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(Kein) Geburtsbericht

3. September 2017

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Viele von euch haben sich einen Geburtsbericht von mir gewünscht, doch ich muss all diejenigen, welche sich für die Geburt unseres Augustbuben interessieren, ein wenig enttäuschen. Hier auf dem Blog wird es erstmal keinen ausführlichen Geburtsbericht geben. Diesen gab es schon nach J.Boys Geburt nicht, aus verschiedenen Gründen.
Der Hauptgrund ist für mich jedoch, dass jede Geburt einzigartig ist, keine der Anderen gleicht. Ich möchte mit einem Bericht niemanden Angst machen, nichts „verschönern“, kein „so soll es sein“-Text liefern, oder was auch immer – ja, ich wünsche einfach jeder Frau, dass sie sich unvoreingenommen, ohne Druck, auf die Geburt ihres eigenen Kindes einlassen kann.

Warum kein Geburtsbericht auf ekulele.de?

Denn, dies war für mich persönlich der beste Weg, um in die Geburten meiner zwei Buben zu gehen. Recht „frei“, ohne mir vorab zig Geburtsberichte, oder „was ist wenn…“-Artikel durchgelesen zu haben. Ja, manch einer wird vielleicht sogar sagen „Mensch, du warst aber unvorbereitet„.
In der Tat habe ich besonders jetzt in der zweiten Schwangerschaft alles auf mich zukommen lassen und auf mich, Ärztin und Hebamme vertraut. Tatsächlich habe ich mich nicht mit „der perfekten Atmung“ befasst, mit dem Trinken des Himbeerblättertees ca. eine Woche vor der Geburt gestartet und auch einen Vorbereitungskurs habe ich nicht absolviert. Versteht mich nicht falsch, alles Dinge, welche absolut nicht verwerflich sind. Bei unserem ersten Sohn habe ich diese geburtsvorbereitenden Maßnahmen ergriffen und war froh und dankbar für diese. Sie haben mich innerlich beruhigt und mir Sicherheit gegeben. So konnte ich dann auch vor gut zwei Jahren relativ „relaxt“ (aber von heftigen Wehen geplagt) ins Krankenhaus brausen, war sogar ein wenig gespannt auf meine erste Geburt.

Die Geburt meines ersten Kindes

Dieser verlief im Grunde genommen auch sehr gut, doch von den Schmerzen, manchen Schwestern auf Station und der Situation im Kreißsaal war ich doch etwas überrumpelt und enttäuscht. Ich bin mir sicher, wenn ich hier einen detaillierten Geburtsbericht verfassen bzw. veröffentlichen würde, würde so manch werdende Mama Bammel bekommen oder vielleicht ein anderes Krankenhaus wählen. Und genau das möchte ich nicht! Denn für jeden ist ja etwas anderes gut, nützlich, schön, enttäuschend, annehmbar, zumutbar, wichtig oder auch egal.

Mein Hauptziel diesmal: entspannt und so angstfrei wie möglich

Diesmal aber, vor der Geburt meines zweiten Sohnes, da hatte ich etwas andere Prioritäten. Ich hatte beispielsweise nicht das Gefühl, erneut einen Vorbereitungskurs absolvieren zu müssen, um mich sicher zu fühlen. Mein Hauptziel war es heuer, so entspannt und angstfrei (denn ich hatte durchaus Ängste) in die Geburt zu gehen. Mir zwar der Schmerzen bewusst zu sein, aber dennoch an mich zu glauben.

Bis ca. eine Woche vor der Geburt ist mir das auch recht gut gelungen. Ich war die komplette Schwangerschaft über sehr ruhig und hatte keinerlei Bedenken.  Als mir jedoch bei der Anmeldung zur Geburt etwas panisch mitgeteilt wurde, dass ich wieder ein „sehr großes Kind“ bekommen werde, wurde es mir etwas bange. Vielleicht habt ihr den Artikel dazu gelesen? Wenn nicht schaut gerne hier vorbei. Für einen Moment war ich wirklich verunsichert und habe begonnen im www nach „großes Kind“, „Kaiserschnitt“ und „vorzeitige Einleitung“ zu googeln, aber dann habe ich mich wieder besonnen – und vertraut!

Eine entspannte Geburt?

