momentan sowieso so extrem Werbung, wer da denkt, ein Probeset bestellen zu wollen, kommt ohnehin nicht drumherum. Man will die dann einfach nicht auch noch in einem Artikel untergejubelt bekommen. Das hat einfach so einen Beigeschmack und mich schreckt das ab..

      Ein Freund von mir sagte mal, er fände es unangebracht, dass z.B. Flugbegleiter(innen) streiken und mehr Gehalt wollen. Klar verdienen sie wenig, aber unter diesen Bedingungen haben sie ihren Job ja ausgesucht. Einige reisen gerne, machen den Job z.B. während des Studiums nebenher, nehmen in Kauf, dass der Job gering entlohnt wird, weil sie den Vorteil für sich sehen, tolle Orte bereisen zu können.
      Ein Blog ist da doch ähnlich. Es ist im Grunde ein Hobby und wie bei Profisportler vs. Hobbysportler erkennt eben der gemeine Blogger, dass er kein A Blogger ist, der pro Bild Unsummen an Geld erhält, sondern die investierte Zeit, Mühe, Kreativität etc nicht im Verhältnis steht zu dem, was es einbringt. Und dann beginnen manche eben, mit solchen Mitteln Geld verdienen zu wollen. Was aber ja auch nur geringfügig gelingt. Vielleicht sollte man bloggen einfach nur, weil es einem Spaß macht? Es wird eben nicht alles im Leben mit Geld entlohnt. Das immer so stark benutzte Argument, jeder Arbeitnehmer sollte entlohnt werden: wer hat die Blogger denn angestellt? Sie schreiben über sich, mögen damit inspirieren, oder ein paar Gratis Produkte weiterverschenken. Warum denn da die Empörung, dass man nicht bezahlt wird?

      Mir ist umgekehrt mal aufgefallen (nein, ich bin nicht aus der Journalisten-Branche, hatte nur Deutsch-LK :-)), dass die Bloggerei ja auch den Journalisten schadet, denn die stehen nun in starker Konkurrenz zum Bloggertum. Keine Kritik an jedem, der schreibt oder einen Blog verfasst. Aber letztens habe ich wieder mal einen Artikel aus einer „echten“ Zeitung gelesen und bemerkt, wie eben doch die Qualität siegt (Gänsehaut beim Lesen), dass Schreiben eben doch ein Handwerk ist, was nicht jeder beherrscht und dass es sehr schade ist, dass man so viel durch Instagram und die Blogs klickt anstatt „Profiwerk“ zu lesen. Das ist ja ein wenig wie der TV-Rammsch, den man teilweise den Dokus oder „gutem“ Programm vorzieht. (Ich weiss, das klingt total unfreundlich, im Sinne von: dein Blog ist Rammsch. Soll es nicht, wirklich nicht. Sonst wäre ich ja nicht hier und würde meine Zeit damit verbringen, hier zu lesen und einen Kommentar zu schreiben.)
      Ich denke nur einfach, dass Bloggen und das Sich-Darstellen keine journalistische Leistung, sondern etwas, was man aus eigenem Antrieb verfolgt, ohne entlohnt zu werden. Es geht ja um die Selbstinszenierung, bei manchen, weil sie sich dadurch der Welt zeigen wollen und sich durch Feedback bestätigt fühlen, bei anderen um das Dokumentieren eigener Abläufe, um sie für sich sinnvoller oder lebenswerter zu gestalten. Du nennst es „kreativ sein“, aber wenn man sich mal genau hinterfragt, warum man das tut? Warum backt man nicht einfach selbst für sich und dokumentiert seine Rezepte in einem schönen Büchlein? Warum kleidet man sich nicht so, wie es einem gefällt, ohne Fotos davon in die Welt zu schicken? Warum verbringt man nicht einfach „undokumentiert“ Zeit mit seinen Kids (und die wäre deutlich zahlreicher ohne Blog und Instagram)? Warum trifft man sich nicht mit Freundinnen oder verfolgt Kurse und ein Hobby, anstatt virtuell „Leuten zu folgen“ oder auf Kommentare zu warten und diese zu beantworten? Warum denkt man sich ständig neue Sachen aus, die man mitteilen möchte? Zumal es ja nicht mal selbst kreierte Dinge sind. Nachgekochte Rezepte, eingekaufte Kleidung, nachgelebte Erziehungstipps. Und denkt dann noch, man sollte dafür entlohnt werden?
      Wenn man wirklich kreativ sein will, warum präsentiert man dann nicht die kreativen Dinge, die man geschaffen hat, sondern sich selbst? Und vor allem, seine Kinder??!! Das ist es, wogegen sich mein Bauchgefühl immer so wehrt. Kennst Du den Film „Truman Show“? Ich höre mich jetzt wohl an wie ein besorgter Rentner, der die heutige Zeit nicht versteht. 😀 Natürlich sind es ja „nur“ Kinderbilder von hinten, man sieht das Gesicht nicht zu deutlich etc pp, dennoch wird das Familienleben dokumentiert und gezeigt und die Daten eines Menschen von Geburt an in die (unkontrollierte) Öffentlichkeit geschossen. Mich würde abgesehen von der Kritik tatsächlich interessieren, welche Motive euch antreiben? Ist es echt nur der Jobersatz? Auch bei Reise-Mama (ich habe gerade auf dein Profil geguckt). Ihr habt doch studiert, könntet wieder in eurem Job Geld verdienen.
      Warum dann irgendwelchen Fremden Tipps geben für eine Reise nach Kalifornien? Btw, was ist daran so exotisch, mit einem Baby nach Kalifornien zu fliegen oder in ein DomRep-Urlaubs-Resort?
      Das macht denke ich den Unterschied zwischen bezahltem Journalismus und Bloggerei aus. Es ist ja kein wirkliches Abenteuer dabei oder etwas Neues, das man fasziniert verschlingt. Es ist wieder eine Mama, die das erlebt, was jede andere Mama auch erlebt. Und von anderen Mamas Daumen nach oben bekommt, weil sie genau dasselbe erleben. Und so sind alle glücklich. Und freuen sich über ein paar Werbegeschenke und wollen am Ende damit reich werden oder eben zumindest ein wenig Geld verdienen.

