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Der Ehefreund spricht – Teil 2

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Wie bereits im letzten Beitrag angekündigt folgen heute meine Antworten auf die letzten vier der zehn Fragen, welche ihr via Instagram eingereicht habt.

Damit ist mein Wetteinsatz erstmal beglichen – wobei ich sagen muss, dass mir das Beantworten tatsächlich sogar ein wenig Spaß gemacht hat.

6. Mit welcher Angewohnheit/welchem Verhalten kann Frauke dich zur Weißglut bringen?

Die ehrliche und ausführliche Beantwortung dieser Frage möchte ich hiermit gerne offiziell verweigern, da ich Angst vor möglichen lebensbedrohlichen Übergriffen im Schlaf oder in unachtsamen Momenten habe und dafür zu sehr an meinem Leben hänge…
Nur so viel – da gibt es mehr als nur eine Angewohnheit… – und das ist auch gut so, denn alles andere wäre langweilig. Ich habe gar keine Lust auf eine tuttifrutti wir-haben-uns-alle-lieb Beziehung ohne jegliche Reibungspunkte.
Bei uns trifft, überspitzt gesagt, der kapitalistische Wirtschaftsingenieur (Einzelkind) auf die soziale Sozialpädagogin (Sandwich-Kind)… ich bevorzuge es strittige Dinge gerne sachlich und in einem angemessenen Tonfall zu analysieren, zu diskutieren und dem tatsächlich Übel auf den Grund zu gehen (O-Ton Frauke: „erstelle doch eine Exceltabelle dazu“) – und Frauke streitet lieber emotional und laut. Müsste ich mich auf eine Angewohnheit festlegen, dann ist es wohl genau diese, welche uns gegenseitig gerne in den Wahnsinn treibt.

7. Wie kommst du damit klar so viel von Fraukes und J.Boys Alltag zu verpassen oder zumindest nicht live mitzuerleben?

Schwierige Frage, vor allem, da es sicher einige gibt, die unsere Situation hinsichtlich Privat- und Berufsleben eher negativ bzw. verwerflich finden.
Vor J.Boy war es für Frauke und mich nie ein Problem, im Gegenteil – einerseits war bereits von Anfang an klar, dass wir eine Wochenendbeziehung führen werden, andererseits haben wir die „freien“ Abende auch immer ganz offen und ehrlich genossen. Von Montag bis Donnerstag konnten wir in aller Ruhe unseren Kram erledigen bzw. es hat sich niemand daran gestört, wenn der andere mal länger arbeiten musste. Und von Freitag bis Sonntag lag der Fokus dann dafür komplett auf der gemeinsamen Zeit!
Mit J.Boy ist das nun schon sehr sehr schwierig für mich. Besonders wenn ich ihn Sonntagabends ins Bett bringe und in dem Moment weiß, dass ich ihn (mit Glück) Donnerstagabends – eher Freitagmorgens – wieder sehe. Ich weiß jedoch, dass ein anderer Job mit vergleichbaren Aufgaben/ vergleichbarer Verantwortung, jedoch ohne Reisetätigkeit, letztendlich keinen Unterschied machen würde. Auch da wäre ich seltenst zu seiner „wachen Zeit“ zu Hause.
Man muss aber eben auch die positiven Dinge sehen. Ich habe einen Job, der mir unheimlich viel Spaß macht, mich erfüllt und bei dem ich nicht bereits Sonntagabends denke „oh weh, hoffentlich ist die Arbeitswoche bald vorbei“. Außerdem befinden wir uns als Familie dadurch in der beruhigenden Situation, dass wir nicht jeden Euro umdrehen müssen, J.Boys Ausbildung/Zukunft abgesichert ist. Eine faire Homeoffice-Regelung entspannt die Situation zusätzlich. Homeoffice heißt jedoch nicht bezahlter Urlaub, nein, auch diese Arbeitstage gehen gerne mal länger, aber dafür kann ich mir tagsüber bewusst Zeit nehmen für den Tiger und eine lange Pause auf dem Spielplatz einlegen. Das ist für mich alles absoluter Luxus!
Und – wie auch bereits vor einiger Zeit auf Instagram kommentiert wurde: es kommt nicht drauf an wie VIEL Zeit man miteinander sondern WIE man die Zeit miteinander verbringt.