Entspannt war die Geburt unseres zweiten Kindes absolut nicht, aber gut, sehr gut und so gar nicht „überraschend“ wie damals die erste Geburt. Vielleicht ging es vor zwei Jahren zu schnell? Zu schnell, dass ich ein wenig überrumpelt war. Von allem?! Diesmal wusste ich natürlich eher was auf mich zukommt und war mir einiger Dinge bewusst(er). Auch wenn es in der Situation selbst natürlich abermals kein Zucker schlecken war, so konnte ich bereits wenige Minuten nach der Geburt sagen.; „alles war top“. Wir waren um ca. 13:00 Uhr im KH und nur ca. fünf Stunden später war unser Sohn auf der Welt. Die Hebammen war genial, die Atmosphäre im Kreißsaal super. Ich habe die Hebammen stets um mich gespürt, auch wenn sie nicht im Raum waren. Sie waren einfach für mich da, wenn ich sie gebraucht habe. Anders als geplant, habe ich zwar nicht ambulant entbunden und blieb zwei Nächte im KH, doch dann ging es ab nach Hause – unsere erste Woche zu viert.

War unser Augustbub groß?

Die Antwort auf diese Frage bin ich Euch natürlich ein bisschen schuldig, nachdem ich in meinen Bericht, meine Gedanken „Hilfe ich bekomme ein großes Kind“ zuvor mit Euch geteilt habe. Anders als bei der letzten Untersuchung vor der Geburt angenommen, kam unser Augustbub nicht mit ca. 4200 + g, sondern mit ca. 3500 g auf die Welt. Verrückt, oder? Zum Glück habe ich nur einen Tag dazu verschwendet, mich komplett kirre zu machen.

Die Sache mit den Geburtsberichten…

Mich würde wirklich super interessieren, wie ihr das seht? Lest ihr gerne ausführliche Geburtsberichte? Geben/gaben sie euch Hilfestellung und Mut? Haben sie euch eher verängstigt? Was nehmt ihr von solchen Berichten oder auch Videos mit?
Denn auch wenn ich mich selbst eher davor scheu, zuviel über Geburt und alles was dazu gehört zu lesen, so kann ich mir dennoch vorstellen, dass es für viele werden Mütter wichtig und beruhigend ist?

Teilt sehr gerne eure Meinung/Erfahrung mit mir! DANKE!

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11 Comments

  • Reply Bell 3. September 2017 at 20:50

    Ich habe zwei Geburtsberichte geschrieben. Ehrlich gesagt aber mehr für mich. Es ist so schön, dass alles noch mal nachlesen zu können. Ich kann mich zwar auch noch so gut daran erinnern, aber ja. Irgendwie brauchte ich das. 🙂

    Angst möchte man natürlich keinem machen und ich hab es wie du gehalten und vorher nichts von anderen gelesen. Bringt sowieso nichts. Es gibt keine Geburt nach Wunsch oder Plan. Mal abgesehen vom Kaiserschnitt…

    Liebe Grüüße und einen schönen Sonntagabend euch.
    Kuss Bell

  • Reply Jette Jung 3. September 2017 at 21:06

    Ich lese/schaue gerane geburtsberichte allerdings eher weil mich die Geschichten der jeweiligen Person gefällt der ich folge. Ich verbinde diese Geschichten allerdings nicht mit mir. Ich vertraue einfach darauf das es klappt. Und denke so gut wie gar nicht darüber nach ob mir das jetzt auch passieren wird. Finde deinen kurzen „Bericht“ aber auch sehr schön er passt zu deinem „Bloggerstyle“.
    Lg Jette

  • Reply Anne 3. September 2017 at 21:15

    Liebe Frauke!
    So wie Du das machst, ist es für mich genau stimmig!
    Eine Geburt ist etwas ganz Inniges, Eigenes…..das muss man nicht mit zig Menschen teilen….kann man, aber muss man nicht 🙂
    Ganz lieben Gruss von der Tortellini-Frau-Anne*

  • Reply Ina 3. September 2017 at 21:41

    Ich habe alle Geburtsberichte gelesen, die ich finden konnte und war gerade darum vor, während und nach der Geburt entspannt. Ich wusste, was alles so passieren kann; im negativen wie im positiven. In Kombination mit meiner tollen Vorsorge-Hebamme war das der perfekte Weg für mich.