      • Antworten Reise-Mama Wibke 9. Dezember 2017 um 20:20

        Wow, da hast Du ja zu einem Rundumschlag ausgeholt, Tini.
        Ein verklärtes Bild vom aktuellen Journalismus (von wirtschaftlichen Interessen unabhängig und investigativ ist heute maximal eine Handvoll Journalisten tätig), sehr spezielle Ansichten (nur weil jemand seinen Beruf selbst gewählt hat ist es gerechtfertigt, ihn für seine Arbeit schlecht zu bezahlen) und die merkwürdige Meinung, dass ein Blog wie dieser hier kein Business sein darf, rufen ein großes Kribbeln in meinen Fingern hervor, zu all diesen Punkten ausführlich Stellung zu nehmen.
        Da mir aber meine Familie sehr wichtig ist und ich andere Prioritäten habe, fehlt mir dafür einfach die Zeit.
        Daher nur so viel: Ich finde es schade, dass die Arbeit von Bloggern wie ekulele – die wirklich sehr viel Zeit und Herzblut in ihr Projekt stecken um uns zu unterhalten, informieren und überraschen – oft nicht wertgeschätzt wird. Da wird der Blog gerne gelesen, er darf ruhig professionell geführt werden und großen Mehrwert bieten, aber die Bloggerin soll bitte nichts mit ihrer Arbeit verdienen und das Ganze schön als Hobby sehen.
        Ich möchte jetzt hier niemandem auf die Füße treten und schon gar nicht ekulele-Leser verschrecken. Für meinen eigenen Blog sehe ich das aber so: Jeder weiß, dass es von Hobby- bis hin zu Profi-Bloggern eine große Bandbreite gibt. Wenn jemand nur Hobby-Blogs lesen möchte, dann finden sich da sicherlich genug andere Seiten. Das Web ist groß genug für alle. In diesem Sinne: geht hin wo es euch gefällt and spread love ☺

        • Antworten Tini 17. Dezember 2017 um 22:24

          Oje, ich klinge echt wie ne Miesepetertante 😀 Du hast natürlich Recht, leben und leben lassen. Warum kommentiert man überhaupt so negativ anstatt einfach zu gehen. Ich finde es umgekehrt fast etwas komisch, dass eben nur so positiv kommentiert wird. Das ist ja nicht so recht authentisch. Denn jeder wertet ständig, ganz automatisch, jeden Tag und viele Male. Da schreiben alle: Gratulation, toller Name fürs Baby. Und denken sich: was für ein mieser Name. Wie im echten Leben eben auch.