8. Wie stellst du dir euer Leben in 5 Jahren vor?

Spießig deutsch? Ja, spießig deutsch!

In 5 Jahren sitze ich mit Frauke, J.Boy und J.Boys Geschwistern J.Boyline und J.Boy der 2. im Wintergarten unseres eigenen, freistehenden Häuschens mit Blick auf den kleinen grünen Garten mit Baumhaus, Sandkasten und Schaukel. Vielleicht zeigen wir den Omas und dem Opa gerade Bilder von einem unserer 1-3 Urlaube im Jahr mit den Kids und genießen die Familien-Zeit. Wir sind glücklich, zufrieden und dankbar!

9. Warst du bei der Geburt dabei? Welche Tipps hast du für werdende Väter?

Jap, war ich! Eine mehr als „spannende“ Erfahrung. Tipps für werdende Väter? Hmm, ich glaube so viele Tipps kann man da gar nicht geben – letztendlich ändert sich das Leben mit so einem Knirps dann doch so einschneidend (POSITIV), dass man gar nicht wirklich darauf vorbereitet sein kann.
Vielleicht ein paar ausgewählte Ratschläge bzw. Hinweise:

  • Spart euch im Kreissaal jeglichen vermeintlich schlauen Ratschlag (wie bspw. „ruhig atmen…“ oder „bald ist es geschafft“) – und kommt schon gar nicht auf die Idee eurer Frau etwas vorzuhecheln wie im Vorbereitungskurs gelernt… ich behaupte mal, dass euch eure Herzdame ansonsten eher rausschmeißen lässt als sich geholfen fühlt. Und das mit Recht!
  • Ein Baby ist gar nicht so sehr aus Zucker wie ich immer dachte. Ist dann doch recht stabil und „anpackbar“. Also keine Sorge vor dem ersten Wickeln, o.ä. – so schnell macht man da nichts kaputt.
  • Apropos Wickeln, die Kleinen sind sehr talentiert sich ihrer Bedürfnisse genau in dem Moment zu entledigen, in dem man die Windel öffnet. Herrlich wenn es bei der Mama, den Großeltern oder bspw. den Krankenschwestern passiert. Ich habe mich immer köstlich amüsiert. Es soll auch Eltern geben, die sich in den ersten Wochen eine Kochschürze zum Wickeln anziehen…
  • Kümmert euch um eure Frau während sie im Wochenbett ist. Lest ihr alle Wünsche von den Augen ab und vermeidet, dass sie sich allzu viel bewegen muss – und ganz wichtig – schenkt ihr Blumen zur Geburt! Ich bekomme heute noch Vorwürfe gemacht, weil ich das versäumt habe. Regelmäßig…
  • Nehmt euch ruhige viele gute Dinge vor wie bspw. kein Zucker vor 3 Jahren, kein Smartphone in der Hand,  sich nicht von ihm/ihr herum „kommandieren“ lassen, etc. – seid aber auch bereit all das relativ schnell wieder (teilweise) über Bord zu werfen. Schämt euch nicht! Ich behaupte mal das geht fast allen so.
  • Wundert euch nicht über die Blicke anderer Mütter, wenn ihr mit eurer Familie unterwegs seid. Frauen entwickeln bereits während der Schwangerschaft ein Terminator-Gen, welches sie auch in den ersten Jahren nach der Geburt nicht ablegen. Jede andere Schwangere oder Mama mit Kind wird in sekundenschnelle von oben bis unten einem Komplettscan unterzogen, was ihr wiederum in einer Art Zeitlupen-Ansicht als Außenstehender beobachtet. Das kann echt gruselig sein und ich habe bis heute den Sinn dahinter nicht herausgefunden. Wir Männer nicken uns einfach nur freundlich zu und gehen weiter…

Bis dann, der Ehefreund.