  • Reply Fiona 3. September 2017 at 21:48

    Ich bin jemand dec Geburtsberichte als Vorbereitung gelesen hat. Auch Videos habe ich mir angeguckt. Man bekommt so viele Horrorstories erzählt, da war es für mich beruhigend zu lesen und zu sehen, wie Geburten auch ablaufen können. Zu sehen, dass es absolut machbar ist einen kleinen Mensch auf die Welt zu bringen. Das hat mir absolut geholfen. Ich bin extrem entspannt in die Geburt reingegangen und ja, es war anstrengend. Aber ich hatte (in meine Augen) eine absolute Traumgeburt. Ich habe
    mich so sicher gefühlt, dass ich ziemlich lange zu Hause geblieben bin. Im Krankenhaus hat es dann nur noch 2,5 Stunden gedauert.
    Ich kann sagen, dass es für mich die beste Vorbereitung war.

  • Reply Finja 4. September 2017 at 9:14

    Hallo Frauke,

    Erst einmal möchte ich dir sagen, dass das ein schöner, warmherziger Text ist.

    Ich habe im Juli mein erste Kind bekommen – einen ganz wundervollen Jungen ❤ zwar habe ich zuvor auch einen Geburtsvorbereitungskurs gemacht (über den ich auch auf meinem Blog geschrieben habe) und war zunächst auch total beigeistert, muss aber rückblickend sagen, dass er mich an einigen Stellen nachfolgend eher verunsichert, als beruhigt hat. Ein Beispiel: im Kurs hieß es, wenn die Fruchtblase platzt, kann man das was kommt, nicht aufhalten. Alles andere ist dann die Harnblase, aber wenn da mal was daneben geht, auch nicht dramatisch, und auch nicht ungewöhnlich… letztlich hatte ich einen Fruchtblasenriss, das Wasser schwappte nur Schubweise aus mir heraus. Gefühlt konnte ich es also immer wieder halten und dachte zunächst, ich würde auf meine letzten Tage nun doch noch mit Inkontinenz in Berührung kommen… dass ich dann noch drei Stunden soweit es ging normal weitergemacht habe, war prinzipiell nicht so toll, aber das würde hier nun ausarten…
    Wie dem auch sei, bei einer zweiten Geburt würde ich solch einen Kurs nicht mehr nitnehmen. Auch weil ich nun zusätzlich weiß, dass mein Körper und ich mit Unterstützung meines Partners ein tolles Team sind. Und ich mich voll und ganz auf meine Intuition, sowie das mich begleitende Fachpersonal verlassen kann. Und es mir unterm Strich auch vor weg noch mehr Ruhe gibt…

    Was das Lesen von Berichten angeht… Ich selber habe keine gelesen, einfach weil ich mir bewusst darüber war, dass jede Geburt anders verläuft. Außerdem kannte ich bereits Berichte von Bekannten, Freundinnen und meiner Mama. Verängstigt oder verunsichert haben sie mich aber nicht. Ich hatte auch keine Angst vor der Geburt. Respekt ja, Angst hingegen nicht. Auch hier keine Ausartungen. Einen Bericht wird es auch hierzu bald auf meinem Blog geben – in welcher Form, weiß ich jedoch noch nicht.

    Ich verstehe die Frauen, die sich ausführliche Berichte durchlesen grundsätzlich aber auch irgendwo. Man bekommt einen ersten Eindruck, was auf einen zukommt, wie es verlaufen könnte. Allerdings sollte man stark versuchen, sich möglichst da in zu distanzieren. Denn wie du sagst, jede Geburt ist anders, einzigartig…

    Liebe Grüße,
    Finja

  • Reply Tine 4. September 2017 at 11:50

    Hallo Frauke! Ich finde du hast doch mit diesem Text eine tolle Art gefunden uns in irgendeiner Form teilhaben zu lassen aber eben nur soviel du eben preisgeben möchtest.
    Ich habe vor meiner Geburt einige Geburtsberichte gelesen und auch auf YouTube angeschaut, einfach um mir etwas Angst zu nehmen. Hat anfangs nicht gut funktioniert (könnte keinen lesen ohne in Tränen auszubrechen) aber in Kombination mit dem Vorbereitungskurs und Gesprächen mit meiner Hebamme merkte ich, dass ich immer entspannter wurde. Letztendlich hatte ich dann die Geburt, die ich mir insgeheim gewünscht hatte. Aber da hatten die Geburtsberichte die ich mir vorher angesehen hatte mit Sicherheit nicht zutun.