          Und genau hier stellt sich mir die Frage: Warum präsentiert man sich im Netz einem Publikum, das einem zum Großteil oder beinahme komplett unbekannt ist? (das was fast jede Person des öffentlichen Lebens vermeidet (ihre Familie öffentlich zu zeigen)). Und da bringt meiner Meinung auch das „Verhüllen“ wenig, da es nur partiell ist. Ein Personaler sagte mir mal in einem Coaching: Nehmen Sie bitte die Namen Ihrer Kinder aus dem CV, denn den schicken Sie an Unternehmen und er ist auf diversen Bewerbungsplattformen abrufbar. Inklusive Ihrer Adresse und somit die ihrer Kinder. Davon mag man halten was man möchte. Aber der Schutz meiner Kinder ist mir das Wichtigste. Auch wenn die Kids immer nur teilweise sichtbar sind, ich denke, ich „kenne“ sie – neben den Namen, den Stimmen aus der Story und den teilweise eben doch sichtbaren Gesichtern. Wenn die Kids älter sind, werden sie erfahren, dass sie Protagonisten eines Blogs waren/sind und jeder ihr Aufwachsen mitverfolgen konnte, der ihrer Mami gefolgt ist.

          Natürlich darf ein Blog dabei ein Business sein. Aber die Frage dahinter ist doch, was genau das Business ausmacht. Ist es wirklich etwas Kreatives (ein Produkt, ein Service, sonstiges?). Oder ist es nicht doch die Selbst-Vermarktung?
          Ich spreche nur für mich, aber ich sehe mir Blogs fast ausschliesslich aus dem Grund an, „hinter Fassaden“ gucken zu können und so tun es doch sehr viele, darauf beruht ja Instagram in weiten Teilen. Unterhaltung. Um einen Schritt weiter zu gehen ist es Inspiration (wenn man es positiv formulieren möchte oder manche Blogs), aber eben auch ein Aspekt, dass man sich selbst besser fühlt, weil andere es auch nicht besser oder sogar schlechter machen (der „Schadenfreude“-Aspekt, warum es Sendungen wie „Die Auswanderer“ gibt oder Tauschmamas oder die Supernanny u.a.)
          In meinem Berufsumfeld sind die meisten Frauen gebotoxt, legen extrem viel Wert auf Etikette und den Schein. So ist es ja auch bei vielen Instagram Profilen. Perfektion, ideales in-Szene-Setzen, höher schneller besser. Da ist so ein Blog wie Ekulele natürlich sehr erfrischend, weil sie ungeniert 1000 Falten auf der Stirn zeigt und gerade mal 30 ist. Davon erzählt, dass sie Aldi-Prospekte durchsieht, ihre Kunstlederschuhe verkaufen will, die sie bei Deichmann gekauft hat. Während andere dort weder einkaufen noch davon aller Welt, ja nicht einmal ihrer Freundin erzählen würden (wenn sie es täten). Es ist einfach jemand, der völlig unbeeindruckt seinen Weg geht. Und offenbar nicht nach rechts und links schaut und sich davon beeinflussen oder einschüchtern lässt. Ich finde das gut.
          Dass der Blog jetzt immer mehr darauf ausgerichtet ist, Geld damit zu verdienen (oder Gratis-Produkte einzuheinzlern ;-)) ist völlig legitim (übrigens schrieb ich nicht, dass es gerechtfertigt ist, jemanden für seine Arbeit schlecht zu bezahlen, WEIL er seinen Beruf selbst gewählt hat, sondern WENN man sich einen Beruf aussucht, der gering entlohnt wird, ist es seltsam, wenn man sich darüber dann beschwert. Ebenso ist es seltsam, wenn man sich einen Blog erarbeitet, viel Arbeit hineinsteckt und dann plötzlich verlangt, dass man dafür bitte bezahlt werden sollte, weil man ja so viel Arbeit hineinsteckt). Die Ausgangslage war ja, dass es sich nicht um ein Business gehandelt hat. Natürlich kann man das ändern. Und wie Du schriebst, manche gehen dann, andere bleiben, wieder andere kommen.. so ist das eben. Sollte auch einfach nur ein Feedback sein, dass der Blog für mich inzwischen nicht mehr so lesenswert ist wie er einmal war. Und nebenbei eben die Anregung, dass ein