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12 Kommentare

  • Antworten Wibke 23. Oktober 2016 um 22:27

    Wieder ein sehr schöner und herrlicher Post, lieber Ehefreund! Über den Streichelzoo zum Frühstück beim letzten Mal kann ich ja heute noch lachen. Bei diesem Mal ist glaube ich der Bericht über eure Streitkultur mein Hit. Und mit der „Wickel-Schürze“ für Eltern spielst du ja nicht etwa auf uns an, oder?! 🙂
    Ich finde auf jeden Fall, dass Du über eine regelmäßige Kolumne hier auf dem Blog nachdenken solltest.

  • Antworten Saskia 24. Oktober 2016 um 5:19

    Sehr interessant 🙂 Es gab keine Blumen für dich? Ich wäre auch „sauer“.

    • Antworten ekulele 24. Oktober 2016 um 20:25

      …das Gute daran ist, dass ich es ihm jetzt IMMER vorhalten kann, ihn damit ärgere 😉

  • Antworten Jenny von Fit and sparkling Life 24. Oktober 2016 um 13:45

    Großartig lieber Ehefreund und liebe Frauke.
    Es beweist mal wieder, dass andere Paare genau die gleichen „Probleme“ haben wie wir 🙂
    Liebe Grüße
    Jenny

    • Antworten ekulele 24. Oktober 2016 um 20:24

      Liebsten Dank für dein tolles Feedback 🙂

  • Antworten Janina 24. Oktober 2016 um 14:14

    Unheimlich interessant, wie auch schon der erste Beitrag.

    Ich glaube, ich werde Henry die Fragen auch mal beantworten lassen. 😀

    • Antworten ekulele 24. Oktober 2016 um 20:24

      Oh ja, das wäre genial… Henry MUSS 😀

  • Antworten Kathrin 24. Oktober 2016 um 17:22

    Wie auch schon der erste Teil so herrlich sympathisch! Euer Humor scheint auf jeden Fall zusammen zu passen! 🙂

    • Antworten ekulele 24. Oktober 2016 um 20:24

      Danke für deine lieben Worte 🙂

  • Antworten Stini 25. Oktober 2016 um 18:48

    Sehr genial! Daumen hoch!!!
    Ich bin definitiv dafür den Ehefreund hier öfters zu „lesen“. Eine blumige Art des schreibens. Super!

    OHJA!!! Ich kann sooooo so sehr mit Dir mitfühlen liebe Frauke.
    Unser Sohn wurde 2014 geboren und auch mein Mann hat die Blumen vergessen… . Arghhhh!!!
    Gerade bin ich mit unserem zweiten Baby (wieder ein kleiner Racker 🙂 ) schwanger und es kann jeden Moment losgehen *huiiii*.
    Ich habe es meinem Mann mehr als 3x verklickert, ICH MÖCHTE BLUMEN wenn er mich im Krankenhaus abholt.
    Und ich denke die werde ich diesmal auch bekommen 😉

    Ich habe dazugelernt. Mein Mann kann nicht so gut meine Wünsche von meinen Lippen ablesen. Was auch okey ist.
    Er hat zu mir gesagt, ich soll Ihm einfach sagen „was“ ich mir wünsche und mein Wunsch ist Ihm befehl (seine Worte!).
    Einfach mehr reden als nur zu denken das die bessere Hälfte sich „das schon denken wird“. 🙂
    Männer sind einfach anders gestrickt als wir und das ist auch gut so!
    🙂

    Liebe Grüße aus dem Süden Deutschlands.

    • Antworten ekulele 25. Oktober 2016 um 20:39

      😀 Da hast du Recht. Im Kalender des Ehefreundes steht seit der Geburt von J.Boy (bzw. ein paar Tage danach;)) DICK und FETT, dass ich nun an jedem Geburtstag von J.Boy Blume bekomme 😀
      Alles Liebe für die Geburt <3

  • Antworten Stini 3. November 2016 um 2:09

    Oh, dass ist auch eine gute Idee. 🙂
    Muss ich meinem Mann doch glatt mal vorschlagen.

    Vielen Dank :-), noch ist es sehr ruhig. Kann aber jeden Moment losgehen 😉 😉 😉 *FREUDE*

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