  • Reply Tini 4. September 2017 at 16:30

    Inwiefern war denn der Aufenthalt auf der Station für Dich so unschön?
    Ich fand komischerweise diese Tage so nachhaltig wunderschön. Zum einen, weil man ES ja GESCHAFFT hatte, die Geburt hinter sich gebracht, Glücksgefühle etc. Und zum anderen, weil man so extrem umsorgt wurde. So habe ich das auch in meinem Umfeld wahrgenommen. Von wegen, wann wird man schon so betüddelt wie im Wochenbett auf der Station. Vom Klinik-Direktor, der bei jeder Neu-Mami Visite gemacht hat und gratuliert bis zu den umsorgenden Pflegerinnen, Stillberaterinnen, Physiotherapeutinnen etc. Letztere wurde mir sogar ganz spontan von einer Pflegerin ins Zimmer geholt, weil ich immer noch mit dem ISG zu kämpfen hatte (ist das bei dir denn inzwischen besser?).
    Wir hatten ein Familienzimmer, das hat natürlich auch noch dazu beigetragen, dass man völlig entspannt und für sich war. Auf die tollen Tage nach der Geburt in der Klinik habe ich mich bei der 2. Geburt sehr gefreut, so quasi als Belohnung. Und es war dann auch wieder so schön.

  • Reply Ina Apple 8. September 2017 at 11:55

    Ich habe zur Vorbereitung auf die Geburt weder Geburtsberichte gelesen noch groß im Freundeskreis herumgefragt, wie denn deren Geburt so verlief. Der Geburtsvorbereitungskurs hat mir genügend Infos vermittelt, dass ich keine Angst hatte und positiv in das Ganze hineingegangen bin. Sowieso war die Einstellung „Komme was da wolle“ und „Ich mach einfach das, was die Ärzte/Hebammen sagen“ optimal und ich habe mich bei den Ärtzen und Hebammen extrem gut betreut gefühlt und hatte letztendlich eine tolle Geburt, wenn man das von einer Geburt sagen kann. 🙂

  • Reply Frauke W. 20. September 2017 at 20:25

    Hallo Frauke, ich finde es toll, dass du keinen Geburtsbericht schreibst! Bei aller Achtung, aber ich persönlich bin der Meinung, dass so etwas intimes, persönliches nichts im Internet verloren hat! Ich verstehe es, wenn man die Geburt für sich niederschreibt, aber warum in’s Internet an tausend fremde Menschen öffentlich machen? Witzigerweise sind dies meißtens dann auch die Blogger, die krampfhaft einfach über irgendwelche Themen schreiben, wie zum Beispiel ihren Tascheninhalt…
    Viele Grüße von einer Namensvetterin 😉

  • Reply Regine 27. September 2017 at 21:17

    Hallo Frauke,

    ich kann dich voll und ganz verstehen. Ich bin auch kein Fan von Geburtsberichten, ehrlich gesagt habe ich bisher kaum einen zu Ende gelesen. Schlicht und einfach, weil das nichts mit mir zu tun hat. Meine bisherigen zwei Geburten waren so unterschiedlich wie Geburten eben sein können (mal schauen, wie es beim dritten Mal läuft) und daher weiß ich auch: Jede Geburt ist einzigartig und individuell. Kein Geburtsbericht dieser Welt kann dich auf das vorbereiten, was da kommen wird. Und das ist auch gut so. Außerdem: Für mich ist eine Geburt etwas sehr, sehr persönliches. Vielleicht das Persönlichste, was man erleben kann. Das kann und will ich nicht mit wildfremden Menschen teilen. Und das will ich auch nicht von anderen lesen, denn irgendwie geht mich das einfach nichts an.

    Kurzum: Danke, dass du keinen klassischen Geburtsbericht geschrieben hast.

    Liebe Grüße, Regine

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