kreativer Blog, auch ein Mamiblog, doch auch die Kreativität herausstellen kann, ohne dass die Kinder eingebaut werden. Ich empfinde den Blog wie gesagt als reine Verkörperung der Story: Frauke und ihre Kinder/Familie. Wenn es Kreativität wäre, würden doch diese damit in Zusammenhang stehenden Dinge im Vordergrund für sich alleine stehen können (und damit meine ich nicht nachgekochte Rezepte oder kleine Bastelarbeiten). Wenn man Ekulele bei der Google Bildersuche eingibt, sieht man eine Ansammlung von Posen. Und da strahlt ja irgendwie heraus: ich wäre gerne Model geworden und möchte mich präsentieren..oder so ähnlich. Und nicht ein Blog, der etwas Kreatives repräsentiert.
          [jaja, Rundumschlag 😉 Dann auch so richtig: ich habe beim Reinklicken bei ReiseMama diesen Bericht über ein Reisebett gelesen. Es ist alles ja sehr süss, wie ein Tagebuch einfach. Aber wo ist da der Mehrwert, die Information? Also wieder neben der Tatsache, dass man einfach voyeuristisch bei einer Familie hineinschauen möchte? JEDE Mama reist doch mit ihrem Baby. Manche nur zu den Eltern, andere auf einen anderen Kontinent. Und JEDE Mama macht dabei doch ihre Erfahrungen und die Decke als Kullerschutz auf die Matratze türmen oder sich für ein Reisebett zu entscheiden, mh, wo ist da jetzt die lesenswerte Info?
          Warst/bist du das denn auch mit diesem Hochzeitsfilm am Strand? (hab ich beim früheren Querklicken mal gesehen) Ich sage jetzt einfach mal nicht: tolles Ambiente, süsses Paar, wow, wie man es ja eigentlich machen sollte als Kommentierende bei Instagram oder bei Blogs, sondern ich schreibe das, was ich wirklich gedacht habe: ich habe mich fremdgeschämt. Nicht weil der Film daneben ist. Wenn mir das eine Freundin schicken würde, fände ich das angebracht. Aber warum stellt man solche Aufnahmen ins Internet? Warum möchte man sich da präsentieren und vor wem? Was steckt da dahinter?
          Aber nun lasse ich euch wirklich. Ihr habt euch diese Gedanken sicherlich selbst schon gemacht und eure Gründe, warum ihr das genau so macht. Und das ist ja die Hauptsache.
          Eine Frage bzw. Anregung noch: Spannend fände ich noch einen Einschub zum Leben ausserhalb des Kinderwagenschiebens-Stillens-mit den Kids auf dem Teppich spielen. Ist das einfach nur der Ausschnitt, der im Blog gezeigt wird oder tatsächlich euer Alltag? Also was ist mit anderen Mamas, die man trifft, Freundinnen, die man ohne Kids trifft, Aktivitäten (Zoo, Aktivausflüge etc), Ausgehen mit Freundinnen, Hobbys, also einfach die Rolle neben der Mama? Schliesst Du die im Blog bewusst aus, weil es nicht hingehört oder ist das tatsächlich dein Alltag (Kids, Markt, Spielplatz, Grosseltern, Blog, Kochen, WE mit Mann kochen, Spielplatz, Blog)? (klingt wieder so moserig, sorry, ist aber ernst gemeint)
          Eure Miesepetertante

  • Antworten Nicole 8. Dezember 2017 um 23:50

    Mehr Realität auf Blogs!!!! Jaaaa…. so kann es gehen…. Toll geschrieben!

  • Antworten Ninschi 9. Dezember 2017 um 6:41

    Du bist so wunderschön!!!! Ich liebe deine Ausstrahlung

  • Antworten Steffi St. 9. Dezember 2017 um 17:28

    Liebe Frauke,
    da ist dir mal wieder ein super-unterhaltsamer Artikel gelungen…wirklich zum Schlapplachen komisch! Ich bin dank deinem Humor und der klasse Ausdrucksweise toll unterhalten worden und du hast mir damit ein weiteres Mal den Tag versüßt! Somit stehe ich absolut hinter Reise-Mama Wibke,was die Werbung betrifft. Du machst das klasse, (jede Meinung ist erlaubt aber man muss sich ja nicht alles zu Herzen nehmen…).
    Liebste Grüße,
    Steffi St.

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